
Acht Jahre nach der Auswilderung einer Wisentherde im Rothaargebirge bei Bad Berleburg stellen das Land NRW, der Kreis Siegen-Wittgenstein sowie der Trägerverein des Artenschutzprojektes heute eine lang erwartete Studie vor. Seit Jahren gibt es um das Projekt Streit, weil die Waldbauern im benachbarten Sauerland große finanzielle Schäden beklagen. Die frei umherziehenden Herde frisst die Baumrinden auf ihren Grundstücken ab. Mehrere Gerichte bis zu Bundesrichtern in Karlsruhe haben sich schon mit dem Streit beschäftigt. Vertraglich war vereinbart worden, dass über die Zukunft des Projektes entschieden wird, wenn die Phase der Freisetzung der Tiere wissenschaftlich ausgewertet ist. Das Ergebnis des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) an der Tierärztlichen Hochschule Hannover wird bei einer Pressekonferenz mit NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in Bad Berleburg präsentiert. Wisente sind die größten Landsäuger Europas. Nachdem die Tiere in Deutschland lange als ausgerottet galten, ist im Rothaargebirge Deutschlands einzige frei lebende Wisentherde angesiedelt worden.