
„Uns liegt kein Bescheid darüber vor.“ Das sagt Netphens Kämmerer Hans-Georg Rosemann zur Meldung, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages Geld für die Sanierung und Modernisierung der maroden Eissporthalle im Freizeitpark bewilligt habe. Gestern Nachmittag hatten heimische Bundestagsabgeordnete verbreitet, die Stadt Netphen bekomme vom Bund drei Millionen Euro. Anfang September hatte der Netphener Rat beschlossen, Gelder zu beantragen. Nachdem dann aber eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben hatte, dass die Halle Jahr für Jahr tiefrote Zahlen schreiben würde, kam im Dezember die Kehrtwende. Auf Antrag der UWG beschloss der Netphener Rat mit großer Mehrheit in geheimer Abstimmung, den gestellten Zuschussantrag zurückzuziehen. Am Radio-Siegen-Telefon versicherte Hans-Georg Rosemann, dass das auch geschehen sei. Man habe dem Zuschussgeber mitgeteilt, dass Netphen den Zuschuss nicht mehr in Anspruch nehmen möchte. Wie es trotzdem zur Zuschuss-Gewährung gekommen ist, könne man sich noch nicht erklären.
In einer Stellungnahme verweist die Stadtverwaltung darauf, dass erst einmal geprüft werden muss, ob die Bewilligung der Förderung mit Blick auf den Ratsbeschluss und die damit einhergehende Rücknahme des Förderantrages formell so umgesetzt werden kann. Eine Förderung gegen den erklärten Willen des Stadtrates wäre mehr als unüblich. Das Eisstadion sei weit über Netphen hinaus ein großer touristischer Anziehungspunkt. Daher stehe die Verwaltung weiteren Überlegungen grundsätzlich offen gegenüber. Kurzfristig sollen nun Gespräche mit den Fraktionen des Stadtrates aufgenommen werden, um gemeinsam zu überlegen, wie es mit Blick auf das Eisstadion weiter gehen kann.