
Stefan Fricke wird neuer 2. Beigeordneter der Stadt Freudenberg. Der Rat hat den 55-jährigen am Abend einstimmig für acht Jahre gewählt. Fricke wechselt aus dem thüringischen Arnstadt in den Flecken. Er soll seinen Dienst als Stadtbaurat zum nächstmöglichen Zeitpunkt antreten, voraussichtlich zum 1. März 2026.
Steuererhöhungen in Freudenberg
Einstimmig hat der Freudenberger Rat am Abend auch den Haushaltsplan für das Jahr 2026 beschlossen. Freudenberg rechnet im kommenden Jahr mit Einnahmen in Höhe von 44,5 Millionen Euro. 51,2 Millionen Euro sollen ausgegeben werden. Der Haushalt schließt mit einem Defizit in Höhe von 6,7 Millionen Euro ab. Die Folge: zum 1. Januar steigen in Freudenberg die Gewerbesteuer, die Vergnügungssteuer und die Hundesteuer.
16 Millionen Euro sollen investiert werden: in Um- und Anbauten der Esther-Bejarano-Gesamtschule, der Grundschule Freudenberg und der Grundschule Alchen ebenso wie die baulichen Maßnahmen im Bereich der Feuerwehren z. B. in Oberfischbach, Oberholzklau und Alchen. Zudem stehen 3 Feuerwehrfahrzeuge für mehr als 1 Million Euro in der Beschaffungsliste. Für die Kinder und Jugendlichen fließen Gelder in die Erneuerung der Skateanlage im Gambachtal, der Ertüchtigung des Spielplatzes am Marktplatz und der Neuanlage eines Spielplatzes in Lindenberg.
Julian Lütz: "Systemfehler"
Kämmerer Julian Lütz sagte im Rat, dass es durch Steuererhöhungen und Einsparungen gerade noch mal gelungen sei, einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen. Er sprach von einem Systemfehler. Es könne nicht sein, dass der größte Ausgabeposten – 20,5 Millionen Euro für die Kreisumlage - höher sei, als die beiden größten Einnahmeposten zusammen: die Grund- und die Gewerbesteuer.
Fraktionsstimmen zum Haushalt 2026
Daniel Knie, SPD: “Die nun begonnenen Anpassungen unserer kommunalen Steuern gefallen uns nicht, sind aber unausweichlich vorzunehmen. Wir werden nach Anhebung der Gewerbesteuer, der Hundesteuer und der Grundsteuer A mit den jeweiligen Steuer- und Hebesätzen im Mittelfeld der kreisangehörigen Kommunen liegen. Künftig wird es darum gehen, klug zu investieren. Klug sind Investitionen besonders dann, wenn sie zur Folge haben, dass laufende Kosten, wie z. B. Energiekosten danach deutlich gesenkt werden können.”
Christoph Reifenberger, CDU: “Es müssen jedoch auch andere Wege gefunden werden, die finanzielle Lage der Stadt auskömmlicher gestalten zu können. Es erscheint uns daher unerlässlich, mittelfristig die gemeinsam in Aussicht genommenen Gewerbeflächen zu realisieren.So können insbesondere bereits ansässigen Betrieben Erweiterungsmöglichkeiten geboten werden iund neue Betriebsansiedlingen ermöglicht werden. Seien wir ehrlich: Wenn wir Einrichtungen wie z. B. das Freibad erhalten wollen, müssen wir diese und andere Mehreinnahmen erzielen. Das ist in der Konsequenz im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger.”
Torsten Freda, FDP: “Jetzt haben wir den Salat, denn selbst wenn die späte Erkenntnis, dass wir dringend mehr Gewerbeflächen für mehr Gewerbesteuereinnahmen benötigen, hoffentlich dafür sorgen wird, nun gemeinsam Gas zu geben in Richtung neuer dringend benötigter Gewerbeflächen, so wird die Umsetzung länger dauern, als uns das Haushaltsrecht zugesteht. Und somit haben wir leider keine Alternative, als aktuell die Steuern nachzujustieren. Wir hätten es uns anders gewünscht!”
Erik Stinner, Grüne: “Wir werden alles daransetzen, übermäßige Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger zu beschränken. Dem Haushalt 2026 stimmen wir zu.”