Ausstellungen in SiWi

Mike Keepness: "Die Würdigung des Bisons. Eine Legende der Plains Cree"

28. Oktober bis 30. November 2021 / Volksbank Wittgenstein Bad Berleburg

Für die Illustration der Legende der Plains Cree über den Bison konnte der Künstler Mike Keepness gewonnen werden. Mike Keepness wuchs im Reservat der Première Nation Pasqua im Süden Saskatchewans auf. Das Qu’Appelle-Tal war der Spielplatz seiner Kindheit, ein Ort der Abenteuer und Entdeckungen in unmittelbarer Reichweite. Er streifte durch die Täler und über die Hügel und verbrachte seine Zeit am Fluss, von dem er seine Inspirationen bezieht. Für Mike ist die Natur ein Ort des Gebetes, ein Refugium. Fest in der Natur verwurzelt zu sein ist das Fundament seiner Arbeit. In der Ausstellung werden einige seiner Arbeiten vorgestellt.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr / Donnerstag bis 18 Uhr



ASK-Gemeinschaftsausstellung NEU³2021

25. November bis 12. Dezember 2012 / Städtische Galerie Haus Seel Siegen

Im kommenden Jahr feiert die älteste Siegener KünstlerInnenvereinigung ihr 100-jähriges Jubiläum – aber natürlich waren die Künstlerinnen und Künstler der Arbeitsgemeinschaft auch im 99. Jahr des Vereinsbestehens sehr aktiv und kreativ unterwegs. Viel war und ist zu organisieren, damit im Jubiläumsjahr 2022 viele feine Ausstellungen, Kataloge, Kunstprojekte in der Region und über sie hinaus Wirklichkeit werden, dennoch blieb vielen Kreativen Zeit und Muße, eigenen Problemstellungen nachzusinnen, Neues zu entwickeln. Dies entspricht dem Ausstellungskonzept „Neu³“ , das vor vier Jahren von den Mitgliedern nach einer Idee Olaf n. Schwankes konzipiert wurde, nunmehr zum dritten Mal reüssiert, und die drei jährlichen Innovationen der ASK in den Fokus stellt:

1.: Die neue Grafikedition. 2.: Die Vorstellung der neu aufgenommenen Künstlerinnen und Künstler. 3.: die Präsentation aktueller Arbeitsströmungen aktiver Mitglieder im fertigen Kunstwerk oder im Prozess.

Gezeigt werden neben Arbeiten der neu aufgenommenen KollegInnen Jan Backhaus, Gerlinde Liebig und Oliver Weingarten jahresaktuelle Arbeiten folgender ASK-Mitglieder: Marc Babenschneider, Jochen Dietrich, Arno Dirlewanger, Günter Hähner, Sabine Helsper-Müller, Mustafa Kizilcay, Dago Koblenzer, Kai-Uwe Körner, Stella Kown-Mockenhaupt, Michael G. Müller, Petra Oberhäuser, Bruno Obermann, Ingo Schultze-Schnabl, Olaf neopan Schwanke und Susanne Skalski.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage von 11 bis 13 und 14 bis 18 Uhr.


Dilberay Köle: "Auf dem Weg"

4. November 2021 bis 7. Januar 2022 / Kulturbahnhof Kreuztal

Der Gegenstand meiner Arbeit sind Dinge der unmittelbaren Umwelt. Diese Objekte tragen eine wichtige Funktion in unserem Alltag - es können Wände, Fenster, Baustellen oder Eisenbahnwagen sein. Ihre Funktionalität bietet dem Benutzer zahlreiche Vorteile, weshalb sie allgegenwärtig sind und die Ästhetik der zivilisierten Welt stark beeinflussen.

In meinen Bildern trenne ich die Objekte von ihrer ursprünglichen Funktion, sie werden entkoppelt. Fortan müssen sie weder praktisch, noch nützlich sein, sondern sie sind nur noch das, was der Betrachter in sie hineininterpretiert. Die Dinge des Alltags werden in meiner Arbeit in Klammern gesetzt. Obwohl sie wie eine Fortsetzung und ein natürliches Ereignis des Lebens aussehen, führen sie in Klammern gesetzt dazu, den Unterschied zwischen dem Schein und Sein zu hinterfragen. Meine Arbeit ist somit als Reaktion zwischen meiner Umwelt und mir zu verstehen.

