
Vier Wochen Dauerarrest und 200 Sozialstunden - dieses Urteil hat gestern das Siegener Amtsgericht über einen jungen Mann gefällt. Der 20-jährige hatte im Mai 2018 und Oktober 2019 mit Cannabis und Ectasy gehandelt. Im Oktober 2019 hatte die Polizei dann neben den Drogen auch ein Einhandmesser und eine Softairpistole in seinem Auto gefunden. Einfach war der Fall für das Gericht nicht. Der Verteidiger nannte seinen Mandanten einen „ in der Welt verlorenen jungen Mann“. Die Jugendgerichtshilfe hat in der Verhandlung den traumatischen Weg des 20-jährigen nachgezeichnet: in Aleppo geboren, mit 13 alleine in die Türkei geflohen. Von da aus weiter nach Griechenland mit dem Boot. 2016 kam er dann nach Deutschland und hat dann angefangen Cannabis zu rauchen, um das Erlebte zu vergessen. Darum ist der junge Mann auch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt worden. Die vier Wochen Dauerarrest sollen ein Warnschuss sein, damit er merkt, dass seine Straftaten keine Kavalierdelikte waren, so die Richterin.