
„Der eskalierte Iran‑Konflikt und die damit sprunghaft gestiegenen Energiepreise haben den zu Jahresbeginn erkennbaren Hoffnungsschimmer auf Wachstum zunichtegemacht. Gleichwohl stehen die Unternehmen in unserer Region aktuell noch auf einem erfreulich robusten Fundament. Dieses gerät jedoch mit jeder weiteren Krisensituation zunehmend unter Druck.“ Mit diesen Worten hat IHK‑Vizepräsident Christian F. Kocherscheidt die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage seiner Kammer heute Vormittag eingeordnet. An der Umfrage beteiligten sich 429 Unternehmen mit mehr als 34.000 Beschäftigten aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungsgewerbe in den Kreisen Siegen‑Wittgenstein und Olpe.
Heimische Wirtschaft tritt auf der Stelle
"Der ermittelte Konjunkturklimaindex ist so etwas wie der Pulsschlag der heimischen Wirtschaft", ergänzte Hauptgeschäftsführer Thilo Pahl die Kernzahl der Umfrage. Für die Bewertung der Lage verwertet man nur die extremen Noten-Rückmeldungen der Unternehmen. Stellt man "gut" und "schlecht" aktuell gegenüber kommt man auf einen Wert von -1. Er liegt damit seit drei Jahren im negativen Bereich.
Was Hoffnung macht
Zwei Punkte fallen dennoch positiv auf. Erstens: Industrie, Groß‑ und Einzelhandel sowie das Dienstleistungsgewerbe melden eine stabilere Lage als zuletzt. Und zweitens scheinen unsere Unternehmen etwas besser als der Bundesschnitt durch die Krise zu kommen.
Ihren Anteil daran haben u.a. das Auslandsgeschäft, das offenbar wieder etwas besser läuft und das Baugewerbe, das ebenfalls positive Signale sendet.
Interessant: Die in den Vorjahren oft genannten Punkte Fachkräftemangel und Verkehrsinfrastruktur wurden in der aktuellen Umfrage kaum noch bemängelt. "Andere Schmerzen seien derzeit einfach größer", kommentierte Pahl dieses Ergebnis.
Was Sorgen macht
So schlecht wie nie geht es mit Blick auf die Konjunktur-Umfrage den heimischen Gastro-Betrieben.
Sorge mache aber auch der Blick in die Zukunft. Der Standort Deutschland sei weiterhin zu teuer, zu langsam und zu kompliziert. Zudem fehle es weiterhin an Planungssicherheit. Dadurch würde kaum noch investiert. Ein Drittel der Unternehmen rechnet zudem mit sinkenden Beschäftigungszahlen

