
Die Siegen-Wittgensteiner sparen gerade wo sie können: Explodierende Kosten und die Ungewissheit, wie sich die Preise noch entwickeln, bringen uns dazu, genau zu überlegen, wofür wir unser Geld ausgeben - zum Nachteil des Einzelhandels. Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer Siegen merken mehr als 70 Prozent der befragten Händler, dass wir mittlerweile weniger ausgeben. Das spürt z.B. Thorsten Fries von der Spielebox in Siegen. Man sei keine lebensnotwendige Branche wie z.B. Lebensmittel oder Getränke, sagte Fries gegenüber Radio Siegen. „Daher trifft es uns zuerst, ähnlich wie die Modeindustrie“, so Fries weiter. Alles, was nicht unbedingt sofort gebraucht werde, werde beim Kauf nach hinten geschoben. Er versucht auch selbst, Kosten zu sparen, hat im Laden z.B. alles auf LED-Beleuchtung umgerüstet. Irgendwann seien die Möglichkeiten aber erschöpft.
Ähnlich schwierig ist die Situation auch bei Uwe Böcking aus Lützel. Er verkauft in seinem Laden in Hilchenbach Holzkunst und verzeichnet aktuell Einbußen von 80 Prozent. "Es weiß keiner, wo unsere Energiekrise hingeht und wie viel Geld ich am Ende des Jahres noch für einen warmen Hintern brauche", so Böcking gegenüber Radio Siegen.
Anders ist die Situation beim Outodoor-Geschäft „Feinbier unterwegs“ in Siegen. Inhaberin Susanne Feinbier kann bislang keine Änderungen feststellen. Der Grund liege im speziellen Sortiment, so Feinbier. Wer einen Urlaub plane, kaufe sich auch jetzt noch ein Zelt oder Wanderschule dafür.