
Im März 2024 hatte der Kreistag entschieden, sich nicht am damaligen Prozess der Landesregierung zur Einrichtung eines zweiten Nationalparks in NRW zu beteiligen. Dafür gab es vor allem zwei Gründe: die sehr knappe Frist und inhaltlich offene Fragen, die so schnell nicht zu klären waren. Allerdings hatten die Kreistagsfraktionen auch deutlich gemacht, dass sie das Thema nicht endgültig zu den Akten legen, sondern sich später noch einmal in aller Ruhe mit dieser Frage beschäftigen wollten.
In den vergangenen Monaten hat die Kreisverwaltung mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr (MUNV) des Landes Nordrhein-Westfalen über viele inhaltliche Fragestellungen gesprochen und einen Fahrplan auf dem Weg hin zu einer möglichen Entscheidung über einen Nationalpark erarbeitet.
Im Kreistag geht heute Nachmittag darum, ob dieser Weg weiterbeschritten werden soll oder nicht.
Zu den Befürwortern eines Nationalparks in Siegen-Wittgenstein zählen die Grünen und verschiedene Natur- und Umweltschutzverbände. Sie sehen Vorteile für die Artenvielfalt und - mit Blick auf die Erfahrungen in Regionen, die einen Nationalpark haben - auch für die Wirtschaft.
Viele heimischen Unternehmer sehen eher eine Gefahr für die heimische Wirtschaft.
Der mögliche Nationalpark auf dem Rothaarkamm würde grob zwischen Hilchenbach-Lützel und Netphen-Hainchen und zum überwiegenden Teil im Staatsforst liegen. Er dürfte mit mehreren Mio. Euro pro Jahr gefördert werden.