
Dr. Wolfram Vollrath: "Faszination Wolken"
bis 29. Mai 2026 / Römergalerie Burbach
Es ist schon erstaunlich, in welch faszinierender Vielfalt sich kondensierter Wasserdampf in Wolkenform verwandeln kann. Von leuchtend weiß bis fast schwarz, von leicht gelb-rosa bis glühend rot, von kleinteiligen Schäfchenwolken über riesige Schönwetter -oder Gewitterwolken, bis zu einer den ganzen Himmel bedeckenden konturlosen Wolkenschicht. Entsprechend breit gefächerte Gefühle kann der Blick in den Himmel auch auslösen: von Entspannung und Freude an einem schönen Sommertag bis in die Nähe von Depressionen bei wochenlang eintönig bedecktem Himmel im Herbst oder Winter.
Die Fotos von Wolfgang Vollrath zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dieser faszinierenden Vielfalt. Oft sind es Aufnahmen, die nur innerhalb weniger Minuten möglich sind, wenn sich das Wolkenszenario in kürzester Zeit ändert. Oft sind es Aufnahmen, auf die man monatelang „wartet“, bis sich eine ungewöhnliche Konstellation am Himmel zeigt. Oder aber man ist durch Zufall zur richtigen Zeit am richtigen Ort. In jedem Fall gilt es, die Kamera rechtzeitig zur Hand zu haben.
Hier die Öffnungszeiten:
Mittwoch 12 bis 17 Uhr / Donnerstag 8 bis 17 Uhr / Freitag 12 bis 17 Uhr / Samstag und Sonntag 15 bis 17 Uhr
AWO-Foto-Projekt "Blickwinkel - Wie sehe ich Freudenberg?"
bis 29. Mai 2026 / Technikmuseum Freudenberg
Das gemeinsame Projekt „Tandem 25“, initiiert vom AWO Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe und durchgeführt vom AWO Familienzentrum Kleeblatt Niederndorf, der AWO Kita Lindenberg und dem AWO Ortsverein Freudenberg führt Kinder, Familien und unterschiedliche Generationen zusammen. Im Rahmen der Fotosafari „Blickwinkel – Wie sehe ich Freudenberg?“ erkundeten die Vorschulkinder der Einrichtungen gemeinsam mit ihren Erzieherinnen und Erziehern und Mitgliedern des AWO Ortsvereins die Stadt Freudenberg.
Friedhelm Geldsetzer, Stadtführer und Vorstandsmitglied des Technikmuseums Freudenberg, führte die Kinder durch den Alten Flecken mit seinem malerischen Fachwerkidyll, den Wasserstaaten-Weg mit seinen Weihern und Bachläufen und zeigte ihnen den Kultur-Flecken-Weg.
Mit Einwegkameras ausgestattet hielten die Kinder dabei ihre Eindrücke fest. Der bewusste Verzicht auf Smartphones schaffte eine generationsübergreifende Verbindung und ermöglichte zugleich einen achtsamen Umgang mit dem Medium Fotografie.
Nach der Entwicklung der Fotos wählten die Kinder eigenständig Motive aus, die zu Collagen aus selbst geschossenen Fotos und eigens gemalten Bilder der alten Fachwerkhäuser wurden. Das Ergebnis ist eine Ausstellung im Technikmuseum Freudenberg, die die Blickwinkel der Kinder auf die Stadt Freudenberg in Form von Collagen der Öffentlichkeit präsentiert.
Ziel dieses Projektes ist es, die Zusammenarbeit des Ortsvereins mit den Kindertagesstätten zu intensivieren und eine nachhaltige, langfristige Kooperation zwischen dem ehrenamtlichen Engagement des Ortsvereins und den Einrichtungen für Kinder zu fördern.
Die Ausstellung ist bis zum 29. Mai 2026 im Technikmuseum Freudenberg zu den Öffnungszeiten und Eintrittspreisen des Museums zugänglich.
