
Vier verschiedene Konzepte zeigen nun, wie dieses Gedenken am Supermarkt aussehen könnte.
Historie in Siegen
In der Siegener Fludersbach befand sich von 1942 bis 1945 ein Hilfskrankenhaus für Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Das Ziel der Einrichtung war es, die erkrankten Menschen möglichst schnell wieder für die Arbeit fit zu machen. Heute entsteht auf dem ehemaligen Kaufland-Gelände ein moderner EDEKA-Supermarkt.
Vorschlag 1: Opfer
Der Entwurf von Sarah Bock stellt die Schicksale der Opfer in den Mittelpunkt. Drei Stelen neben dem Markteingang sollen die Namen von über 200 Verstorbenen nennen und über die Historie informieren. Zudem markieren Betonstreifen im Asphalt die Lage der ehemaligen Baracken auf dem Gelände.
Idee: Zeitstrahl
Gizem Sarak schlägt einen Zeitstrahl vor, der direkt in den Boden des Fußwegs eingelassen wird. Acht Stelen aus Cortenstahl begleiten diesen Weg von der Zufahrt bis zum Eingang des Marktes. Kurze Texte und historisches Bildmaterial sollen die Besucher beim Gehen über die Ereignisse informieren.
Blick auf Betriebe
Ein dritter Vorschlag von Jana Parzinski beleuchtet die Rolle der heimischen Industrie während der NS-Zeit. Auf kleinen Stelen auf dem Parkplatz werden verschiedene Branchen und Siegerländer Betriebe genannt, die Zwangsarbeiter beschäftigt haben. Damit wird die weite Verbreitung der Zwangsarbeit in der Region verdeutlicht.
Erhalt alter Türen
Das Konzept von Seyedehshirin Ghaderiafshar nutzt originale Bauteile aus den heute noch existierenden Kelleranlagen des Krankenhauses. Zwei erhaltene Türen sollen in einem kleinen Informationspavillon an ihrem ursprünglichen Fundort wieder aufgestellt werden. So bleibt ein physisches Stück der Geschichte für die Öffentlichkeit erhalten.
Pläne für Siegen
Die Konzepte der Architektur-Studierenden liegen der Stadt Siegen sowie dem Unternehmen EDEKA bereits vor. Da die alten Kelleranlagen für neue Parkplätze weichen müssen, unterstützt der Supermarktbetreiber die Schaffung eines Gedenkortes ausdrücklich. Welcher Entwurf am Ende umgesetzt wird, entscheidet nun die Stadtverwaltung.



