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Heftige Kritik am Wegfall der kostenlosen Corona-Tests
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Heftige Kritik am Wegfall der kostenlosen Corona-Tests

Der Wegfall der kostenlosen Corona-Tests hat in Siegen-Wittgenstein heftige Kritik ausgelöst. Viele befürchten nun eine noch höhere Dunkelziffer bei den Infektionen.

Veröffentlicht: Freitag, 01.07.2022 03:55

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Einen Tag nach dem Wegfall der generell kostenlosen Bürgertests ist die Kritik in Siegen-Wittgenstein groß. Die Corona-Schnelltests sind nur noch für bestimmte Gruppen kostenlos. Dazu gehören z.B. Infizierte, die sich freitesten wollen, chronisch Kranke, die daher zu einer Risikogruppe gehören oder Besucher von Altenheimen oder Krankenhäusern. Andere Gruppen müssen wiederum drei Euro bezahlen. Die meisten werden den vollen Preis des Tests aber nun selbst tragen müssen. Meistens sind das rund 10-12 Euro.

Die Dunkelziffer bei den Corona-Infektionen dürfte damit deutlich steigen, sagte Andreas Willmann von der Rathaus-Apotheke in Wilnsdorf im Gespräch mit Radio Siegen. Er glaubt, dass die Kosten viele vom Testen abhalten. Die Inzidenz sei schon jetzt in Wirklichkeit deutlich höher als die Zahlen zeigen, so Willmann. Es sei grob fahrlässig, dass man nun viele Menschen, die ansteckend seien, draußen rumlaufen lasse. Um das zu verhindern, wird Willmann in seiner Apotheke die Tests auch weiterhin kostenlos anbieten.

Das Testzentrum in Niederschelden kommt den Kunden ebenfalls etwas entgegen und rechnet die Gebühren nicht immer ab. Wenn jemand z.B. auf ein Konzert möchte und das Ticket vorlegt oder eine rote WarnApp hat, muss er die drei Euro für einen Test nicht zahlen. Andere ziehen aus der Situation wiederum härtere Konsequenzen. Beatrix Dillmann von der Arkaden Apotheke in Erndtebrück sagt z.B., sie werde ihr Testzentrum nach Möglichkeit offenhalten, müsse aber von Woche zu Woche entscheiden, ob das unter diesen Umständen überhaupt noch Sinn mache. Die Hof Apotheke in Bad Berleburg will gar keine Tests mehr anbieten.

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