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Firma "reaze" aus Siegen Opfer von Identitätsdiebstahl
© Canva (Symbolbild)
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Firma "reaze" aus Siegen Opfer von Identitätsdiebstahl

Die Siegener Agentur "reaze" ist Opfer eines professionellen Identitätsdiebstahls geworden. Betrüger locken Bewerber mit gefälschten Stellenanzeigen auf eine Fake-Website, um deren Bankdaten zu stehlen.

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Hinter der Masche steckt ein komplexes Netzwerk, das die Ermittler vor große Hürden stellt.

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Urlaubsschock in Bornholm

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Die mutmaßlichen Betrüger hatten eine täuschend echte Website inklusive korrektem Impressum und Handelsregisternummer erstellt, sagt uns Anke Weiß im Interview mit Radio Siegen. Sie ist die Tochter des Firmengründers von "conception" und arbeitet heute bei der "reaze" als People&Culture-Managerin.

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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Im Impressum steht die Anschrift meines Elternhauses."
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Angefangen hat alles mit einer Nachricht bei LinkedIn, die Anke Weiß mitten im Urlaub erreichte. Eine Bewerberin wunderte sich über eine Stellenanzeige der "conception Werbung & Marketing GmbH" - eine Vorgängerfirma von "reaze", die heute nur noch auf dem Papier existiert.

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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Ich saß im Urlaub auf Bornholm".
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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Ich war tatsächlich komplett schockiert".
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Die Masche mit "Martin"

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Die mutmaßlichen Betrüger gingen äußerst geschickt vor, sagt uns Lena Bieler - bei "reaze" zuständig für SocialMedia. In Video-Calls soll ein angeblicher Mitarbeiter namens „Martin“ Seriosität vorgetäuscht haben, wobei er seine Kamera wegen angeblicher technischer Defekte wohl stets ausgeschaltet ließ.

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Lena Bieler (Mitarbeiterin bei "reaze")"Es wurden mehrere Telefonate vereinbart."
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Den Bewerbern wurden offenbar Firmen-iPads und Kreditkarten versprochen, um sie zur Teilnahme an einem Post-Ident-Verfahren und so zur Preisgabe von persönlichen Daten zu bewegen.

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Auch bei Mutter geklingelt

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Besonders junge Frauen, Studentinnen und Mütter fielen auf die Masche herein. In einem Fall standen sogar Betroffene aus Gummersbach vor der Tür von Anke Weiß' Mutter, um nach ihrem vermeintlichen Job zu fragen. Die Adresse ist auf der Fake-Homepage als Firmenadresse angegeben.

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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Sie hat's versucht, gut zu erklären."
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Um weitere potentielle Opfer vorzuwarnen, hat sich "reaze" an uns von Radio Siegen gewandt und auch entsprechende Beiträge mit Warnungen bei SocialMedia gepostet.

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Spuren führen nach Russland

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Anke Weiß hat Anzeige erstattet bei der Polizei. Hier sagt man uns auf Nachfrage von Radio Siegen, dass die Daten der Opfer wohl zum Eröffnen von Bank-Konten missbraucht werden. Diese werden anschließend vermutlich für Geldwäsche genutzt, sagt uns Siegens Polizeipressesprecher Stefan Pusch.

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Stefan Pusch (Pressesprecher, Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein)"Es geht um Datenklau jedweder Form."
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Erste digitale Spuren führten über einen Provider in Frankreich direkt zu einem Server nach Russland, sagt uns die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von Radio Siegen. Diese führt das Verfahren aktuell gegen „Unbekannt“.

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Homepage weiter aktiv

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Da die Server im Ausland stehen, hat die deutsche Polizei kaum eine Handhabe, die Website einfach abzuschalten. Auch das ebenfalls eingeschaltete Bundeskriminalamt konnte deshalb bislang keinen Erfolg vermelden.

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Stefan Pusch (Pressesprecher, Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein)"An den Provider kommen die selber auch nicht ran."
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Stefan Pusch (Pressesprecher, Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein)"Die haben keine Weisungsbefugnis."
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Justiz prüft Verfahren

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Inzwischen liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft in Siegen, bestätigt uns Pressesprecherin Vanessa Zimmermann. Ob eine aufwendige internationale Rechtshilfe eingeleitet wird, ist noch unklar. Da die Täter oft anonyme Dienste nutzen, gelten die Erfolgsaussichten als gering.

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"Reaze" will warnen und aufklären

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Für die betroffene Firma "reaze" bleibt die Situation belastend, da sich bereits rund 100 Opfer bei ihnen gemeldet haben. Anke Weiß sagt uns, dass es ihr wichtig war, mit allen auch persönlich zu sprechen.

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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Ich hatte sehr gute Telefonate."
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Den Fall wolle man nutzen, um auch über solche Maschen aufzuklären. Das solche Taten überhaupt möglich sind und keiner etwas dagegen machen kann und das Internet offenbar ein rechtsfreier Raum ist, macht sie wütend.

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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Das finde ich schon sehr erschreckend."
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Anke Weiß (Managerin bei "reaze")"Mich macht es extrem wütend."
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Falls ihr auch Opfer geworden seid, dann solltet ihr Anzeige bei der Polizei erstatten. Der Vorgang wird hier unter dem Aktenzeichen 260622-1158-030145 geführt. Wenn ihr das angebt, dann wissen die Beamten sofort Bescheid und können eure Anzeige zuordnen.

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