
Am Mittwoch (10.12.) begann vor dem Siegener Landgericht der Prozess gegen einen 31-jährigen Familienvater aus Netphen, der beschuldigt wird, sein zweijähriges Kind aus einem Fenster im zweiten Stock geworfen zu haben. Die Tat ereignete sich im Sommer dieses Jahres nach dem dortigen Stadtfest und sorgte für Entsetzen in der Region. Das Kind überlebte den Sturz aus über vier Metern Höhe schwer verletzt.
Der Prozessauftakt
Zum Auftakt des Prozesses wurde lediglich die Anklage verlesen. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Kind gegen 02:00 Uhr aus dem Fenster gehalten haben. Ob er es absichtlich fallen ließ oder ob es ihm aus den Händen rutschte, ist bislang unklar. Ebenso bleibt offen, warum er das Kind überhaupt aus dem Fenster hielt. Fest steht jedoch, dass der Mann am Morgen nach der Tat laut Polizei fast zwei Promille Alkohol im Blut hatte. Angeklagt ist er wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.
Fragen, die das Gericht klären muss
Das Gericht wird in den kommenden Wochen versuchen, die Ereignisse jener Nacht zu rekonstruieren. Dabei stehen folgende Fragen im Fokus:
- Warum hielt der Angeklagte sein Kind aus dem Fenster?
- War Alkohol der Auslöser oder gab es einen Streit?
- Handelte es sich um Vorsatz oder ein tragisches Versehen?