
In der Kreis-Ausländerbehörde in Siegen ist am Freitag erneut ein Geflüchteter verhaftet worden. Das hat die Kreisverwaltung auf Radio Siegen-Nachfrage bestätigt. Er sei bereits mehrfach strafrechtlich aufgefallen und war seitdem ausreisepflichtig. Das Bündnis "Recht zu bleiben" schreibt auf Facebook, der 25-jährige Libanese sei mit Fußfesseln abgeführt worden. Laut seiner Integrationslotsin Helga Dellori sitzt er jetzt seit Freitag in der Abschiebehaft in Büren. Von dort soll er am Mittwoch ausgeflogen werden, nachdem er sich zuvor für eine „freiwillige Ausreise“ entschieden haben soll. Das Problem laut Dellori: Der Mann sei zwar mit einer Deutschen aus Bochum verheiratet – aber nur nach libanesischem Recht. Um die Ehe in Deutschland anerkennen zu lassen, muss der entsprechende Ehevertrag von den libanesischen Behörden genehmigt werden. Das wollte er demnach eigentlich morgen am Dienstag in der libanesischen Botschaft in Berlin machen. Dort wollte er laut Dellori auch seinen Pass neu ausstellen lassen, der ihm wohl auch fehlt. Jetzt will er die Dokumente im Libanon besorgen und dann zurückkommen. Dadurch, dass er sich jetzt für eine "freiwillige Ausreise" entschieden hat sei das leichter. Wie lange das genau dauert, ist aber noch unklar - laut Dellori im schlimmsten Fall frühestens nach drei Jahren.