
Im beschaulichen Lützeln wären im November letzten Jahres beinahe Todesopfer zu beklagen gewesen. Ein 89jähriger Mann soll versucht haben, seine Tochter und deren Lebensgefährten zu erschießen. Deshalb steht der Senior seit einiger Zeit in Siegen vor Gericht.Am Freitag haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Vorher ist noch ein psychiatrischer Gutachter angehört worden. Nach dem Tod seiner Frau sei der Mann immer weiter vereinsamt, sagt der Psychiater im Prozess aus. Der Facharzt hat mit dem Angeklagten gesprochen und seinen Zustand beurteilt. Er habe eine Vergiftung durch seine Tochter und ihren Partner herbeifantasiert und sich ausgegrenzt gefühlt. Ob der Schuss nun Absicht war, darüber herrscht Unklarheit. Der Angeklagte sagt im Gerichtssaal, der Schuss habe sich in einem Gerangel gelöst. Kurz nach der Tat klang das noch anders. „Ich musste die beiden töten!“ sagte er da laut Polizei-Protokoll. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft, der Verteidiger zwei Jahre auf Bewährung. Die Erste Große Strafkammer will das Urteil in dem Strafprozess am 5. Mai verkünden.