
Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Siegen hat sich in einer Stellungnahme aus aktuellem Anlass ausdrücklich an die Seite von homosexuellen Menschen gestellt. Bei der Synode am Mittwoch in Wilgersdorf wurden Diskriminierung und Versuche der Therapierung von homosexuellen Menschen verurteilt. „Wir stellen uns gegen jegliche Form der Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegenüber gleichgeschlechtlich liebenden und lebenden Menschen“, heißt es in einer Stellungnahme, die die Kreissynode als oberstes Leitungsorgan des Kirchenkreises mehrheitlich beschloss. „Wir verurteilen entwürdigende, manipulative Praktiken wie die "Konversionstherapie‘, die unter dem Deckmantel der Seelsorge homosexuellen Menschen unendlich viel Leid zugefügt hat und noch zufügt.“ Homosexualität sei integraler Bestandteil der Persönlichkeit, nicht Symptom eines tieferliegenden, therapierbaren und heilbaren Konflikts. „Gott liebt bedingungslos jeden Menschen, so wie er ist.“ Anlass für die Stellungnahme war ein Pressebericht über eine Veranstaltung des Netzwerks „Bibel und Bekenntnis“ am 16. November in Siegen, auf dem sich Redner dem Bericht zufolge unter anderem für eine Therapie von homosexuellen Menschen ausgesprochen hatten. Der Kirchenkreis verwies in seiner Stellungnahme auf den Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen, die in der vergangenen Woche die evangelische Trauung für gleichgeschlechtliche Ehepaare kirchenrechtlich ermöglicht hat. Dafür hatte die Siegener Kreissynode bereits im Juni mehrheitlich gestimmt.