Mein Arbeitsmaterial ist meistens Öl auf Leinwand. Aber ich mag gerne verschiedene Materialen zu benutzen. Vorher fertige ich kleine Skizzen auf Papier an, wiederum mit Ölfarbe, Zeichnung, Buntstifte oder mit Öl Kreide. Sie helfen mir, meine Ideen zu konkretisieren und bilden die Grundlage für die folgende Arbeit auf der Leinwand.

Dilberay Köle

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 6.30 bis 10.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr



Kai Gieseler: "Wenn man vermutet, dass mehrere Faktoren einen Prozess beeinflussen"

29. Oktober 2021 bis 7. Januar 2022 / IHK-Galerie Siegen

Fotografie, Skulptur, Malerei, Videos und Lichtinstallationen – Kai Gieseler ist in vielen Kunstrichtungen zuhause. Spezialisieren möchte sie sich nicht: „Ich versuche, die Dinge zu kombinieren.“ Das gelingt ihr auf eine ganz eigene Weise. Dabei geht es der Freudenberger Künstlerin nicht nur um das Ergebnis ihrer Arbeit, sondern auch um den Weg zu ihrem Ziel. Die Künstlerin nutzt Ansätze, Denkweisen, Materialien und Methoden verschiedener Disziplinen und Techniken: analog und digital, konzeptionell, kontextuell und frei, als Form der Kombination oder der Verschachtelung aus Raumbild, Plastik, Malerei, Fotografie und Film, in der sich Kontexte entfalten können und sich im Erfahren und Erforschen eine im Schaffensprozess entwickelnde Kunst als Ausdrucks- und Denkform inszeniert. Die Arbeiten sind Versatzstücke aus Eigenem und Fremden, die in einem Prozess mit mehreren unbekannten Faktoren zu etwas Neuem werden.

Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags: 8 bis 16:30 Uhr, freitags: 8 bis 15:30 Uhr

Info: IHK Siegen


Anna Boghiguian: "Manchmal trifft die Gegenwart unerwartet auf die Vergangenheit"

3. September 2021 bis 9. Januar 2022 / Museum für Gegenwartskunst Siegen

Die ägyptisch-kanadische Künstlerin armenischer Herkunft untersucht in ihren Arbeiten die Auswirkungen von historischen, ökonomischen und politischen Ereignissen. Aus einer sehr persönlichen Perspektive und tief verwurzelt in der Literatur beschäftigt sich die vielreisende Künstlerin mit Menschen, Kulturen, Orten und großen Verbindungslinien der Welt. Ihre nomadischen Erfahrungen übersetzt Boghiguian in Künstlerbücher, Zeichnungen, Malereien, Collagen und Installationen.

Die Ausstellung „Manchmal trifft die Gegenwart unerwartet auf die Vergangenheit“ im MGKSiegen liefert anhand von wegweisenden Rauminstallationen in zwölf Räumen einen umfassenden Überblick zum Werk von Anna Boghiguian. Erstmals präsentiert sie zudem zwei neue Werkgruppen, die sich mit dem Bau des Suez-Kanals und der Zeit der Spanischen Grippe beschäftigen.

Boghiguian gilt als eine der interessantesten Gegenwartskünstlerinnen unserer Zeit. Sie hat in den letzten zehn Jahren regelmäßig in internationalen Museen und Kunstinstitutionen ausgestellt, nahm unter anderem an der dOCUMENTA 13 in Kassel teil und erhielt 2015, zusammen mit anderen armenischen Künstler*innen, den Goldenen Löwen für ihren Beitrag im armenischen Pavillon auf der 56. Biennale di Venezia. Daneben wurden ihre Werke auf den Biennalen von Sharjah (2011), Istanbul (2015), Santa Fe (2016) und Sydney (2019) sowie der Manifesta 13 in Marseille (2020) gezeigt. Ihre Arbeiten waren weltweit in großen Einzelausstellungen zu sehen, zuletzt im SMAK, Gent (2020), Tate St. Ives (2020), dem New Museum, New York (2018), dem Museum der Moderne, Salzburg (2018), Castello di Rivoli, Turin (2017) und Carré d’Art, Nîmes (2016).

