
Die Sperrung der Rahmede-Autobahntalbrücke bei Lüdenscheid wird für Unternehmen aus Siegen-Wittgenstein immer mehr zu einer Zerreißprobe. Die Industrie- und Handelskammer Siegen hat mit mehr als 50 Firmen aus unserem Kreis und dem Sauerland gesprochen und nach ihren Erfahrungen gefragt. Das Ergebnis: Die Belastungen für die Firmen sind massiv. Fast alle sind von steigenden Fahrt- und Personalkosten durch die langen Umwege betroffen.
Für den Zulieferer BIKAR-Metalle aus Bad Berleburg z.B. ist die Lage gerade eine Katastrophe. Das sagte uns Marketingleiter Jan Saßmannshausen. Täglich seien vom Werk in Bad Berleburg 10-15 LKW Richtung Ruhrgebiet oder den Niederlanden oder von dort hierher unterwegs. Aktuell habe man durch die Sperrung der Brücke schon rund 35.000 Euro Zusatzkosten.
Ähnlich erlebt das der Baumaschinen-Großhändler Weber aus Erndtebrück. „Das kann nirgendwo aufgefangen werden - außer, wenn wir die Preise erhöhen“, so Miteigentümer Jürgen Henrich im Gespräch mit Radio Siegen. Das Ganze sei ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für die Firma.
Bei der Druckerei mrd aus Freudenberg haben die ersten Mitarbeiter aus Hagen sogar schon gekündigt. Vorher hätten die Mitarbeiter einen Arbeitsweg von 40 Minuten gehabt, das habe sich auf zwei bis drei Stunden ausgedehnt, so Alexander Homrich von mrd gegenüber Radio Siegen. „Die Personalsituation mit Fachkräften ist ohnehin angespannt und das verschärft die ganze Situation jetzt noch“, so Homrich weiter.