„Das ist doch einfach nur Scheiße… um es mal auf den Punkt zu bringen!“
bis 30. Mai 2026 / Kolumbariumskirche Siegen
Ein Titel, der aufrüttelt, ehrlich ist und genau das ausspricht, was viele junge Menschen fühlen: Das Beratungszentrum „Hörst du mich?“ des Caritasverbandes in Südwestfalen e.V. lädt in die Kolumbariumskirche Siegen zu dieser außergewöhnlichen Ausstellung ein.
Die Jugendtrauerausstellung – basierend auf dem Buch von Tina Geldmacher und Angela Graumann – eröffnet neue Wege, sich mit den oft verdrängten Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Dabei steht ein besonderer Ansatz im Mittelpunkt: Diese Ausstellung ist mit Jugendlichen gestaltet – nicht über sie.
Sie ermöglicht ehrliche Einblicke, schafft kreative Zugänge und lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Gefühle zuzulassen.
Ob nachdenklich, neugierig oder einfach interessiert – diese Ausstellung lädt dazu ein, sich auf besondere Weise mit einem wichtigen Thema auseinanderzusetzen und Gemeinschaft zu erleben, so Katharina Jung, Leitung des Beratungszentrum „Hörst du mich?“.
Der Eintritt ist frei. Spenden unterstützen die wichtige Arbeit des Beratungszentrums „Hörst du mich?“, dass Kinder und Jugendliche begleitet, deren Eltern lebensbedrohlich erkrankt oder verstorben sind.
Ausstellungszeiten: Täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
Birgit Irle-Merklinger und Susanne Rieckmann: "Friends"
bis 30. Mai 2026 / Galerie Eduard Rangnau Siegen
Gezeigt werden Druckgrafiken von Birgit Irle-Merklinger, Köln (einer gebürtigen Siegenerin) und Susanne Rieckmann, Düsseldorf (langjährig in Siegen lebend). Die Exponate wurden eigens für diesen Ausstellungskontext kuratiert.
So unterschiedlich Material und Technik sind, so bereichern sie sich doch durch Gemeinsamkeiten wie etwa in abstrakten Bildinhalten bzw. Formensprache oder Bildschichtungen bzw. Transparenzen.
Die einzelnen Arbeiten stehen für sich und bilden gleichzeitig Harmonien, die die langjährige Freundschaft der beiden Künstlerinnen zum Ausdruck bringt.
Öffnungszeiten der Galerie:
Mittwoch und Freitag 13 bis 17 Uhr / Samstag 11 bis 16 Uhr / Sonntag (10. und 17. Mai) 11 bis 17 Uhr
Victor Lau: "Paradoxien und anderes"
bis 7. Juni 2026 / 4Fachwerk-Mittendrin-Museum Freudenberg
Im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum Freudenberg startet eine neue Ausstellung mit Werken von Victor Lau, Dozent für bildende Kunst aus dem hessischen Gladenbach. Die eindrucksvollen und vielfach großformatigen Werke sind von heute an bis zum 7. Juni 2026 zu sehen.
Für seine Präsentation in der Freudenberger Altstadt hat Lau den Titel „Paradoxien und anderes“ gewählt. Er empfindet es als nur scheinbar widersprüchlich, gegenständliche Motive zu malen, ohne sie realistisch darzustellen. "Manche Bilder basieren auf Träumen, die ich dann umgesetzt habe", erklärt der Künstler und stellt die Frage: "Wo liegt die Grenze zwischen Traum und Realität?" So entstehen unter seiner Hand Werke, die häufig surrealistischen Züge tragen – sowohl im Motiv als auch im Stil.
In seinen Ölgemälden setzt er sich gekonnt mit aktuellen Themen auseinander. „Mit Putins Angriffskrieg sind alle Illusionen auf ‚ewigen Frieden‘ geplatzt“, erklärt Victor Lau einige seiner politischen Werke. „Spezialoperation“ betitelt er ein Bild mit Putin, ein anderes, angelehnt an den James-Bond Film-Titel, „From Russia with Love“. Nur vermeintlich steht darin die Friedenstaube im Mittelpunkt, die Patronen am Boden zeigen die wahre Natur. Der 60-jährige Lau ist in Kasachstan geboren, lebte einige Jahre in Kirgistan und in Moldau, was seine Sensibilität für diese Thematik erklärt.