„Anna Boghiguian. Manchmal trifft die Gegenwart unerwartet auf die Vergangenheit“ im MGKSiegen wird kuratiert von Thomas Thiel und entsteht in Zusammenarbeit mit dem mit Institut Valencià d’Art Modern (IVAM), Valencià, wo die Ausstellung im Anschluss gezeigt wird. Begleitend zu den Ausstellungen erscheint im Frühjahr 2022 eine umfassende Monografie zum Gesamtwerk von Anna Boghiguian, welche das Museum für Gegenwartskunst Siegen, das Institut Valencià d'Art Modern (IVAM) in Valencià und das Stedelijk Museum voor Actuele Kunst (S.M.A.K.) in Gent gemeinsam herausgegeben.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr



"Alma Siedhoff-Buscher – Tochter dieser Stadt"

29. September 2021 bis 10. Januar 2022 / Foyer der Stadtbibliothek Kreuztal

Die Stadt Kreuztal stellt mit dieser „Hommage“ erstmals das Leben und Wirken von Alma Buscher, geboren am 04. Januar 1899 in Kreuztal, 1926 verh. Siedhoff, in das Zentrum einer kommunalen Ausstellung und damit in die geneigte Öffentlichkeit. 122 Jahre nach ihrer Geburt, 102 Jahre nach Gründung des Bauhauses. Das Stadtarchiv hat aus seinen Beständen die Kopie der Geburtsurkunde von Alma Siedhoff-Buscher aus dem Jahr 1899 zur Ausstellung beigesteuert. Die 12 großformatigen Fotografien zur Person und den Werken der Künstlerin wurden dem Stadtarchiv durch das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin zur Verfügung gestellt.

Buscher und Bauhaus - es ist eine Emanzipationsgeschichte – immer noch! Die Geschichtsschreibung ist seit Jahrhunderten männlich geprägt. Niedergeschrieben finden sich etliche Ehrenbürger, Ehrenringträger und viele andere geehrte Persönlichkeiten. In den historischen Büchern finden sich seitenweise Abbildungen von „honorigen“ Männern, bei Wikipedia listenweise Männernamen, die der Stadt Kreuztal zugeordnet werden. In den seltensten Fällen sind Frauen für ihre beruflichen, philosophischen, schriftstellerischen und künstlerischen Arbeiten, familiäre Leistungen, oder ehrenamtliches Engagement mit den gleichen hohen Ehren ausgezeichnet worden. Nur ein sehr geringer Anteil Straßen sind nach Frauen benannt. Kreuztal hat bis heute keine Ehrenbürgerin.

Öffnung: Dienstag und Freitag 10 bis 18:30 Uhr, Donnerstag 9 bis 18:30 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr




Erinnerung an die zwei Siegener Künstlerpersönlichkeiten Theo Meier-Lippe und Ruth Fey

