
Der Rat der Stadt Hilchenbach hat gestern mit deutlicher Mehrheit "grünes Licht" für das Entstehen eines Nahwärmenetzes in Müsen gegeben. Dafür wurde der Bebauungsplan "Auf dem sauren Stück" geändert. Anwohner hatten versucht das zu verhindern. Eine Bürgergenossenschaft will – in direkter Nähe zu Wohnhäusern – einen großen Solarpark errichten und einen Langzeitspeicher für geernteten Sonnenstrom.
Die Anlage soll im Sommer gewonnene Energie speichern, um die Häuser im Winter nachhaltig zu heizen. Damit will die Genossenschaft einen Beitrag zum Klimaschutz und zur lokalen Wärmewende leisten.
Kritik der Nachbarn
Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand in der Müsener Bevölkerung. Anwohner befürchten eine Lärmbelästigung durch die technischen Anlagen und störende Reflexionen der Spiegelflächen. Zudem sorgen sich viele Bürger um das Landschaftsbild direkt gegenüber der bewohnten Straßen. Die Kritiker haben bereits Unterschriften gesammelt, um das Projekt im Stadtrat doch noch zu stoppen.
Die Entscheidung des Rats bedeutet keinen sofortigen Baustart. Der Beschluss leitet zunächst das offizielle Bebauungsplanverfahren für das betroffene Gebiet ein. In diesem Rahmen müssen Gutachten zum Umwelt- und Artenschutz erstellt werden, um die Auswirkungen zu prüfen. Auch die Öffentlichkeit wird im weiteren Verlauf offiziell an den Planungen beteiligt.
Untersuchung der Folgen
Zusätzlich zu den Umweltberichten steht im Raum, ob weitere spezielle Lärmgutachten erforderlich sind. Die Stadtverwaltung betont, dass die technische Ausgestaltung im weiteren Verfahren noch konkretisiert wird. Erst nach Abschluss aller Prüfungen und Beteiligungen steht fest, ob und wie der Speicher gebaut werden kann. Die Abstimmung gilt daher als erste wichtige Weichenstellung für die Zukunft der Dorfwärme.