Er gehört zudem zu jenen Mitgliedern des Bundes Bildender Künstler (BBK), die sich speziell mit Motiven dem Thema „Menschenrechte“ widmen.
Symbolhaft zur Umweltsituation sind es beispielsweise Pinguine, die auf einer Eisscholle die untergehende Titanic miterleben.
Die Ausstellung in Freudenberg zeigt Werke aus verschiedenen Zeitabschnitten und verdeutlicht die vielfältigen Leitideen seines Schaffens – von Porträts bis zu spirituellen Motiven. Einige Gemälde spiegeln besonders seine Zeit in Worpswede wider.
Victor Lau konnte seine Kompositionen schon bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zeigen. Sein Berufsweg begann bodenständig mit einer Ausbildung als Tischler in Kassel. Er besuchte dort die Fachoberschule für Gestaltung. Als Diplom-Kunsttherapeut beendete er sein anschließendes Studium.
Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Absprache möglich.
Charlotte Spork: Linoldruck • Monotypie • Acrylmalerei
bis 7. Juni 2026 / Foyer der Stadtbibliothek Kreuztal
Die Siegener Künstlerin Charlotte Spork (27) zeigt in der "Schaufenster"-Ausstellungsfläche im Foyer der Stadtbibliothek Kreuztal ihre Linoldrucke, Monotypien und Acrylmalereien. Im Zentrum ihrer Arbeiten stehen architektonische Motive wie Fassaden, Treppen und Gassen.
Nach ihrem Studium der Kunst und Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal absolviert sie derzeit eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin in Essen. Aktuell entwickelt sie eine Serie von Linoldrucken zur Industriekultur in Nordrhein-Westfalen, die in der Ausstellung mit zwei Motiven vertreten ist. Die Serie basiert auf eigenen Fotografien, darunter Aufnahmen der Zeche Zollverein in Essen.
Zudem zeigt sie mit der Monotypie eine weitere Drucktechnik. Charlotte Spork abstrahiert architektonische Formen und setzt Geisterdrucke ein, die eine besondere Tiefenwirkung erzeugen. Ergänzt wird ihre Ausstellung durch eine ihrer großformatigen, farbintensiven Malereien mit mediterraner Anmutung und markanten Strukturen.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu besuchen.
"25 Jahre, 25 Werke. Die Sammlungen des MGKSiegen"
bis 14. Juni 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Das Museum für Gegenwartskunst Siegen wurde am 6. Mai 2001 erstmalig für das Publikum geöffnet. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert das MGKSiegen mit der Ausstellung „25 Jahre, 25 Werke“ die Entwicklung des Museums anhand von 25 ausgewählten Arbeiten. Die Werke sind beispielhaft für die Bedeutung und die künstlerischen Schwerpunkte innerhalb der beiden Sammlungen – der Sammlung Lambrecht-Schadeberg mit den Rubenspreisträger*innen der Stadt Siegen und der Sammlung Gegenwartskunst. Sie spiegeln die Ausstellungsgeschichte wider, offenbaren regionale Anknüpfungspunkte und verdeutlichen das große private und öffentliche Engagement, das seit 25 Jahren hinter dem internationalen Kunstmuseum steht.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr
Kunstverein Siegen: "Der Paravent ist ein Objekt des Dazwischen"
bis 21. Juni 2026 / Städtische Galerie Haus Seel Siegen
David Douard - Kasia Fudakowski - Georgina Hill
Der Paravent trennt – und verbindet. Er schafft Intimität, ohne abzuschließen, strukturiert Raum, ohne ihn festzulegen. Faltbar, beweglich, durchlässig wird er zum Instrument eines räumlichen Dazwischen. Das Objekt des Paravents steht seit jeher für Schwellen, Übergänge und Möglichkeiten – in Architektur ebenso wie in der Kunstgeschichte. Als mobiles, durchlässiges Element unterläuft er die Idee eines festen, abgeschlossenen Raumes und rückt Prozesse des Teilens, Verschiebens und Neuordnens in den Fokus. Dabei operiert er mit Transparenz und Andeutung: Er verdeckt und zeigt zugleich, weckt Neugier auf das, was sich dahinter verbirgt, und lässt Assoziationen zwischen Intimität und Inszenierung entstehen.
