
Im Hüttensaal der Siegerlandhalle in Siegen ist heute der sogenannte „Burbach-Prozess“ fortgesetzt worden. Es gibt noch zehn Angeklagte. Im Verfahren geht es um Vorfälle in der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft in Burbach. Dort sollen Bewohner von Security-Mitarbeitern misshandelt worden sein. Heute hat die Erste Große Strafkammer des Landgerichts Siegen auch eine 28jährige Frau als Zeugin befragt. Sie verbrachte im Jahr 2014 zusammen mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter einen Monat in der Unterkunft. Die Hausfrau erinnerte sich noch gut an einen Abend, an dem sie und ihr Mann laut gestritten haben. Drei Security-Leute seien dann ins Zimmer gekommen, hätten ihren Mann geschlagen, zu Boden geworfen und einen Fuß auf seinen Hals gestellt. Dann sei er eine Nacht im Haftzimmer eingesperrt worden. Auf Fotos und unter den Angeklagten im Saal erkannte sie Beteiligte wieder. Über einen Wachmann sagte sie: „Ein richtig schlechter Mann. Er hat immer gleich geschlagen – auch meinen Mann“. Es gab kritische Nachfragen von Verteidigern. Weil die 28jährige nicht alles genau verstand, sprang Richter Dr. Fadi Al Debi als Dolmetscher ein. Der Prozess wird am 27. Juli fortgesetzt.