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Finanzen in Siegen noch schlimmer als gedacht
© Bernd Müller
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Finanzen in Siegen noch schlimmer als gedacht

In der Finanzplanung der Stadt Siegen klafft ein deutlich größeres Loch als bisher angenommen. Bis zum Jahr 2029 fehlen der Stadtkasse nach aktuellen Berechnungen rund 108 Millionen Euro.

Veröffentlicht: Donnerstag, 23.04.2026 04:42

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Die Stadtverwaltung bereitet nun weitreichende Sparmaßnahmen vor, um die Handlungsfähigkeit der Krönchenstadt langfristig zu sichern.

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Ursachen für Finanzloch

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Die finanzielle Lage der Stadt Siegen hat sich in den letzten Wochen drastisch verschlechtert. Hauptgrund für das wachsende Defizit sei die deutliche Erhöhung der Kreisumlage ab dem Jahr 2026, so die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat. Pro Jahr muss die Stadt demnach fünf Millionen Euro mehr an den Kreis Siegen-Wittgenstein überweisen, was sich über vier Jahre auf insgesamt 20 Millionen Euro summiert. Ohne diese zusätzliche Belastung wäre das Loch in der Kasse deutlich kleiner ausgefallen. Die Stadtverwaltung betont, dass eine konsequente Sanierung des Haushalts nun absolut alternativlos geworden ist.

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Haushalts-Strategie

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Um ein strenges Sparprogramm unter Aufsicht der Behörden zu vermeiden, nutzt die Stadt ein spezielles Buchungsverfahren. Dabei werden Verluste teilweise in künftige Jahre verschoben, was in der Fachsprache als Verlustvortrag bezeichnet wird. Durch diesen buchhalterischen Kniff kann Siegen die Pflicht zur Aufstellung eines offiziellen Haushaltssicherungskonzepts für die Jahre 2026 und 2028 vorerst umgehen. Dennoch plant der Rat, ab dem Jahr 2027 auf freiwilliger Basis ein solches Konzept zu erstellen, um die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen. Damit reagiert die Politik auf den Antrag der Fraktionen CDU, Grüne, FDP, UWG und Volt, die eine kontrollierte Konsolidierung fordern.

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Nächste Schritte

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Das Thema Haushalt steht am 29. April erneut auf der Tagesordnung des Siegener Stadtrates. Die Politiker müssen zusätzliche Anlagen zur Finanzplanung beschließen, damit der Kreis den Etat für das laufende Jahr endgültig genehmigen kann. In diesen Unterlagen wird genau dokumentiert, wie das Eigenkapital und die Rücklagen der Stadt in den kommenden Jahren schmelzen werden. Ziel ist es, dass der Haushalt für 2026 zeitnah rechtskräftig wird.

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