Ausstellungen in SiWi

F. Berndkaster-Ausstellung

4Fachwerk-Museum Freudenberg

Die außergewöhnliche künstlerische Begabung von F. Berndkaster wurde schon in seiner Jugend deutlich. „Ein wesentlicher Augenblick war, als ich in einem Lexikon meiner Eltern prägnante Gesichter sah, die ich nachzeichnete,“ erläuterte der in Kirchen lebende Künstler. So entstand von ihm im zehnten Lebensjahr ein erstes Portrait von Johannes Gutenberg. Mit seinen kleinen treffenden Karikaturen beeindruckte er seine Mitschüler und ärgerte oft zugleich seine Lehrer. Die „Zeichnerei“ war also sein Metier, mit 19 Jahren wendet er sich der Ölmalerei zu. „Ein schwieriger Stoff, der sich nicht so leicht bindet wie Acryl.“

Nach seinem Abitur folgen Studien an den Universitäten Siegen und Bonn in den Fächern Germanistik, Geschichte und evangelischer Theologie, berufliche Tätigkeiten als Journalist und Pädagoge schließen sich an. Aber die Kunst begleitet fortwährend F. Berndkasters Leben. Kontinuierlich, autodidaktisch verfeinert er seine Darstellungskunst, erweitert sein Themenspektrum, bestückt Ausstellungen und erstellt prägnante künstlerische Auftragsarbeiten zur Ausstattung eines Gebäudes im Düsseldorfer Medienhafen (1999). Dadurch inspiriert entsteht seine Werkreihe „Alte und neue Welt“ mit Stempel- und Spachteltechnik.

Vielfach sind es theologische Themen, die F. Berndkaster mit großer Phantasie auf seinen Blättern umsetzt. Den Religionsphilosophen Martin Buber porträtiert er und illustriert ebenso dessen Auswahl chassidische Geschichten in dem Werk „Das kleine Buch vom großen Rabbi“.

Das 4Fachwerk-Museum mitten in Freudenbergs Altstadt kann in diesen Tagen also wieder die ersten Öffnungsschritte nach den Pandemie-Einschränkungen wagen. Besucherinnen und Besucher sollen sich für die Öffnungszeiten vorher telefonisch anmelden.

Die Buchung kann unter den Rufnummer 02734/1598 (Leopold) oder 02734/7223 (Siebel) erfolgen. Während des Besuches muss eine medizinische oder eine FFP2-Maske getragen werden und die Abstandsregelungen sind einzuhalten. Das Museum hat Hygiene-Maßnahmen vorbereitet. 

Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr




Eva Berendes und Alexandra Leykauf: "Window Shopping"

8. April bis ??? / Städtische Galerie Haus Seel Siegen

Die Ausstellung "Window Shopping", die vom Kunstverein Siegen e.V. präsentiert wird, bringt die Arbeiten von Eva Berendes und Alexandra Leykauf in einen Dialog. Der Ausstellungstitel bezieht sich auf die Bildbetrachtung im Allgemeinen, denn was wir in Schaufenstern sehen, entzieht sich unserem Zugriff hinter einer undurchdringlichen Bildoberfläche. Er ist gleichzeitig verbunden mit der Fantasie des Besitzens und Gebrauchens der ebendort gezeigten Dinge. Mittels Skulpturen, Bildern und ortsbezogenen Interventionen greifen die Künstlerinnen dieses Phänomen auf und führen die Besucher*innen in und durch die Ausstellung - durch Schranken und Tore in eine andere (Konsum-)Welt.

Zu sehen Dienstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr / Sonntag auch von 11 bis 13 Uhr.




Adeline Wagner: "Denke nicht an das Erschaffen von Kunst, sondern mache es einfach"

14. Juni bis 26. Juli 2021 / Ambulantes Zentrum Albertus Magnus Siegen

Die Marien Gesellschaft Siegen zeigt für sechs Wochen Arbeiten von Adeline Wagner. Die Ausstellung wurde inspiriert von dem Gedanken Andy Warhols: "Denke nicht an das Erschaffen von Kunst, sondern mach es einfach. Lass alle anderen entscheiden, ob es gut oder schlecht ist, ob sie es lieben oder hassen. Während sie sich darüber entscheiden, erschaffe noch mehr Kunst."