Der Kunstverein Siegen konzipiert mit Der Paravent ist ein Objekt des Dazwischen eine Ausstellung, die von einem einfachen, alltäglichen Gebrauchsgegenstand ausgeht. Der Paravent verweist dabei nicht nur auf architektonische, sondern auch auf kunsthistorische Strategien der Raumgliederung und macht sichtbar, dass Raum kein gegebenes Gefüge ist, sondern immer wieder neu interpretiert werden kann.
Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen, die dieses Prinzip auf unterschiedliche Weise weiterdenken. Kasia Fudakowski (*1985 in London; lebt und arbeitet in Berlin) arbeitet mit dem Paravent selbst als Form und entwickelt mit Continuouslessness eine Serie von Elementen, die nie ganz zusammenpassen und ein fragiles, widersprüchliches Kontinuum bilden. David Douard (*1983 in Perpignan, lebt in Aubervilliers bei Paris) schafft aus Kabeln, Textilien und digitalen Fragmenten durchlässige, beinahe provisorische Strukturen, die Raum eher andeuten als festlegen. Georgina Hill (*1986 in Worcester, UK; lebt und arbeitet in London) greift vertraute architektonische Elemente auf und überführt sie in poetische Installationen, in denen sich Erinnerung, Funktion und Raum überlagern.
Gemeinsam eröffnen ihre Arbeiten eine Perspektive auf Raum, die nicht auf Abgrenzung, sondern auf Relation basiert – auf das, was zwischen uns liegt.
Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertags auch von 11 bis 13 Uhr.
Marlies Obier: "Unter dem Schatten der Bäume"
bis 28. Juni 2026 / Waldlandhaus Hohenroth
Die Bedeutung der Wälder und Bäume wächst weiter mit jedem Jahr des Klimawandels. Neben ihrem Schutz des Wassers, der Luft, der Erde und der Artenvielfalt tritt auch ihr Blätterdach als Schutz vor Sonne und Hitze als weitere Erfahrung ein. Die Ausstellung führt in die Welt der Wälder und ihres lebenspendenden Schattens mit Texten von Naturforscher*innen aus Jahrhunderten: Maria Sibylla Merian, Georg Forster, Alexander von Humboldt und Amalie Dietrich.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 14 bis 18 Uhr
Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler (ASK): "Hommage Künstler:Innen im Dialog"
25. Juni bis 19. Juli 2026 / Städtische Galerie Haus Seel Siegen
Die ASK-Mitglieder treten in einen kreativen Dialog mit Arbeiten jener ASKMitglieder, deren Werk aufgrund von Tod oder Abschluss der individuellen Arbeitsbiografie als abgeschlossen gilt: Aki E. Benemann, Margret Judt († 2025), Kai-Uwe Körner († 2023), Helmut Riekel und Helga Seekamp.
Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr.
„Ein Siegerländer Künstler: Wolfgang Kreutter“
bis 16. Juli / Kulturbahnhof Kreuztal
Die Ausstellung zeigt einen Ausschnitt von Kreutters künstlerischem Schaffen. Neben seinen Arbeiten in Bronze, Stein und Holz arbeitete Kreutter auch mit Linoldruck. Darunter Linoldrucke auf Karton, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind. Auch der originale Holz-Druckstock, der für eine Linolarbeit verwendet wurde, kann in Augenschein genommen werden. Die Linolarbeiten zeigen, wie Kreutter seine klare Formensprache und dynamischen Figuren auch in grafischen Techniken umsetzte und seine Themen von Bewegung und Perspektive auf zwei Dimensionen übertrug. Ergänzend dazu sind in der Ausstellung Collagen zu sehen, darunter das zweiteilige Werk „3 Motorradfahrer“ und die Collage „Liebespaar“, sowie eine Bronzeskulptur, die Kreutters skulpturale Sprache eindrucksvoll veranschaulicht.