17. November 2021 bis 23. Januar 2022 / 4Fachwerk-Mittendrin-Museum Freudenberg

Zur jungen Tradition des Freudenberger 4Fachwerk-Museums gehört die Erinnerung an bekannte verstorbene Siegerländer Künstler. In dieser Reihe werden aktuell Werke von Theo Meier-Lippe (1907-1980) und Ruth Fay (1923-2008) gezeigt. „Beide, zu ihrer Zeit zugleich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler (ASK), hatten sich schon früh einen Namen und Wertschätzung erarbeitet und sind es also mehrfach wert, ihr künstlerisches Wirken jetzt nachwachsenden Generationen vorzustellen,“ findet 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel, der selbst Theo Meier-Lippe in seiner eigenen Ausbildung noch als Dozenten erlebte. Insofern gestaltete sich sein Eröffnungsvortrag als eine Zeitreise in die eigene Jugend: 1956 wollte er bei Meier-Lippe in Kaligraphie ausgebildet werden. Daraus wurden drei intensive Jahre des Lernens einer ganzen Palette künstlerischer Ausdrucksformen. Dank Unterstützung seines Lehrers schloss sich dem die Werkkunstschule an. Noch heute verehrt Dieter Siebel den „älteren Herren im weißen Kittel“, der so intensiv Können und Ruhe ausgestrahlt habe: „Er setzte sich neben einen und widmete sich jedem Schüler mit großer Geduld, machte aus seinem Wissen und seinen Fertigkeiten kein Geheimnis. Es war ihm ein echtes Anliegen, junge Menschen zu fördern.“ Gerne erinnert sich Dieter Siebel ebenso an die zahlreichen Exkursionen mit ihm zu anderen Künstlern oder an die Zeiten, als Theo Meier-Lippe für das Apollo-Kino die großen Film-Außenplakate gestaltete. Theo Meier-Lippe war 1934 ins Siegerland gekommen. Auf Schloss Varenholz an der Weser hatte er zuvor ein großes Atelier für seine künstlerische Arbeit genutzt. Er ist ein Kind des Lipper-Landes, wird am 17. Februar 1907 in Hohenhausen im Kreis Lemgo geboren. Hier in Siegen wendet er sich der abstrakten Malerei und der Grafik als seinem Ausdrucksmittel zu. Ein weiteres Arbeitsfeld stellen zahlreiche Aufträge im Bereich „Kunst am Bau“ dar. Als Weiterentwicklung der Wandmalerei entdeckt er für sich die Sgraffito-Technik neu, eine Kratzputztechnik. Teile der oberen Putzschicht werden abgekratzt werden, um darunter liegende Schichten freizulegen. Eine gewünschte Darstellung wird so durch die unterschiedlichen Farbnuancen erzeugt. Ein Beispiel in Freudenberg dafür ist die Darstellung des Hirten mit den Schafen auf der Giebelseite des im 1. Juli 1957 bezogenen Mutterhauses „Friedenshort“.

Der Künstler-Kollegin Ruth Fay widmete sich Dr. Ingrid Leopold in ihrem Eröffnungsreferat. Die letzten Jahre vor ihrem Tod am 3. Juli 2008 hatte Ruth Fay im Siegener Fliednerheim verbracht, wo bis heute ihre Kunstwerke aufgehoben werden. Sie erblickte am 5. Februar 1923 in Siegen das Licht der Welt. Die ersten beruflichen Schritte führen in die Siegener Stadtverwaltung, dem Drang zum Künstlerischen folgend, besuchte die damals 25-jährige von 1948 an die Siegener Malfachschule. Direkt im Anschluss, ab 1951, setzte sie ihre Ausbildung an den Kölner Werkkunstschulen fort. Für die Stadt Freudenberg entwirft Ruth Fay 1962 ein Mahnmal für die Opfer der Kriege, Für den öffentlichen Raum in Freudenberg gestaltete Ruth Fay das BärenStandbild vor der im Mai 1964 eingeweihten Niederndorfer Volksschule und sie gewann mit der Kupferplastik „Schwingungen“ den Wettbewerb für ein Kunstwerk im Atrium des Schulzentrums Eicher-Seite vor Aula und Sporthalle. Als Lehrerin begleitet sie Generationen auf ihrem Weg zur Verbindung von handwerklichem und künstlerischem Können. Sie unterrichtete von 1960 bis 1970 an der Siegener Volkshochschule, von 1975 bis 1984 leitete sie als Dozentin Kurse in „Plastischem Gestalten“ an der Berufsschule für Technik. „Bisher haben sich die Ausstellungen, die den bekannten Siegerländer Künstlern gewidmet waren, eines großen Publikums-Zuspruchs erfreut. Gerade jetzt über die Advents- und Weihnachtszeit hinweg gibt es damit einen guten Grund, wieder einmal in den Alten Flecken zu einem Museumsbesuch zu kommen,“ wünschen sich Dr. Ingrid Leopold und Dieter Siebel.

Im Museum gilt die 2-G-Corona-Regelung (Geimpft/Genesen). Das Haus ist mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Absprache möglich. 



Lutz Dransfeld: "Ohne Punkt"

24. Oktober 2021 bis 24. Januar 2022 / Siegerlandmuseum Siegen

Für seine Ausstellung in Siegen hat der Architekt und Künstler Lutz Dransfeld eigens Installationen entworfen, die sich den Gesetzen der Räume unterordnen, darüber hinaus werden Zeichnungen und Malereien aus den letzten Jahren gezeigt. Zu sehen während der üblichen Öffnungszeiten des Museums.




