
Terminprobleme im Mammutverfahren "Burbach-Prozess"
Im sogenannten „Burbach-Prozess“ am Siegener Landgericht hat sich heute einer der vier verbliebenen Angeklagten zu den ihm vorgeworfenen Taten geäußert. Sein Anwalt verlas eine Stellungnahme. Zugegeben wurde, dass der ehemalige Wachmann mal einem Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Burbach eine Ohrfeige gegeben hat, weil der ihn angespuckt und bedroht hatte. Ansonsten sei er Bewohnern gegenüber nie aggressiv gewesen, sondern habe immer wieder Kollegen davon abgehalten, übergriffig zu werden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 12.05.2021 15:57
Kurz vor Abschluss des Mammut-Verfahrens „Burbach-Prozess“ am Siegener Landgericht gibt es Terminprobleme. Vermutlich können wohl erst Mitte Juni die Plädoyers gehalten werden. Die Urteilsverkündung ist für den 7. Juli ins Auge gefasst worden. Angeklagt sind noch vier Männer, die 2013/2014 in der Flüchtlingsunterkunft in Burbach gearbeitet und dort Bewohner eingesperrt und geschlagen haben sollen.
Heute hat einer der Verteidiger eine Erklärung seines Mandanten vorgelesen. Der Mann hatte als Security-Mitarbeiter in der Burbacher Flüchtlingsunterkunft gearbeitet. Eine Zeit, die er heute sehr bereue. Als er in Burbach angefangen habe, habe er sich sehr über die Lage dort gewundert. Kollegen einer anderen Sicherheitsfirma hätten es „sehr übertrieben“. Polizeibeamte seien rabiat vorgegangen und hätten gefordert, Flüchtlinge im sogenannten Problemzimmer unterzubringen, weil die Polizeizellen angeblich voll waren. Er selbst will nur einmal handgreiflich geworden sein, ein Bewohner bekam eine Ohrfeige, weil er den Wachmann angespuckt hatte. Der Prozess geht in zwei Wochen weiter.