
Nach den schockierenden Taten der letzten Wochen rückt die Stadt nun eng zusammen.
Große Beteiligung
Unter dem Motto „Nie wieder ist jetzt!“ versammelten sich die Bürger am jüdischen Mahnmal in der Straße „Berlebach“. Die Beteiligung übertraf alle Erwartungen der Organisatoren und Gäste. Neben der Stadtverwaltung hatten auch die christlichen Kirchen und der jüdische Freundeskreis aus Bad Laasphe zur Teilnahme aufgerufen.
„Ich finde es toll, dass so viele Menschen sich das als Zeichen gesetzt haben, auch heute.“ - Volker Sonneborn, Bürgermeister
Hoffnung für Rabbi
Rabbi Avigdor Nosikov aus Dortmund zeigte sich am Mikrofon von Radio Siegen sichtlich beeindruckt von der Solidarität im ländlichen Raum. Er betonte, dass solche Zeichen der Gesellschaft gegen den Hass ihm wieder „Freude und Ruhe“ geben würden. In Westfalen-Lippe gebe es heute zwar nur noch zehn jüdische Gemeinden, aber immer noch 250 Friedhöfe als stumme Zeugen der Geschichte.
„Das ist krass. Ich war total überrascht.“ - Avigdor Nosikov, Rabbi
Schock beim Bauhof
Bürgermeister Volker Sonneborn schilderte im Gespräch mit Radio Siegen seine tiefe Bestürzung über das Ausmaß der Zerstörung. Unbekannte hatten auf dem Friedhof Gräber umgegraben und Steine umgestoßen, zudem wurde der Davidstern am Mahnmal abgebrochen. Dank der schnellen Hilfe des Bauhofs und lokaler Firmen konnte das Mahnmal pünktlich zur Mahnwache wieder instand gesetzt werden.
„Ich war schockiert und auch, dass es sich dann noch mal wiederholt hatte, das war schon schockierend und hat mich fassungslos gemacht.“ - Volker Sonneborn, Bürgermeister
Mahnung für Zukunft
Die Stadt will auch in Zukunft verstärkt auf Bildungsarbeit in Schulen setzen, um antisemitischen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Mahnwache wurde bewusst auf den Tag des wöchentlichen Friedensgebets gelegt, um unabhängig vom kommenden Gedenktag der Reichspogromnacht ein aktuelles Zeichen zu setzen. Für die Teilnehmer steht fest: Der Zusammenhalt in Bad Berleburg ist stärker als der Hass.
„Diese Menschen können so viel Vielfalt und Freude in unser Land bringen, und sie sind nicht mehr da.“ - Avigdor Nosikov, Rabbi