
Es war die Top-Meldung der vergangenen Woche: die Autobahn GmbH hat den Auftrag für den Neubau der Talbrücke Rahmede an der A 45 bei Lüdenscheid vergeben. Mitte 2026 – also in drei Jahren – soll ein erstes Brückenteil für den Verkehr freigegeben werden. IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener sagte im Radio-Siegen-Interview, die Auftragsvergabe sei gut – aber insgesamt sei die Situation heute schlimmer als zur Zeit der Brückensperrung. Viele Unternehmen im Kammerbezirk hätten Fachkräfte verloren. Radio-Siegen-Hörerin Anja Hey aus Wenden schrieb uns bei facebook, dass auch sie dazu zählt. Nach fast zwölf Jahren habe sie den Arbeitgeber gewechselt, weil sie immer länger für die Fahrt zur Arbeit brauchte. Stark betroffen von der Brückensperrung ist auch die Krombacher Brauerei. Von Krombach aus werden ährlich rund 6 Millionen Hektoliter Getränke ausgeliefert. Rund die Hälfte davon geht in den Norden, in Regionen, die über die A 45 zu erreichen sind. Logistikleiter Michael Kröhl spricht von 60 000 LKW-Ladungen. Krombacher verschickt nun mehr Getränke per Bahn. Am Radio Siegen-Telefon sagte Michael Kröhl: "Für mich ist es frustrierend, zu erleben, dass wir eine Infrastruktur auf der Straße haben, die solche Zustände überhaupt möglich macht. Ich kann nur hoffen, dass nicht an anderen Brücken noch mal Ähnliches passiert. Das ist fatal und das trifft Unternehmen wirtschaftlich in Mark und Bein. Da müssen wird einfach auch wir in Deutschland in den nächsten Jahren einfach besser werden, dass wir solche Zustände in der Verkehrsinfrastruktur einfach nicht mehr vorfinden. Dafür muss jetzt viel Anstrengung unternommen werden".