
Rettungskräfte werden eigentlich gerufen, um denen zu helfen, die in einer Notlage sind. Immer häufiger sehen sie sich aber selbst Angriffen ausgesetzt. Das zeigt eine Studie des Deutschen Roten Kreuzes. Rund ein Drittel der befragten Sanitäter gab an, bei der Arbeit schon Opfer von körperlicher Gewalt geworden zu sein. Auch für Rettungskräfte in Siegen-Wittgenstein sind Übergriffe, Beleidigungen und Beschimpfungen keine Seltenheit. Rüdiger Schmidt ist Leiter des DRK-Rettungsdienstes im Kreis. Er macht dafür zum Teil TV-Serien und damit verbundenes unrealistisches Anspruchsdenken verantwortlich. Die Menschen würden glauben zu wissen, was wann und wie zu laufen habe, so Schmidt. Auch Polizisten und Feuerwehrleute sehen sich nicht selten Angriffen ausgesetzt. Das bestätigt Matthias Ebertz, Leiter der Feuerwehr Siegen. Er ist der Meinung, dass härtere Strafen hier etwas bewirken könnten. Bei der Polizei zumindest hat der Gesetzgeber schon reagiert. Seit 2018 gibt es den Tatbestand „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte“.