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Folienlager in Seelbach
© Silas Klein
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Folienlager in Seelbach

Viele Siegerländer und Wittgensteiner Waldbesitzer verkaufen aktuell so genanntes „Käferholz“ nach China. Die Waldgenossenschaft Seelbach hat sich für einen anderen Weg entschieden: die gefällten Fichtenstämme werden auf Holzlagerplätzen im Wald gelagert und mit Silofolie luftdicht verschlossen. Das Langholz soll erst dann verkauft werden, wenn der Preis wieder gestiegen ist.

Veröffentlicht: Dienstag, 27.10.2020 06:14

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Luftdicht und unter ständiger Kontrolle: in Wäldern beim Siegener Ortsteil Seelbach entstehen immer mehr Folienlager. Das sind große Polter aus vom Borkenkäfer geschädigten Fichtenstämmen, die mit Silo-Folie luftdicht zugeschweißt wurden. Durch den Sauerstoffentzug sterben die Borkenkäfer nach kurzer Zeit ab. Das Holz behält seine Feuchtigkeit, verrottet aber nicht. Es kann mehrere Jahre gelagert werden, ohne dass es kaputt geht. Weil der Borkenkäfer in den Fichtenbeständen in Siegen-Wittgenstein schwere Schäden angerichtet hat, werden gerade riesige Bestände abgeholzt. Die Holzlager der Sägewerke sind voll, sie nehmen kein Fichtenholz mehr ab. Beim Verkauf nach China bringt das Holz nur knapp fünf Euro pro Festmeter. Durch die Folienlagerung erhofft sich die Waldgenossenschaft Seelbach, dass das Holz dann verkauft werden kann, wenn es wieder deutlich mehr Geld bringt. „Die Polter sind eine Kapitalanlage“, sagte Vorsteher Wolfgang Adolph von der Haubergsgenossenschaft im Radio-Siegen-Interview. Der Forstbetrieb Daub aus Breitenbach hat die Folienlager in Seelbach angelegt und kontrolliert sie regelmäßig. 

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