Elaine Duigenan: "Blossfeldt's Lehrling"

14. November 2021 bis 31. Januar 2022 / Art-Galerie Siegen

Elaine Duigenan, britische Fotokünstlerin, stellt Karl Blossfeldt‘s ikonische Fotografien von Pflanzen in Bindfäden nach. Diese Serie wurde von der Galerie Klompching [New York] auf der AIPAD [Association of International Photography Art Dealers] uraufgeführt und hat kontinuierlich Aufmerksamkeit erregt. Sie erhielt Gold beim Prix de la Photographie (Paris) und einen internationalen Fotografenpreis beim Pingyao International Festival of Photography, in China. Die Bilder zeigen handgefertigte Objekte aus Kabelbindern*. Sie versuchen, Pflanzenstrukturen nachzubilden, die auf ikonischen Fotografien des deutschen Künstlers Karl Blossfeldt (1920er Jahre) zu sehen sind. Karl Blossfeldt (1865-1932) war ein deutscher Kunstprofessor und wollte seine Studenten zur bewussten Aufmerksamkeit anregen. Er baute eine Kamera, die eine bis zu 30-fache Vergrößerung ermöglichte, und machte Hunderte von Fotos von Pflanzenformen. Er wollte damit demonstrieren, dass das beste Design bereits in der Natur vorgegeben war. Die Künstlerin beschäftigte sich mit seinen Bildern und wurde so, zu einer Schülerin von heute - sie drehte, band und bog das Material nach ihrem Willen. Sie sagt: "Meine unvollkommenen Exemplare verspotteten mich mit ihren Grenzen. Aber die Umarmung der Fehler wurde zum Sinn der Arbeit, und das Zeigen der Verbindungen und losen Fäden enthüllt die Spannung zwischen Perfektion und Unvollkommenheit".

*Ein Kabelbinder ist ein Metalldraht, der mit einem dünnen Kunststoffstreifen ummantelt ist und zum Verschließen der Öffnungen von Tüten, wie z. B. Müll- oder Brottüten, verwendet wird.

Die Künstlerin hat international ausgestellt und ihre Werke befinden sich in Sammlungen wie dem V&A und dem Museum of Fine Art in Houston. Ihr Werk wird von der Klompching Gallery in New York vertreten. Ende 2009 wurde eines ihrer Bilder mit dem Shuttle Atlantis zur internationalen Raumstation geflogen. Elaine hat in den 90er Jahren dazu beigetragen, die Praxis des digitalen Scannens (Scanography) in den Vordergrund zu rücken, und ihre Arbeit ist beispielhaft in der V&A's History of Photographic Processes zu sehen. Es ist eine wirklich einzigartige Methode, um solche Details und Tiefen zu erfassen. Die Objekte, mit denen Elaine arbeitet, sind gefunden oder hergestellt; die Dinge sind nie ganz das, was sie zu sein scheinen, und ihre Arbeit ist auf die Suche nach einzigartiger Schönheit reduziert. Blasse Exemplare leuchten in tiefschwarzen Räumen und scheinen an einem Faden zu hängen. Es gibt Stärke und Zerbrechlichkeit, Perfektion und Unvollkommenheit. Ihre Arbeiten reizen den Betrachter, da die Bilder irgendwo zwischen Skurrilität und Eleganz schweben.

Öffnungszeiten: Montags bis Freitags 10 bis 19 Uhr und Samstags 10 bis 16 Uhr



MGKWalls: Christine Sun Kim und Thomas Mader

26. Februar 2021 bis 13. Februar 2022 / Museum für Gegenwartskunst Siegen

Christine Sun Kim (*1980) und Thomas Mader (*1984) arbeiten seit sieben Jahren an Werken, die die Betrachter*innen dazu ermutigen, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen heutiger Kommunikation auseinanderzusetzen.

Die Arbeit von Christine Sun Kim und Thomas Mader befasst sich mit unseren Wahrnehmungswelten, Kommunikationsmethoden und den Machtverhältnissen zwischen gebärdeten und gesprochenen Sprachen. Das Künstlerpaar kommuniziert in amerikanischer Gebärdensprache (ASL), jedoch mit unterschiedlichem Niveau: ASL ist Kims Muttersprache, während Mader ASL als Fremdsprache lernt.