Die Ausstellung, die von Frank Wieland Frisch aus dem Bestand der Kunstsammlung Kreuztal kuratiert worden ist, würdigt Wolfgang Kreutters vielseitiges Schaffen, verdeutlicht seine gestalterischen Ideen, Kompositionsprinzipien und experimentellen Ansätze. Sie lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, seine Skulpturen, Druckgrafiken und Collagen aus nächster Nähe zu erleben und die Bandbreite seines künstlerischen Schaffens zu entdecken.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Kulturbahnhofs (Mo.–Do.: 10:00–15:00 Uhr) zu besuchen.
Sonderausstellung "Das Phänomen Sherlock Holmes"
bis 2. August 2026 / Museum Wilnsdorf
Kaum ein Roman-Detektiv hat so einschlägigen Erfolg wie der berühmte Sherlock Holmes. In der Sonderausstellung werden sowohl die Figur selbst als auch ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen im viktorianischen Zeitalter kritisch betrachtet und mit heutigen Ermittlungsmethoden verglichen. Besucherinnen und Besucher finden heraus, wie es der Romanfigur gelang die Polizeiarbeit nachhaltig zu prägen und welche Methoden des berühmten Detektivs auch heute noch genutzt werden.
Ergänzt wird die Ausstellung durch interaktive Rätselboxen im Stil von Escape-Games. Sie sind in Zusammenarbeit mit dem Kurs Gesellschaftswissenschaften der 9. Jahrgangsstufe des Gymnasium Wilnsdorf entstanden und bieten Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit sich durch das Museum zu rätseln und die gesamte Ausstellung noch einmal interaktiv neu zu erleben.
Jetzt schon einmal vormerken:
Der Eintritt ins Haus samt Sonderausstellung kostet 5 Euro für Erwachsene, ermäßigt 4 Euro, für Familien 13 Euro.
„mooomendemal“ Plastiken – Objekte von Doris Kamlage
bis 21. August / IHK-Galerie Siegen
Doris Kamlage ist Bildhauerin. In Belgien, den Niederlanden, Zypern, Polen, USA und in vielen deutschen Städten hat sie ihre Werke ausgestellt.
Ihre Leidenschaft für die Bildhauerei entdeckte Doris Kamlage früh. Sie hängt zusammen mit einem Ereignis aus ihrer Jugendzeit im Elternhaus. Damals musste eine Ulme im Garten gefällt werden. Sie durfte den Stamm verwahren. Aus einem Teil hat sie später einen Torso gestaltet. „Ich bin ein naturverbundener Mensch – man sollte vor allem Respekt zeigen und alte Hölzer nicht lieblos wegwerfen.“
Ihr Atelier hat die Künstlerin in einer ehemaligen Schreinerei in Bornheim bei Bonn eingerichtet – ein großer Raum, gefüllt mit penibel geordneten Kunstwerken. Doris Kamlage bereitet hier gerade drei neue Ausstellungen vor – eine zeigt sie in der IHK Siegen. Doris Kamlage hat, sagt sie, „Freude an meiner Arbeit“. Das haben auch die Betrachter ihrer schon mehrfach ausgestellten seriellen Arbeit, die sie „eN.Te.(work in progress)“ nennt. Sie weist mit künstlerischen Mitteln und einem Augenzwinkern - „Humor und Freude gehören zum Grundgerüst meiner Arbeit“ – auf die Verschmutzung und Vermüllung der Umwelt hin. Dazu verwendet sie ein Medium, das alle Welt kennt, aber so wenig schätzt, dass es nach Gebrauch massenhaft im Müll landet: Die kleinen, praktischen Saft- oder Milchtüten, ein Symbol unserer Wegwerfkultur. Eines Tages habe sie beobachtet, wie ein kleiner Junge aus dem Bekanntenkreis eine Trinktüte mit dem Strohhalm aussaugte und dann wegwerfen wollte, erzählt Doris Kamlage. Ihr sei „die Schönheit der Form“ bewusst geworden.