Adeline Wagner wurde 1988 in Burgstädt/Sachsen geboren und lebt seit ihrem 9. Lebensjahr im Siegerland. Seit 2014 ist sie Intensivkrankenpflegerin. Vor zehn Jahren hat sie mit der Malerei begonnen. Seitdem ist die abstrakte Kunst ihre Leidenschaft. Die unterschiedlichen künstlerischen Techniken hat sich Wagner im Laufe der Jahre autodidaktisch angeeignet. Für Wagner bildet die Malerei ein wertvolles Gegengewicht zu ihrem strukturierten und zumeist stressgeprägten Alltag als Krankenschwester und Mutter - gerade in der Zeit der Corona-Pandemie. Die Kunst ist für sie Ruhepol und Anker zugleich. Hier kann sie ihrer Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen. Die positive Resonanz von Familie, Freunden und Kollegen ermutigte sie dazu, ihre Kunst jetzt auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Was sie an abstrakter Kunst fasziniert ist vor allem der kreative Schaffensprozess und die künstlerische Freiheit, die ihr geschenkt wird: "Manchmal ist es einfach ein Strich mit dem man beginnt und der sich am Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügt." Zuletzt waren Wagners Arbeiten in der Art Factory in Graz zu sehen.

Die Werke der Ausstellung werden zum Verkauf stehen. Ein Teil des Erlöses wird von der Künstlerin an das Marien Hospiz auf der Eremitage in Wilnsdorf gespendet. Die Ausstellung ist eingebettet in die Reihe MediArt. Hierbei haben sich seit 2001, unterstützt durch die UNESCO, zahlreiche Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammengeschlossen, um die Kunst und Kultur Innerhalb medizinischer Einrichtungen zu fördern. 



Fotoausstellung von Gerhard Knappstein

28. Juni bis 31. Juli 2021 / KrönchenCenter Siegen

Unter dem Titel „Die schönsten Landschaftsfotos, aufgenommen bei Wanderreisen auf verschiedenen europäischen Inseln“ stellt der Netphener Fotokünstler Gerhard Knappstein Fotografien im 1. OG des KrönchenCenters aus. Knappsteins Bilder, die er für die Siegener Ausstellung ausgesucht hat, stammen von Wanderreisen auf Mallorca, Menorca, Korsika, Kreta, Ischia, Madeira und Sylt. Bis 31. Juli 2021 stellt er seine Fotografien im Krönchen Center, dem Kultur- und Bildungshaus der Stadt Siegen am Markt 25 in der Oberstadt vor. Gerade die Inseln Mallorca, Menorca, Korsika, Kreta, Ischia und Madeira begeistern mit ihren grandiosen Aussichtsbergen und -punkten alle Natur- und Wanderfreunde. Von den Bergen und Küstenwegen haben nicht nur Wanderinteressierte hervorragende Ausblicke auf die interessanten Küstenabschnitte und Bergdörfer. Felsformationen und jahrhundertealte Olivenbäume, die die mediterrane Landschaft prägen werden ebenfalls gezeigt.

Die Ausstellung, zu der der Eintritt frei ist, kann von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 13 Uhr besichtigt werden. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Zu beachten ist, dass im KrönchenCenter Maskenpflicht besteht.

"Die Seele zwischen schwarz und weiß" / Zeichnungen des 17. – 20. Jahrhunderts aus einer Privatsammlung

18. Mai bis 1. August 2021 / Siegerlandmuseum (Oberes Schloss) Siegen

Was ist eine Sammlung? Und wie wird man zum Sammler?

Dr. Cornelis Andreas „Kees“ Pompe (1934-2016) war Humanpathologe und leidenschaftlicher Sammler. Er war kein Käufer en gros, er wollte keine Kulturpolitik betreiben. Jedes Blatt war für ihn mit einer eigenen Geschichte, mit einer besonderen Begebenheit verbunden, was der Sammlung von Zeichnungen und Grafiken des 17. bis 20. Jahrhunderts biografische Züge verleiht. Seine Sammlung ist mit seiner Person verbunden. Jedes Blatt war für ihn ein persönliches Erlebnis, denn eine private Sammlung ist immer auch Ausdruck persönlicher Neigungen und Kennerschaft. Sie spiegelt den Charakter des Sammlers, verrät seine Vorlieben und überträgt im besten Fall die Begeisterung auf den Betrachter. Eine solche Sammlung ist mehr als eine Summe von Einzelblättern, jedes Blatt, gleich aus welchem Jahrhundert und in welcher Technik, antwortet auf bereits vorhandene. Die Spannbreite der Sammlung ist groß. Sie reicht von alten Meistern wie Rembrandt van Rijn (1606-1669) und Jan Luyken (1649-1712) über den Chronisten des Lebens in Paris, Paul Gavarni (1804-1866) bis hin zu Jean-Baptiste le Prince (1734-1781) und zeitgenössischen belgischen Zeichnern und Grafikern. So manches Blatt ist sogar anonym, bedarf weiterer Untersuchungen und Zuweisungen. Allen gemeinsam ist die Vorliebe für kleine Formate und das besondere Augenmerk gilt der Kunst der Linie, die es in jedem Blatt neu zu entdecken gilt. Die Sammlung Pompe wird in dieser Ausstellung erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt.

