
Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beginnt – und schon vor dem Anpfiff sorgt das Turnier für Diskussionen. Neben dem Sport stehen politische Themen wie Migration, Einreisebeschränkungen, internationale Konflikte und die Rolle von US-Präsident Donald Trump im Fokus.
Im Gespräch mit Radio Siegen ordnet Prof. Dr. Daniel Stein von der Universität Siegen die aktuelle Situation ein. Der Amerikanist war erst vor wenigen Wochen selbst in den USA und beschreibt die Stimmung im Land als angespannt. Viele Menschen seien verunsichert, manche hätten ihren Arbeitsplatz verloren und insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund machten sich Sorgen um ihre Zukunft.
Gleichzeitig sieht Stein die Weltmeisterschaft als Chance, Menschen zusammenzubringen. Sport könne verbinden und Gemeinschaft schaffen – auch in politisch schwierigen Zeiten. Dennoch dürften gesellschaftliche und politische Entwicklungen rund um das Turnier nicht aus dem Blick geraten.
Ein weiteres Thema war der Vorwurf des sogenannten Sportswashings. Große Sportereignisse könnten dazu beitragen, Probleme im Gastgeberland in den Hintergrund treten zu lassen. Deshalb sei es wichtig, auch während des Turniers kritisch hinzuschauen und unabhängigen Journalismus zu stärken.
Mit Blick auf die deutsche Nationalmannschaft rechnet Stein mit einem erfolgreichen Turnier, sieht aber andere Teams leicht im Vorteil. Sein Tipp auf den Weltmeistertitel: Frankreich.
