
Sie arbeitet wie eine Hausarztpraxis, wird aber ehrenamtlich betrieben: im vergangenen Jahr haben die Ärzte, Pfleger und Helferinnen der Siegener „Malteser Ambulanz“ für Menschen ohne Krankenversicherung 85 Patienten betreut. 33 davon kamen erstmals in die Sprechstunde. Unter den Patienten, die zum ersten Mal kamen, war die Altersgruppe der 18- bis 40jährigen mit 16 Personen am stärksten vertreten. Acht Personen waren zwischen 41 und 60 Jahre alt, fünf waren älter; vier neue Patienten waren minderjährig. Es wurden 19 männliche und 14 weibliche Personen erstmals behandelt, von diesen waren sieben schwanger. Die weit überwiegende Zahl der neuen Patienten stammte aus Europa (acht aus Deutschland, vier aus dem übrigen EU-Raum und neun aus Nicht-EU-Ländern). Weitere neun Personen stammten aus Afrika und drei aus Asien. In der Ambulanz, die ähnlich ausgestattet ist wie eine gewöhnliche Hausarztpraxis, können Patienten anonym bleiben, wenn sie dies möchten. Es sind auch keine Terminvereinbarungen nötig oder möglich. All das soll die Hemmschwelle senken und sicherstellen, dass weder Scham noch Sprachschwierigkeiten oder Furcht vor Entdeckung die Betroffenen davon abhält, medizinische Hilfe aufzusuchen. Die einzige Voraussetzung zum Besuch der Praxis ist, dass die Patienten nicht krankenversichert sind. In der "Malteser Ambulanz" kümmern sich derzeit 20 ehrenamtliche Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Arzthelferinnen und eine Verwaltungsfachkraft um die Patienten und halten Kontakt zu kooperierenden Fachärzten und Krankenhäusern. Die Sprechstunden finden immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr im Häutebachweg 5 (Hintereingang Pfarrheim St. Marien) statt.