Zu sehen von Dienstag bis Sonntag / 10 bis 17 Uhr



Michael Beutler: Installation "Fliegender Markt"

7. Mai bis 10. Oktober 2021 / Unter Schlossplatz Siegen

Die Installation „Fliegender Markt“ von Michael Beutler ist eigenständige Skulptur und gesellschaftlicher Treffpunkt zugleich.

Realisiert auf dem Unteren Schlossplatz, in unmittelbarer Nähe zum Museum für Gegenwartskunst Siegen, markiert die ortsbezogene, begehbare Außeninstallation eine sichtbare Öffnung des Hauses und eine Einbindung der Stadtgesellschaft.

Der „Fliegende Markt“ ist ein Archetyp mobiler Architektur, aufgebaut als großer Markt aus einzelnen, vom Künstler konzipierten Marktständen. Die Stände sind nach gewöhnlichem Vorbild entworfen und der architektonischen Umgebung angepasst. Jeder Stand ist von einem kleinen Baldachin gedeckt und trägt zwischen seinem Ständerwerk eine Tischfläche, die sich zugleich in eine Sitzbank verwandeln lässt. Zudem kann das Ständerwerk über den Baldachin hinaus vertikal und diagonal verlängert werden, wodurch sich die Stände in Überkopfhöhe miteinander verbinden. So wächst der Markt in seiner modularen Struktur nicht nur horizontal, sondern auch vertikal in die Höhe des Platzes.

Das Museum für Gegenwartskunst wird die geschaffene Installation dazu nutzen, einen Teil seines Rahmenprogramms sowie seine Vermittlungsaktivitäten bei schönem Wetter nach draußen zu verlagern und sich über die Sommermonate als buchstäblich „offenes Museum“ zu präsentieren. Dazu werden auch andere Institutionen und Vereine eingeladen, die Installation für ihre Zwecke zu nutzen. An den veranstaltungsfreien Tagen ist der Markt sich selbst überlassen. Studierende der umliegenden Universitätsgebäude und Passant*innen können unter den Dächern Schutz vor Sonne und Regen suchen, sich zum Picknick treffen, spontan Vorführungen auf dem Innenplatz darbieten oder sich mit der künstlerischen Struktur selbst inszenieren.

In Sichtweite zum Museumseingang setzt „Fliegender Markt“ von Michael Beutler den künstlerischen Rahmen für ein im Sommer 2021 besonders nötiges Kulturprogramm im öffentlichen Raum, das so vielfältig wird wie die beitragenden Personen und Initiativen – stets unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Versammlungsbestimmungen.

Michael Beutler (*1976 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Berlin) reagiert mit seinen Arbeiten zumeist auf die sozialen und architektonischen Strukturen der jeweiligen Ausstellungssituation, die als Produktionsstätte und Präsentationsort zugleich genutzt wird. Er verarbeitet meist industriell gefertigte Materialien wie Papier, Metall, Holz oder Kunststoffe und bindet bei der Entstehung seiner Werke oftmals auch Dritte ein. Diese prozesshafte Werkentwicklung wird von ihm als produktiver Bestandteil seiner Arbeit begriffen.


MGKWalls: Christine Sun Kim und Thomas Mader

26. Februar 2021 bis 13. Februar 2022 / Museum für Gegenwartskunst Siegen

Christine Sun Kim (*1980) und Thomas Mader (*1984) arbeiten seit sieben Jahren an Werken, die die Betrachter*innen dazu ermutigen, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen heutiger Kommunikation auseinanderzusetzen.

