
Was ist dran an dem Vorwurf, dass ein Mitarbeiter der evangelischen Kirche im Siegerland über Jahrzehnte Jungen und junge Männer sexuell missbraucht haben soll? Dass sie diesem Verdacht in ihrer Siegener Zeit nicht nachgegangen war, war Deutschlands evangelische Kirchen-Chefin, Annette Kurschus, im vergangenen Herbst vor die Füße gefallen. Es folgte ein Rücktritt von allen Ämtern.
Damit will es die Evangelische Kirche aber nicht gutseinlassen. Das hatte sie zu Beginn des Jahres angekündigt und hält nun Wort. Sie hat ein externes Beratungs- und Prüfungsunternehmen beauftragt, den Vorwürfen nachzugehen. Strafrechtlich sind die Fälle verjährt, der Kirche sei es aber wichtig, widerfahrenes Unrecht auch jenseits einer strafrechtlichen Bewertung sichtbar zu machen, so Ulf Schlüter, der derzeit an der Spitze der Landeskirche von Westfalen steht, in einer Pressemitteilung heute Nachmittag.