
MVZ in Kaan-Marienborn für immer dicht
Das MVZ in Kaan-Marienborn schließt am 30. September seine Pforten. Das Klinikum Siegen als Träger reagiert damit auf eine angeblich schwierige Personalsituation und schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Veröffentlicht: Freitag, 24.07.2026 13:06
Für die über 2.000 betroffenen Patienten gibt es aber bereits eine Lösung am Klinikum-Campus in Weidenau.
Gründe für das Aus
Das Klinikum Siegen nennt gegenüber Radio Siegen vor allem die schwierige Personalsituation in der hausärztlichen Versorgung als Grund für die Schließung. Zudem hätten die neue Gesundheitsreform der Bundesregierung und wirtschaftlicher Druck die Lage der Krankenhäuser spürbar verschlechtert. Ein dauerhaft wirtschaftlicher Betrieb der Praxis in Kaan-Marienborn sei unter diesen Bedingungen nicht mehr möglich.
Hilfe für Patienten
Die bisherigen Patienten des MVZ müssen sich nach Angaben des Klinikums jedoch keine Sorgen um ihre Weiterbehandlung machen. Sie können sich ab sofort an die Hausarztpraxis am Klinik-Campus in Weidenau wenden. Dieser Standort liegt rund fünfzehn Minuten von Kaan-Marienborn entfernt und biete eine enge Vernetzung mit spezialisierten Fachkliniken.
Hausbesuche gesichert
Der bisherige Leiter der Praxis in Kaan-Marienborn, Heinz-Peter Wagner, wird sich auch nach der Schließung um einen Teil seiner Patienten kümmern. Er wechselt in eine andere Praxis und führt von dort aus weiterhin seine gewohnten Hausbesuche durch. Für viele ältere Patienten in Kaan-Marienborn bleibt damit eine wichtige Bezugsperson erhalten, sagt uns Wagner im Telefonat mit Radio Siegen.
Die Praxis übernehmen werde er nicht, so Wagner. Man habe ihm das Angebot zwar gemacht. Doch nach Rücksprache mit Steuerberater und Anwalt habe er sich dagegen entschieden. Außerdem fühle er sich mit 71 Jahren zu alt dafür. Wagner widerspricht auch der Darstellung des Klinikums, dass die personelle Situation schwierig sei. Man habe genügend Personal und auch nie Probleme gehabt, während Urlaubs- und Krankheitszeiten Ersatz zu finden.
Fokus auf Weidenau
Das Klinikum betont, dass die Schließung kein genereller Rückzug aus der hausärztlichen Versorgung ist. Stattdessen sollen vorhandene Ressourcen am Hauptstandort in Weidenau gebündelt werden. Ziel sei es, die medizinische Versorgung dort langfristig leistungsfähig und wirtschaftlich stabil aufzustellen.
Wie geht's weiter für Mitarbeitende?
Die Angestellten des MVZ in Kaan-Marienborn wurden bereits über das bevorstehende Ende der Praxis informiert. In individuellen Gesprächen prüft das Klinikum nun, welche Lösungen und neuen Einsatzmöglichkeiten es für die betroffenen Mitarbeiter gibt. Das Ziel sei es, den Übergang für das Team so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.