Mit ihrer Kunst rückte sie diese ins Bewusstsein der Betrachterinnen und Betrachter. Das Prinzip: Die Metamorphose des Mülls zum Kunstgegenstand. „Der für den Transport von Nahrung erstellte Raumkörper hat seinen vorgesehenen Kreislauf verlassen, um jetzt in einen Kommunikationskreislauf mit dem Betrachter und zwischen den Betrachtern einzutreten“, formuliert sie selbst. Der „Ich-war-ein-Einweg-Transportbehälter“ werde durch ihre Arbeit ein „Ich-bin-ein-beständiger-Wortevermittler“. Komplette Schulklassen haben für sie Trinktüten gesammelt. Die Künstlerin beklebt jeden Behälter mit im aufwändigen Verfahren von ihr selbst hergestellten Papier, das sie weiß bemalt und mit schwarz gedruckten Botschaften versieht. Viele regen zum Nachdenken an – wie „Neue Ideen haben immer alte Gegner“ oder „Gesellschaftsrequisit“. Andere laden zum Schmunzeln und Freuen ein – wie „Nudeln schmecken viel besser, wenn man statt Nudeln Kartoffeln nimmt“. Ein Grundsatz, an den sie sich auch persönlich hält.
Plastiken sind ein wesentlicher Teil des Werks von Doris Kamlage. Wegen der räumlichen Gegebenheiten in der IHK-Galerie können sie hier nicht gezeigt, nur beispielhaft beschrieben werden. Etwa eine Gruppe von 24 schlanken „Körpern“ aus Holz und Eisen mit „Köpfen“ aus unterschiedlichen Materialien. „Ich bin – ‚Ein eitler Gedanke‘“ hat sie die Gruppe genannt. Die Plastiken repräsentieren ein immer aktuelles Thema, erklärt Doris Kamlage: „Der Mensch in seinen sozialen und kommunikativen Wechselbeziehungen.“ Alle Körper sind in ein tiefes, ebenmäßiges Schwarz getaucht. „Das Schwarz ist ein Rein-Schwarz, dass egal in welchem Licht sich die Arbeiten befinden, sich nicht in ein z.B. Blau-Schwarz oder Grün-Schwarz etc. verändert“, erläutert die Künstlerin.. Sie hat die satte Farbe selbst entwickelt. Doris Kamlage erlaubt es, mal kurz einen Finger über eine Stelle der Stele gleiten zu lassen – es fühlt sich angenehm glatt an, Die Körper der Stelen ähneln einander, ihre Köpfe sind dagegen individuell gestaltet. Sie bestehen aus Holz und diversen Materialien wie Nägeln, einem Schwamm, einer Glühbirne oder einem von ihr in Form gebrachten kleinen, glatten Marmorblock. Der weiße Stein ist nicht einfach aufgesteckt – er sitzt tief im Holz der Stele. Die Bildhauerin braucht für ihre Kunst viel Kraft. „Ich habe Freude an meiner Arbeit“, sagt Doris Kamlage, die seit 30 Jahren Künstlerin ist. Geboren ist sie in Osnabrück. An der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn hat sie Bildhauerei und Freie Kunst studiert. „Ich möchte als denkender Mensch durch die Welt gehen“, sagt sie. Und diesen Anspruch an sich selbst möchte sie auch in ihrer Kunst verwirklichen.
Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 8 bis 16:30 Uhr I Fr. 8 bis 15:30 Uhr
Mona Rothenpieler: Tierbilder
3. Juli bis 30. August 2026 / Waldlandhaus Hohenroth
Mona Rothenpieler wurde 1965 in Erndtebrück geboren und ist seit jeher tief mit der Natur und der Tierwelt verbunden. Diese lebenslange Tierliebe spiegelt sich konsequent in ihrem künstlerischen Schaffen wider. Schon in der Kindheit begann sie mit Blei- und Buntstift zu zeichnen; Anfang der 2000er-Jahre entdeckte sie schließlich die Acrylmalerei auf Leinwand für sich. Seit 2014 ist sie Mitglied der Wittgensteiner Kunstgesellschaft.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Tiere, die sie vor allem in großformatigen, realistischen Darstellungen eindrucksvoll in Szene setzt. Ergänzt wird dieses Werk durch kleinere Arbeiten, etwa auf Holzscheiben, sowie durch humorvolle Motive: Kaninchen mit Fliegerbrille, Sonnenbrille oder Kopfhörern verleihen den Bildern eine spielerische Leichtigkeit und einen augenzwinkernden Charakter.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 14 bis 18 Uhr
Steffanie Schlabach: "Malerei und Fotografie – von Landschaften bis Nürburgring"
bis 31. August 2026 / Rathaus Erndtebrück
Steffanie Schlabach beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit Kunst und Kreativität. Bereits früh besuchte sie eine Kunstschule, in der sie verschiedene Techniken und Stilrichtungen erlernte. Nach einer längeren Pause, in der andere Lebensbereiche im Vordergrund standen, fand sie vor etwa drei Jahren zur Malerei zurück.
Heute arbeitet sie mit unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksformen, darunter Acrylfarben, Pastellkreide und Aquarell. Ihre Werke sind geprägt von einem hohen Anspruch an sich selbst und dem Wunsch, kreative Ideen sichtbar zu machen.
Neben der Malerei ist auch die Fotografie ein zentraler Bestandteil ihres Schaffens. Besonders Landschafts- und Naturaufnahmen sowie Motive rund um den Nürburgring stehen im Fokus. Durch gezielte Bildbearbeitung gelingt es ihr, besondere Stimmungen einzufangen und hervorzuheben.
„Ich bin gerne kreativ, weil es mir Freude macht, entspannt und zugleich fordert. Beim Malen und Fotografieren sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – alles ist möglich“, beschreibt die Künstlerin ihre Motivation.
Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, unterschiedliche Perspektiven auf Natur, Bewegung und Kreativität zu entdecken.
Die Werke sind bis zum 31. August 2026 im Rathaus zu sehen.
Cory Arcangel: "End User"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Cory Arcangel (*1978, Buffalo, NY (US), lebt und arbeitet in Stavanger (NO)) hat für die fünfte Ausgabe der „MGKWalls“ eine Serie neuer Arbeiten entwickelt. Die ortsspezifische Ausstellungsreihe stellt zwei prominente Wände des Museums in den Mittelpunkt einer Jahrespräsentation: die Eingangswand im Foyer des Museums sowie die große LED-Wand an der Außenfassade, die die Architektur des Museums programmatisch zur Stadt hin öffnet und seit der Eröffnung ein markantes Erkennungsmerkmal des Hauses ist.
Cory Arcangel ist Künstler, Komponist, Kurator und Unternehmer. Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten auf digitalen Technologien basierter Kunst. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Netzkunst, Internet- und Popkultur, experimenteller Musik sowie der Unterhaltungsindustrie auseinander. Arcangel wurde für seinen ganz eigenen künstlerischen Zugriff auf alte und neue digitale Technologien bekannt. Dabei sind die jeweiligen Medien immer Thema und Gegenstand zugleich. Mit einem fast archäologischen Ansatz untersucht er ihre Strukturen und „hackt” die visuelle Sprache von Software, Videospielen, sozialen Medien und maschinellem Lernen.
