
Energiesparen ist das Gebot der Stunde: deshalb suchen derzeit viele Kirchengemeinden in Siegen-Wittgenstein nach Möglichkeiten, den Energieverbrauch ihrer Gebäude zu reduzieren. Es geht um Kirchen, Gemeindezentren und auch die Pfarrhäuser. Vom katholischen Dekanat Siegen kommt der Hinweis an die Gläubigen, sich im Herbst und Winter beim Gottesdienstbesuch auf jeden Fall wärmer anzuziehen. Denn in vielen katholischen Kirchen ist es nur noch knapp über 10 Grad warm. Mancherorts sollen wärmende Decken zur Verfügung gestellt werden. Für die St.Joseph-Kirche in Weidenau soll eine neue Sitzbank-Heizung angeschafft werden. Diese körpernahe Heizung wird mit Ökostrom betrieben und erst kurz vor Beginn der Gottesdienste eingeschaltet. In der evangelischen Martini-Kirche in Siegen soll die Raumtemperatur um zwei Grad abgesenkt werden – von 18 auf 16 Grad. Das sei auszuhalten, sagte Pfarrerin Ute Waffenschmidt-Leng im Radio-Siegen-Interview. Anderswo werden Kirchen über Winter geschlossen: das gilt z. B. für die evangelischen Kirche in Oberholzklau oder die Haardter Kirche in Weidenau. Bei der Pfarrkonferenz des evangelischen Kirchenkreises Siegen in Eisern ist jetzt eine ganz andere Frage diskutiert worden: dort stand auch die Überlegung im Raum, ob Kirchengemeinden angesichts der drohenden Energiearmut nicht auch die Aufgabe hätten, ihre Räumlichkeiten für Menschen warmzuhalten, die die private Heizrechnung nicht mehr tragen können.