
In den letzten Wochen und Monaten hat Radio Siegen häufig über zwei von der Abschiebung bedrohte Familien aus Siegen-Wittgenstein berichtet. Montagabend waren ihre und andere Fälle Thema bei einer Podiumsdiskussion in der Siegener Martinikirche. Es ging darum, wie gut integrierte Geflüchtete eine Bleibeperspektive bekommen können. Die deutschen Gesetze machen es Geflüchteten nicht einfach, und die Kreisausländerbehörde auch nicht. Diesen Eindruck bekam man als Zuhörer. Eine ehrenamtliche Integrationslotsin erzählte von einem großen Misstrauen der Beamten gegenüber Geflüchteten. Horst Löwenberg vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sieht das ähnlich: Die Behörde suche nur nach Argumenten für eine Abschiebung, nicht aber dagegen. Landrat und Behördenleiter Andreas Müller hielt dagegen: In den Fällen, die im Amt landeten, habe das zuständige Bundesamt die Abschiebung schon beschlossen. Ihm seien die Hände gebunden.