
Nach dem Hangabsturz am frühen Samstagmorgen in der Straße „Unter dem Klingelschacht“ in Siegen haben sich am Montagnachmittag Experten einer schnellstmöglich hinzugezogenen Spezial-Tiefbaufirma mit Vertretern der Stadt Siegen und einem Statiker vor Ort einen Überblick verschafft, welche weiteren geologischen und statischen Untersuchungen notwendig sind. Die Fachleute stimmten sich über das weitere Vorgehen zur Sicherung des Hangstückes ab. Ein beauftragter Geologe wird das Konzept zur Erstsicherung prüfen und freigeben. „Voraussichtlich Anfang kommender Woche könnte die Erstsicherung erfolgen, die technischen Möglichkeiten hierfür werden aktuell geprüft und müssen von einem Geologen nach weiterer Sichtung der Örtlichkeit freigegeben werden“, erklärte Stadtbaurat Henrik Schumann. Zum weiteren Vorgehen sagte er: „Die Stadt Siegen wird das weitere Verfahren koordinierend begleiten, die Beauftragung konkreter Maßnahmen liegt in der Hand der Grundstückseigentümer.“
400 Kubikmeter Erde und Geröll abgegangen
Bei dem Felsabgang waren rund 400 Kubikmeter Erde, Geröll sowie ein Baum den Hang rund 20 Meter tief auf einen Parkplatz hinuntergerutscht. Die sogenannte Erosionsrinne wie auch das Gebäude wurden vom Technischen Hilfswerk (THW) mittels Messpunkten eines „Einsatzsicherungssystems“ beobachtet, das millimetergenau bei kleinsten Bewegungen etwa im Fels anschlägt. Da es bislang zu keinen weiteren Bewegungen gekommen ist, konnten heute zudem Bewohnerinnen und Bewohner des Mehrfamilienhauses Nr. 30 in Begleitung von Einsatzkräften der Feuerwehr erneut ihre Wohnungen betreten, um notwendige Gegenstände herauszuholen. Im Anschluss wurde der Zugang zur Haushälfte Nr. 30 des Mehrfamilienhauses durch die städtische Bauaufsicht vorläufig versiegelt. Wie lange das Haus Nr. 30 nun nicht mehr betreten werden darf, entscheiden die weiteren geologischen Begutachtungen und die darauf abgestimmten Sicherheitsmaßnahmen. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner sind privat untergekommen bzw. wurde über das städtische Ordnungsamt und das Arbeitsteam Wohnen der Stadt Siegen entsprechend Wohnraum vermittelt. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Mehrfamilienhauses Nr. 32 konnten hingegen bereits am Samstagnachmittag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.