
Die Stadt Siegen schlägt Alarm: Sie hat keinen Wohnraum mehr für Geflüchtete. Das Soll hat Siegen längst erfüllt, sogar übererfüllt, trotzdem bekommt die Stadt vom Bund und vor allem vom Land weiter Menschen zugewiesen. Neben den Menschen, die aktuell vermehrt über die Balkanroute oder aus der Ukraine kommen, werden der Stadt auch weiter andere Geflüchtete zugewiesen. Insgesamt kommt Siegen im Moment auf gut 3700 Geflüchtete. Sie alle müssen untergebracht und betreut werden. „Die Lage ist dramatisch“, so Siegens Bürgermeister Steffen Mues. Die drei städtischen Pufferunterkünfte sind voll, privater Wohnraum ist quasi nicht mehr vorhanden. Man könne mittlerweile die Belegung von Turnhallen nicht mehr ausschließen, so Mues.
Bis dahin muss die Stadt sogar auf das Kreuztaler Stadtgebiet ausweichen. Sie nutzt das ehemalige Kredenbacher Krankenhaus als Unterkunft. Zudem werden Menschen im ehemaligen Gebäude der Albert-Schweitzer-Grundschule in Geisweid untergebracht.
Klare Forderungen des Bürgermeisters
Steffen Mues hat klare Forderungen: „Wir erwarten vom Land, dass Kommunen wie Siegen, die schon eine unglaubliche Vielzahl von Flüchtlingen betreuen und ihre Quote übererfüllen, nicht immer weiter Menschen zugewiesen bekommen“, so der Bürgermeister. Die Stadt bittet dringend alle sich zu melden, die im Stadtgebiet doch noch privaten Wohnraum entbehren können.