
Vor einem Jahr gab es den endgültigen Bruch Großbritanniens mit der Europäischen Union – den sogenannten Brexit. Seitdem sind laut dem statistischen Bundesamt die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich gegen den allgemeinen Trend weiter gesunken. Auch im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Siegen pflegen viele Unternehmen Handelskontakte mit Großbritannien. Nach einer Außenwirtschaftsumfrage aus dem vergangenen Jahr haben 224 Unternehmen aus dem Kammerbezirk Export-Beziehungen zum Vereinigten Königreich. 99 importieren von dort. Jens Brill leitet bei der IHK Siegen den Bereich „Außenwirtschaft“. Er hat im Radio-Siegen-Interview gesagt, dass hier bei uns durch den Brexit von 2019 bis 2021 ein Schaden in Höhe von 94 Millionen Euro eingetreten ist. Es gibt Probleme bei der Zollabfertigung. Dort geht es nicht schnell genug, weil in Großbritannien Zollstellen und Zollbeamte fehlen. Auf die Bauwirtschaft könnten neue Probleme zukommen, weil die Briten ab 2023 das europäische „CE-Kennzeichen“ durch ihr eigenes „UKCA-Label“ ersetzen wollen. Heißt: wer Bauprodukte nach Großbritannien exportieren will, der muss sie neu zertifizieren lassen. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten. Fest steht: der Brexit kostet die Unternehmen Geld – auch die Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und OIpe. Doch letztlich ist der Brexit auch für die Unternehmen im Bezirk der IHK Siegen zum Faktum geworden. Da heißt es laut Jens Brill: „Das Beste draus machen“.