Die Arbeit von Christine Sun Kim und Thomas Mader befasst sich mit unseren Wahrnehmungswelten, Kommunikationsmethoden und den Machtverhältnissen zwischen gebärdeten und gesprochenen Sprachen. Das Künstlerpaar kommuniziert in amerikanischer Gebärdensprache (ASL), jedoch mit unterschiedlichem Niveau: ASL ist Kims Muttersprache, während Mader ASL als Fremdsprache lernt.

Für die Jahrespräsentation „MGKWalls“ haben die beiden Künstler eine Wandarbeit im Museumsfoyer und eine korrespondierende Videoserie für die LED-Wand an der Außenfassade geschaffen. Das Projekt „Find Face“ ist benannt nach einer automatischen Meldung in der Gesichtsfilter-App, die für die Filme genutzt wurden. Beide Wände zeigen abwechselnd Kim und Mader, deren Gesichtsausdrücke von gezeichneten Gebärden oder eingeblendeten Mundmorphemen des Filters überlagert werden.

Die Wandarbeit im Foyer zeigt den Steigerungsverlauf für die zwei ASL-Gebärden „pretty“ (hübsch) und „ugly“ (hässlich). In der Steigerung von einer neutralen Position zu immer intensiver werdenden Ausdrücken wird für jedes Wort jeweils dieselbe Gebärde verwendet. Erst durch die entsprechende, sich verändernde Mimik erhält jede Gebärde dann ihre jeweils andere Bedeutung, von neutral hin zu extrem. Diese sich steigernde Intensität wird auch im Verlauf des farbigen Hintergrunds deutlich.

Der in den kurzen Clips auf der LED-Wand verwendete Filter begleitet die Handbewegungen und Gesichtsausdrücke der Sprechenden. Während es sich beim Filter um eine generische Software handelt, wurden die präsentieren Mundmorpheme speziell für die Arbeit erstellt. Kann sich der Filter nicht an Gesichtszüge anheften, für deren Erkennung er geschult wurde, wird die Fehlermeldung „Find Face“ angezeigt. Im Video wird durch die Hände, die die Gebärdensprachgeste ausführen, die ständige Bindung des Filters an ein Gesicht unterbrochen.

Generell stellt die Mimik eine essentielle grammatikalische Kategorie in den meisten Gebärdensprachen dar. Ironischerweise wird diese Tatsache von hörenden Menschen oft unterbewertet. Gleichzeitig aber werden im Fernsehen gezeigte Übersetzungen, z.B. in Katastrophensituationen, oft als „sehr dramatisch“ oder „wahnsinnig ausdrucksstark“ beschrieben. Komplexe Schichten und Masken zu erzeugen ist eine Fähigkeit, in der Gebärden-Muttersprachler*innen besonders versiert sind und mit der Lernende häufig zu kämpfen haben.

„Find Face“ löst mit Wörtern wie „entsetzlich“ oder „atemberaubend“ nicht nur Reaktionen aus, sondern lädt die Betrachter*innen ein, die entsprechenden Gebärden nachzuvollziehen und den Ausdruck im eigenen Gesicht zu finden. Das zweiteilige Werk schafft ein Bewusstsein für die sprachlichen, körperlichen und technischen Bedingungen einer barrierefreien Kommunikation.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr.




"Von Erde schöner"

28. Mai bis 13. Februar 2022 / Museum für Gegenwartskunst Siegen

Die neue Sammlungspräsentation „Von Erde schöner“ setzt den Dialog zwischen den beiden Sammlungen Lambrecht-Schadeberg und der Sammlung Gegenwartskunst des MGKSiegen aus dem vergangenen Jahr fort. Der Titel der Ausstellung ist der gleichnamigen Fotoserie von Peter Piller entliehen. Der Rubensförderpreisträger (2004) entwickelte aus einem Firmennachlass von 20.000 Luftbildaufnahmen deutscher Einfamilienhäuser eigene Sammelgebiete.

In ähnlicher Weise sucht auch „Von Erde schöner“ nach den Verbindungslinien in der eigenen Sammlung und verknüpft damit ein besonderes Interesse an räumlichen Themen. Das Verhältnis von natürlichen und künstlichen Landschaften, die Beziehung zwischen Mensch, Architektur und Ort sowie die Konstruktion des Bildraums spielen dabei ebenso eine Rolle wie Fragen nach Distanz, Nähe und persönlichem Raumempfinden. „Von Erde schöner“ unternimmt eine Kartografie der eigenen Sammlung.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr.




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