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Spektakuläre Flucht in Siegen endet vor Gericht
© Bernd Müller
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Spektakuläre Flucht in Siegen endet vor Gericht

Wegen seiner spektakulären Flucht nach einem Diebstahl in einem Siegener Supermarkt muss sich ein 36-Jähriger seit heute vor dem Siegener Landgericht verantworten. Insgesamt 6 Termine sind angesetzt, heute war der Auftakt.

Veröffentlicht: Dienstag, 19.04.2022 11:54

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Auftakt an der Supermarkt-Kasse

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So soll es sich laut Staatsanwaltschaft zugetragen haben: Im Januar des letzten Jahres habe Alexander G. im Kaufland in der Hagener Straße eine Spendenbox aufgebrochen. Darin waren Pfandbons, die er dann an der Kasse eingelöst habe. Wert: über 200 Euro. Er sagte vor Gericht selbst, er habe so seine Heroin-Sucht finanzieren wollen. Die Kassierin und eine Kollegin waren so verdutzt, dass sie ihn gar nicht aufgehalten haben. Dann ließ er sich ein Taxi rufen. Und erst als er darin saß, dämmerte es den mittlerweile vier Angestellten: Die Bons kamen aus der Spendenbox!

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Erster Schauplatz: Das Taxi

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Also haben die Frauen das Taxi angehalten und die Polizei gerufen. Der Angeklagte sprang aus dem Taxi und rannte weg. Der Taxifahrer fuhr hinterher, da stieg der Angeklagte wieder ins Taxi, drohte mit einer –Zitat- „Knarre“ und wollte zur Fludersbach gefahren werden. Und er hatte auch eine Schreckschusspistole dabei, hatte die aber da noch nicht gezeigt, so die Staatsanwaltschaft. Der Taxifahrer sagte, er habe sich zu keiner Zeit bedroht gefühlt.

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Zweiter Schauplatz: Die Fludersbach

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In der Fludersbach hat die Polizei das Taxi angehalten. Der Angeklagte sei also herausgesprungen und habe mit seiner Pistole ein Auto angehalten. Als die Insassen flüchteten, habe er das Auto geklaut, so die Staatsanwaltschaft. Kurz später sei er dann vor einen Zaun gefahren und kam nicht mehr weg. Also wollte er ein weiteres Auto mit der Pistole klauen. Der erste Fahrer flüchtete aber. Der Fahrer des dahinterfahrenden Autos drückte dann voll aufs Gas und fuhr ihn an. Erst dann konnte die Polizei ihn festnehmen.

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Der Protagonist kann sich nicht erinnern

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Der Angeklagte selbst sagt, er könne sich kaum noch erinnern. Das ist möglich, weil er zum Tatzeitpunkt laut eines Gutachtens unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden hat. Er war damals heroinsüchtig. Nach eigenen Angaben hatte er zum Tatzeitpunkt keinen festen Wohnsitz. Im Prozess gab er als seine Anschrift das Gefängnis an. Laut Polizeiarzt habe er bei der Festnahme nur 65 Kilogramm gewogen, bei 1,70 Körpergröße. Mittlerweile hat er augenscheinlich ein gesünderes Gewicht. Die Drogensucht gibt er auch als sein Motiv an: Mit dem Erlös der gestohlenen Pfandbons habe er Heroin kaufen wollen. Als er nach der Tat wieder nüchtern war, habe er zuerst gefragt, ob er jemanden getötet habe. Er sei immer noch selbst überrascht, wie weit er gegangen sei. Im Gerichtssaal entschuldigte er sich auch beim Taxifahrer.

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