
Eine Gedenktafel erinnert nun an die 2002 verstorbene Gewerkschafterin und Politikerin Waltraud Steinhauer aus Siegen. Unter dem Motto „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ fand deshalb am Sonntag vor dem Gebäude der IG Metall in der Donnerscheidstraße eine Feierstunde für die verdiente Persönlichkeit der Siegener Stadtgeschichte statt.
Anstoß durch Gewerkschaftsfrauen
Den Anstoß für die Gedenktafel hatte ein Initiativantrag einer Gruppe von Siegener Gewerkschaftsfrauen gegeben. Den Initiatorinnen ist eine dauerhafte und stärkere Sichtbarkeit von Frauen im Siegener Stadtgebiet wichtig. Der Rat der Stadt Siegen hatte im November 2023 die Anbringung von Gedenktafeln für Waltraud Steinhauer sowie die Pädagogin und Kommunalpolitikerin Hedwig Heinzerling beschlossen.
"Eine Pionierin und Kämpferin"
Waltraud Steinhauer wurde 1925 in Velbert geboren. Sie war seit 1953 im Siegerland heimisch und langjährige Vorsitzende der SPD-Fraktion im Siegener Rat. Siegens stellvertretende Bürgermeisterin Angela Jung: „Sie war eine Pionierin, eine Kämpferin und eine Stimme der Gerechtigkeit. Ihr Leben und Wirken stehen symbolisch für den Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und die Würde der arbeitenden Menschen.“
Erste Vorsitzende eines DGB-Bezirks
Steinhauer war von 1956 Siegener Stadtverordnete und zwischen 1969 bis 1974 stellvertretende (ehrenamtliche) Bürgermeisterin der Stadt Siegen. Von 1974 bis 1990 gehörte Waltraud Steinhauer zudem als Abgeordnete für den Kreis Siegen-Wittgenstein dem Deutschen Bundestag an. Teilweise parallel zu ihrem Mandat im Bundestag war Frau Steinhauer von 1966 bis 1985 Mitglied des Kreistages. Aus ihrem Werdegang sticht außerdem hervor, dass sie 1965 als erste Frau Vorsitzende eines DGB-Bezirks (Siegen) wurde und kurz nach ihrem Einzug in den Bundestag in den Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion gewählt wurde.
Mitglied in zahlreichen Ausschüssen
Auf kommunalpolitischer Ebene war sie aufgrund ihrer sozial- und kulturpolitischen Expertise Mitglied in zahlreichen Ausschüssen. Als Mitglied des gemeinsamen Ausschusses Kommunale Neugliederung übte sie Einfluss auf die 1975 erfolgten Eingemeindungen aus, die die Großstadt Siegen bildeten.