
„Die Zahl der Arbeitslosen ist im April deutlich gestiegen, die Folgen der Pandemie machen sich wie erwartet nun auch in der statistischen Auswertung bemerkbar“, erklärt Daniela Tomczak, Leiterin der Siegener Arbeitsagentur. Die Zahl ist im Vergleich zum Vormonat um mehr als 1 200 Personen gestiegen und liegt jetzt wieder über 11 000. „Für gewöhnlich spüren wir im April eine Frühjahresbelebung, die die Arbeitslosigkeit sinken lässt. In diesem Monat ist es zu deutlich weniger Einstellungen gekommen als in den vergangenen Jahren und nur noch wenige Branchen melden offene Stellen“ erläutert sie. Die anhaltende Pandemie wirkt sich auch auf die Zahl der Anzeigen zur konjunkturellen Kurzarbeit aus. Seit Anfang März haben die Arbeitgeber aus nahezu allen Branchen verstärkt auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen, die Zahl der Anzeigen und der betroffenen Arbeitnehmer aus den Anzeigen ist auf ein Rekordniveau gestiegen. In der Zeit vom 1. März bis zum 26. April sind für den Agenturbezirk Siegen mehr als 3 900 Anzeigen eingegangen, betroffen wären 74 235 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Zum Vergleich: In der Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 wurden im Agenturbezirk Siegen im Jahr 2009 knapp 1 200 Anzeigen mit rund 39 000 Beschäftigten gestellt. Doch längst nicht jede angezeigte verkürzte Arbeit wird auch so umgesetzt. Die realisierte Kurzarbeit erfährt die Arbeitsagentur erst mit Abrechnung durch die Arbeitgeber.