
Heute (14. März 2025) hat in Nordrhein-Westfalen eine große Übung der Bundeswehr begonnen. Den Auftakt hat Siegen-Wittgenstein gemacht. Diese und drei weitere Übungen werden vom Landeskommando Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf koordiniert. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Kräften im Krisenfall zu optimieren.
Übungsszenario
Geübt wurde heute im Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz des Kreises Siegen-Wittgenstein. Zum Übungsszenario gehörten Starkregen, Orkanböen und Hochwasser – dazu liegengebliebene Fahrzeuge, eine gesperrte Brücke und NATO-Kräfte, die zur Hilfe eilen. Infos und aktuelle Lageberichte wurden gebündelt beim Kreisverbindungskommando gesammelt. An der Übung beteiligt waren heute vier Soldaten. Insgesamt können aber bis zu zehn Reservisten der Bundeswehr in einem Kreisverbindungskommando arbeiten. Sie geben die Infos dahin weiter, wo sie gebraucht werden - etwa zur Feuerwehr, zur Polizei oder zum Technischen Hilfswerk.
Reservisten im Einsatz
Brigadegeneral Müller erklärt: „Mit dieser Regionalübung überprüfen und stärken wir die Leistungsfähigkeit unserer Bezirks- und Kreisverbindungskommandos. Solche Übungen sind entscheidend, um im Ernstfall schnell und richtig zu handeln.“ Der Leitspruch „Vor der Krise Köpfe kennen“ verdeutlicht die Bedeutung der Übungen: Im Katastrophenfall zählt jede Minute. Die Verbindungskommandos sind die Schnittstelle zwischen ziviler und militärischer Seite. Reservisten, die in ihren Regionen gut vernetzt sind, besetzen diese Kommandos. Sie erfassen den Bedarf der zivilen Behörden, beraten sie und prüfen, wie militärische Unterstützung geleistet werden kann.
Zivil-Militärische Zusammenarbeit
Das Landeskommando Nordrhein-Westfalen koordiniert die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Bundesland. Fünf Bezirks- und 54 Kreisverbindungskommandos unterstützen die Regierungsbezirke, Landkreise und kreisfreien Städte. Zusätzlich gibt es Verbindungskommandos im Innenministerium sowie in Belgien und den Niederlanden, bedingt durch die Grenzlage. Diese Kommandos beraten zivile Behörden in Sicherheitsfragen und bei der Amtshilfe. Bei Aktivierung sind sie rund um die Uhr einsatzbereit. Jedes Kommando besteht aus zehn Dienstposten und kann im Schichtbetrieb arbeiten. Im Einsatzfall ruhen ihre zivilen Berufe.