Zu sehen Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr
Nina Beier, David Hammons, Zoe Leonard: "Das soziale Leben der Dinge"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen stellt die Werke von Nina Beier (* 1975, lebt in Kopenhagen), David Hammons (* 1943, lebt in New York) und Zoe Leonard (* 1961, lebt in New York) in einen überraschenden, generationsübergreifenden Dialog. In ihren Installationen, Skulpturen, Fotografien und Videos nehmen die drei Künstler*innen Gegenstände des Alltags, wie Matratzen, Waschbecken, Kaffeebecher oder Wächterlöwen zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und künstlerischen Ansätze teilen sie das gemeinsame Interesse, durch die Gegenüberstellung ausgewählter Objekte soziale Erfahrungen und kulturelle Deutungsmuster sichtbar zu machen.
Die Ausstellung „Das soziale Leben der Dinge“ zeigt in zehn Räumen zahlreiche Schlüsselwerke von den 1990er Jahren bis heute. Nina Beier arbeitet meist mit gesammelten Objekten und setzt sich mit Fragen von Wert, Herkunft, Reproduktion und Bedeutungsverschiebung auseinander. Ihre Skulpturen und Installationen thematisieren globale Produktions- und Zirkulationsprozesse durch unerwartete Kombinationen. David Hammons zählt zu den einflussreichsten Künstlern unserer Zeit. Mit scheinbar belanglosen Materialien und urbanen Fundstücken schafft er poetische und subversive Objekte, die sich mit afroamerikanischer Identität, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und dem Kunstsystem auseinandersetzen. Zoe Leonards Werk reicht von der Erkundung natürlicher Landschaften und des urbanen Raums bis hin zu Fragen von Geschlecht, Migration und globalem Warenaustausch. Durch Wiederholungen und subtile Perspektivwechsel macht die Künstlerin auf die besonderen Eigenschaften offensichtlich vertrauter Bilder oder Objekte aufmerksam.
Alle drei Künstler*innen setzen sich direkt mit den materiellen, visuellen und sozialen Wirklichkeiten der Welt auseinander. Sie interessieren sich für Objekte, die bereits mit Beziehungen, Hierarchien und Widersprüchen aufgeladen sind. Ihre Werke verkörpern diese auf eine Weise, die den Gegenstand selbst zu einem Ort der Spannung zwischen symbolischer Bedeutung, Material und Raum macht. Ausgehend von Dingen des menschlichen Lebens schaffen Beier, Hammons und Leonard einen Moment der Wiedererkennung und erzeugen zugleich produktive Verunsicherung, die scheinbar Bekanntes neu sehen lässt.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr
Friedrich Wilhelm Bäcker – Visionen einer Vergangenheit
bis 27. September 2026 / Siegerlandmuseum Siegen
Erstmals wird das Werk des bislang weitgehend unbekannten Siegerländer Fotopioniers Friedrich Wilhelm Bäcker (1858-1940) präsentiert. Wie eine Zeitkapsel öffnen seine Bilder den Blick auf das Siegerland der 1910er Jahre – von Porträts über künstlerische Naturaufnahmen bis hin zu Szenen an der Schnittstelle zwischen Landidyll und industrieller Moderne.
Wer war Bäcker und welche Geschichten erzählen seine Bilder? Diesen Fragen geht die Ausstellung nach und eröffnet auch neue Perspektiven: Generative KI lädt an ausgewählten Exponaten dazu ein, die Grenze von Realität und Interpretation spielerisch zu hinterfragen.
Öffnungszeiten: Montags geschlossen, Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Fotoausstellung "Küsten und Landschaften in Südeuropa" von Gerhard Knappstein
4. September bis 30. Oktober / Kleiner Sitzungssaal im Rathaus Netphen
Hobby-Fotograf Gerhard Kanppstein zeigt in seiner Ausstellung schöne Natur- und Landschatfsfotos von Korsika, Amalfiküste, Algarve, Madeira und Cote d´Azur.
Die Fotografien geben einen wunderbaren Eindruck von der abwechslungsreichen und atemberaubenden Schönheit der Inseln und Küsten. Es sind mediterrane Landschaften, Strände, Buchten und Felsformationen zu sehen.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besuchen.