
Der Abtransport von Menschen in Güterzügen oder Viehwaggons – dieses Bild symbolisiert wie wenige andere das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Wer in der Nazi-Zeit in einer Jüdin oder einem Juden verheiratet war, sprich in einer Mischehe lebte, musste damit rechnen, ebenfalls deportiert zu werden. Die Züge, die diese Menschen ab 1942 von Siegen aus in Konzentrationslager, Arbeitslager und Ghettos brachten, fuhren von Gleis 4. Schon länger erinnerte hier eine kleine Tafel an die vielen Schicksale. Gestern Abend wurde an gleicher Stelle nun eine neue Gedenktafel enthüllt. Der Ort sei richtig gewählt, so Siegens Bürgermeister Steffen Mues gegenüber Radio Siegen. Es sei wichtig, an die dunkelste Zeit Deutschlands zu erinnern und es sei eine Mahnung an alle, wohin Diktatur auch in Zukunft führen könne, so Mues.