
„Wir werden die Sprengung noch in diesem Jahr durchführen.“ Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat Montagabend in Siegen versprochen, dass die marode A 45-Talbrücke bei Lüdenscheid noch in diesem Jahr gesprengt wird. Die Industrie- und Handelskammer Siegen hatte den FDP-Politker als Gastredner zu ihrem traditionellen Jahresempfang geladen. Nach diesem Versprechen von Volker Wissing gab es Applaus im Saal.
4000 marode Brücken in Deutschland
Überhaupt solle jetzt alles ganz schnell gehen. Aber auch nicht zu schnell. Bei zu einfachen Verfahren könnten Klagen den Bau in die Länge ziehen. Damit sich so eine Katastrophe nicht wiederholt, sollen jetzt vierhundert Brücken im Jahr erneuert oder saniert werden. Doppelt so viele wie bisher. In Deutschland drohe 4 000 Brücken ein ähnliches Schicksal. Wissing nannte das eine Bedrohung unseres wirtschaftlichen Erfolges. Er habe die Rahmede-Talbrücke zur Chefsache gemacht, sagte Wissing. Er kümmere sich nahezu täglich um den Wiederaufbau. Auch der Wiederaufbau solle schnell gehen, so Wissing: er und das Fernstraßenbundesamt würden gerade einen rechtssicheren Rahmen für ein schnelleres Verfahren schaffen. „Machen, machen, machen. Und das so schnell wie irgendwie möglich“, sei sein Motto.
Kein Wort zu Entschädigungszahlungen
Nicht in der Rede erwähnt: Schnelle Entlastungen, wie etwa ein finanzieller Nachteilsausgleich wie ihn die IHK fordert. Vor rund 1 500 Gästen in der Siegerlandhalle forderten IHK-Vertreter Entschädigungen für die Unternehmen in der Region. Sie würden wegen der Autobahnsperrung Milliardenverluste machen. „Wir sind in diese Situation unverschuldet hineingeraten.“ Mit diesem Argument unterstrich IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die Forderung nach einem Nachteilsausgleich. Man wolle Wissing bald einen Vorschlag dazu vorlegen. Der Minister selbst antwortete darauf nicht.