Für die Jahrespräsentation „MGKWalls“ haben die beiden Künstler eine Wandarbeit im Museumsfoyer und eine korrespondierende Videoserie für die LED-Wand an der Außenfassade geschaffen. Das Projekt „Find Face“ ist benannt nach einer automatischen Meldung in der Gesichtsfilter-App, die für die Filme genutzt wurden. Beide Wände zeigen abwechselnd Kim und Mader, deren Gesichtsausdrücke von gezeichneten Gebärden oder eingeblendeten Mundmorphemen des Filters überlagert werden.

Die Wandarbeit im Foyer zeigt den Steigerungsverlauf für die zwei ASL-Gebärden „pretty“ (hübsch) und „ugly“ (hässlich). In der Steigerung von einer neutralen Position zu immer intensiver werdenden Ausdrücken wird für jedes Wort jeweils dieselbe Gebärde verwendet. Erst durch die entsprechende, sich verändernde Mimik erhält jede Gebärde dann ihre jeweils andere Bedeutung, von neutral hin zu extrem. Diese sich steigernde Intensität wird auch im Verlauf des farbigen Hintergrunds deutlich.

Der in den kurzen Clips auf der LED-Wand verwendete Filter begleitet die Handbewegungen und Gesichtsausdrücke der Sprechenden. Während es sich beim Filter um eine generische Software handelt, wurden die präsentieren Mundmorpheme speziell für die Arbeit erstellt. Kann sich der Filter nicht an Gesichtszüge anheften, für deren Erkennung er geschult wurde, wird die Fehlermeldung „Find Face“ angezeigt. Im Video wird durch die Hände, die die Gebärdensprachgeste ausführen, die ständige Bindung des Filters an ein Gesicht unterbrochen.

Generell stellt die Mimik eine essentielle grammatikalische Kategorie in den meisten Gebärdensprachen dar. Ironischerweise wird diese Tatsache von hörenden Menschen oft unterbewertet. Gleichzeitig aber werden im Fernsehen gezeigte Übersetzungen, z.B. in Katastrophensituationen, oft als „sehr dramatisch“ oder „wahnsinnig ausdrucksstark“ beschrieben. Komplexe Schichten und Masken zu erzeugen ist eine Fähigkeit, in der Gebärden-Muttersprachler*innen besonders versiert sind und mit der Lernende häufig zu kämpfen haben.

„Find Face“ löst mit Wörtern wie „entsetzlich“ oder „atemberaubend“ nicht nur Reaktionen aus, sondern lädt die Betrachter*innen ein, die entsprechenden Gebärden nachzuvollziehen und den Ausdruck im eigenen Gesicht zu finden. Das zweiteilige Werk schafft ein Bewusstsein für die sprachlichen, körperlichen und technischen Bedingungen einer barrierefreien Kommunikation.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr.




"Von Erde schöner"

28. Mai 2021 bis 13. Februar 2022 / Museum für Gegenwartskunst Siegen

Die neue Sammlungspräsentation „Von Erde schöner“ setzt den Dialog zwischen den beiden Sammlungen Lambrecht-Schadeberg und der Sammlung Gegenwartskunst des MGKSiegen aus dem vergangenen Jahr fort. Der Titel der Ausstellung ist der gleichnamigen Fotoserie von Peter Piller entliehen. Der Rubensförderpreisträger (2004) entwickelte aus einem Firmennachlass von 20.000 Luftbildaufnahmen deutscher Einfamilienhäuser eigene Sammelgebiete.

In ähnlicher Weise sucht auch „Von Erde schöner“ nach den Verbindungslinien in der eigenen Sammlung und verknüpft damit ein besonderes Interesse an räumlichen Themen. Das Verhältnis von natürlichen und künstlichen Landschaften, die Beziehung zwischen Mensch, Architektur und Ort sowie die Konstruktion des Bildraums spielen dabei ebenso eine Rolle wie Fragen nach Distanz, Nähe und persönlichem Raumempfinden. „Von Erde schöner“ unternimmt eine Kartografie der eigenen Sammlung.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr



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