
Die Planungen für die neue Siegtalbrücke bei Siegen haben einen wichtigen Fortschritt gemacht. Wie die Autobahn Westfalen mitteilt, fallen die Ergebnisse von Untersuchungen des Baugrunds deutlich besser aus als erwartet. Das könnte den Bau der neuen Brücke erleichtern und beschleunigen.
„Die Ergebnisse haben uns sehr positiv überrascht“, sagt Verena Carl, Teamleiterin der Autobahn Westfalen in Netphen. Nach den aktuellen Erkenntnissen müssen die Fundamente für die neuen Brückenpfeiler deutlich weniger tief in den Boden reichen als ursprünglich angenommen. Die Länge der sogenannten Bohrpfähle kann demnach um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Insgesamt würden dadurch rund 860 Meter Pfahllänge eingespart. Nach Angaben der Autobahn Westfalen bringt das mehrere Vorteile mit sich: Die Baugruben können kleiner ausfallen, der Materialbedarf sinkt und die Bauzeit kann verkürzt werden.
Aufwendige Tests unter der Brücke
Um die Tragfähigkeit des Untergrunds genau zu untersuchen, wurden im vergangenen Jahr unter der bestehenden Siegtalbrücke zwei Probepfähle aus Beton hergestellt. Mit einem rund 100 Tonnen schweren Bohrgerät wurden die Pfähle etwa 25 Meter tief in den Boden eingebracht. Sie haben einen Durchmesser von 1,30 Metern. Anschließend wurden die Pfähle mit Messgeräten ausgestattet und unter hohem Druck belastet. Sensoren registrierten dabei selbst kleinste Veränderungen im Boden. Auf diese Weise konnten die Fachleute das tatsächliche Verhalten des Untergrunds unter realistischen Bedingungen überprüfen.
Pfeiler müssen enorme Lasten tragen
Die neuen Brückenpfeiler werden später große Lasten aufnehmen müssen. Jeder der insgesamt sechs Pfeiler soll rund 15.000 Tonnen tragen. Dafür werden sogenannte Bohrpfähle eingesetzt. Diese tief im Boden verankerten Stahlbetonkonstruktionen leiten die Lasten der Brücke in besonders tragfähige Bodenschichten ab. Die nun vorliegenden Testergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für die weitere Planung der neuen Siegtalbrücke und könnten dazu beitragen, das Bauprojekt effizienter umzusetzen.