
Prozessauftakt am Landgericht Siegen
Am Siegener Landgericht hat gestern der Mordprozess gegen einen heute 34jährigen Mann aus Lennestadt-Grevenbrück begonnen. Er soll Anfang Mai seinen Sohn getötet haben. Dann versuchte er, sich mit einem Sprung aus dem zweiten Stock das Leben zu nehmen.
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Es war eine schreckliche Entdeckung, die Feuerwehrmänner an einem Sonntagnachmittag Anfang Mai nach Löschen eines Wohnungsbrandes in Lennestadt-Grevenbrück machten: in der vom Feuer betroffenen Wohnung im zweiten Obergeschoss lag ein totes Kleinkind. Draußen vor dem Haus hatten sie bereits einen schwerverletzten Mann gefunden, der offensichtlich aus dem Fenster gesprungen war. Dieser Mann steht seit gestern in Siegen vor Gericht. Er ist wegen Mordes an seinem dreieinhalbjährigen Sohn angeklagt. An zwei hölzernen Achselgehstützen schleppt sich der Angeklagte in den Schwurgerichtssaal. Beim Sprung aus dem Küchenfenster im zweiten Stock wurde er schwer verletzt. Staatsanwalt Rainer Hoppmann verliest die Anklageschrift. Er wirft dem 34jährigen vor, seinen Sohn „grausam, heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln“ getötet zu haben. Der Vater hatte er den Jungen bei der von ihm getrennt lebenden Mutter in Attendorn abgeholt. Er würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit, legte ihn auf eine Matratze, die mit Brandbeschleuniger getränkt war und legte Feuer. Dann sprang der Marokkaner in die Tiefe: „Ich wollte in Deutschland sterben – am besten neben meinem Sohn“ stand in seinem Abschiedsbrief. Der Prozess wird am 20. November fortgesetzt. Der Angeklagte hat angekündigt, dass er sich dann äußern möchte.