Anzeige
Fünf Jahre Haft für Mutter aus Attendorn
© Bernd Müller (Symbolbild)
Teilen:

Fünf Jahre Haft für Mutter aus Attendorn

Im Prozess um das jahrelang in Attendorn eingesperrte Mädchen hat das Landgericht Siegen am Montag (04.05.) das Urteil verkündet. Die Mutter muss für fünf Jahre ins Gefängnis.

Veröffentlicht: Montag, 04.05.2026 14:55

Anzeige

Nach der Urteilsverkündung in Siegen wird das Ausmaß der jahrelangen Isolation im Sauerland noch einmal deutlich.

Anzeige

Haftstrafen

Anzeige

Das Landgericht Siegen hat die 49-jährige Mutter zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sie ihre Tochter über sieben Jahre lang im Haus der Großeltern versteckt hielt. Auch die Großeltern wurden verurteilt: Die Großmutter erhielt eine zweijährige Bewährungsstrafe als Mittäterin, während der Großvater wegen Beihilfe zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine Revision beim Bundesgerichtshof ist möglich.

Anzeige

Jahrelange Isolation

Anzeige

Laut den Ermittlungen war das Mädchen seit Juli 2015 komplett von der Außenwelt isoliert. Die Mutter hatte gegenüber Behörden und dem Vater vorgetäuscht, mit dem Kind in Italien zu leben, während sie sich tatsächlich im Kreis Olpe versteckten. In all diesen Jahren durfte das Kind das Haus niemals verlassen, besuchte keine Schule und hatte keinerlei Kontakt zu anderen Kindern. Die Mutter wollte das Kind laut Anklage ganz für sich alleine haben und dem Vater den Kontakt verweigern.

Anzeige

Folgen für das Kind

Anzeige

Das Mädchen wurde erst im September 2022 im Alter von acht Jahren aus dem Haus befreit. Die heute Zwölfjährige leidet infolge der jahrelangen Isolation unter massiven psychischen und körperlichen Störungen. Sie befand sich lange Zeit in einer Fachklinik und benötigt weiterhin intensive therapeutische Unterstützung. Das Gericht verurteilte die Mutter unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und der Verletzung von Erziehungspflichten.

Anzeige
Max Schepp und Noel Schäfer über das Attendorn-Urteil
Anzeige
Anzeige
Anzeige