
Ursel Decker und Michael G. Müller: "Duktus & Montage"
bis 16. August 2026 / Städtische Galerie Haus Seel Siegen
Im Titel der Ausstellung „Duktus & Montage“ klingen Assoziationen an den charakteristischen Farbauftrag mittels Pinsel ebenso an wie die Technik des Zusammenfügens, die von Dadaismus und Konstruktivismus übernommen wurde. Ursel Decker verbindet in ihren Werken Themen wie Krieg, Umwelt und medizinischen Fortschritt mit feiner Gesellschaftskritik. Ihr gegenüber steht Michael G. Müller, dessen dadaistisch geprägte Collagen und Assemblagen mit subtiler Ironie und überraschenden Bildideen neue Perspektiven eröffnen.
In der Ausstellung werden individuelle Positionen von Ursel Decker (Mitglied im Künstlerbund Südsauerland) und Michael G. Müller (Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler – ASK –) miteinander verflochten.
Die Ausstellung kann täglich (außer Montag) von 14 bis 18 Uhr, sonntags zusätzlich von 11 bis 13 Uhr besichtigt werden.
Plastiken – Objekte von Doris Kamlage: "mooomendemal"
bis 21. August 2026 / IHK-Galerie Siegen
Doris Kamlage ist Bildhauerin. In Belgien, den Niederlanden, Zypern, Polen, USA und in vielen deutschen Städten hat sie ihre Werke ausgestellt.
Ihre Leidenschaft für die Bildhauerei entdeckte Doris Kamlage früh. Sie hängt zusammen mit einem Ereignis aus ihrer Jugendzeit im Elternhaus. Damals musste eine Ulme im Garten gefällt werden. Sie durfte den Stamm verwahren. Aus einem Teil hat sie später einen Torso gestaltet. „Ich bin ein naturverbundener Mensch – man sollte vor allem Respekt zeigen und alte Hölzer nicht lieblos wegwerfen.“
Ihr Atelier hat die Künstlerin in einer ehemaligen Schreinerei in Bornheim bei Bonn eingerichtet – ein großer Raum, gefüllt mit penibel geordneten Kunstwerken. Doris Kamlage bereitet hier gerade drei neue Ausstellungen vor – eine zeigt sie in der IHK Siegen. Doris Kamlage hat, sagt sie, „Freude an meiner Arbeit“. Das haben auch die Betrachter ihrer schon mehrfach ausgestellten seriellen Arbeit, die sie „eN.Te.(work in progress)“ nennt. Sie weist mit künstlerischen Mitteln und einem Augenzwinkern - „Humor und Freude gehören zum Grundgerüst meiner Arbeit“ – auf die Verschmutzung und Vermüllung der Umwelt hin. Dazu verwendet sie ein Medium, das alle Welt kennt, aber so wenig schätzt, dass es nach Gebrauch massenhaft im Müll landet: Die kleinen, praktischen Saft- oder Milchtüten, ein Symbol unserer Wegwerfkultur. Eines Tages habe sie beobachtet, wie ein kleiner Junge aus dem Bekanntenkreis eine Trinktüte mit dem Strohhalm aussaugte und dann wegwerfen wollte, erzählt Doris Kamlage. Ihr sei „die Schönheit der Form“ bewusst geworden.
Mit ihrer Kunst rückte sie diese ins Bewusstsein der Betrachterinnen und Betrachter. Das Prinzip: Die Metamorphose des Mülls zum Kunstgegenstand. „Der für den Transport von Nahrung erstellte Raumkörper hat seinen vorgesehenen Kreislauf verlassen, um jetzt in einen Kommunikationskreislauf mit dem Betrachter und zwischen den Betrachtern einzutreten“, formuliert sie selbst. Der „Ich-war-ein-Einweg-Transportbehälter“ werde durch ihre Arbeit ein „Ich-bin-ein-beständiger-Wortevermittler“. Komplette Schulklassen haben für sie Trinktüten gesammelt. Die Künstlerin beklebt jeden Behälter mit im aufwändigen Verfahren von ihr selbst hergestellten Papier, das sie weiß bemalt und mit schwarz gedruckten Botschaften versieht. Viele regen zum Nachdenken an – wie „Neue Ideen haben immer alte Gegner“ oder „Gesellschaftsrequisit“. Andere laden zum Schmunzeln und Freuen ein – wie „Nudeln schmecken viel besser, wenn man statt Nudeln Kartoffeln nimmt“. Ein Grundsatz, an den sie sich auch persönlich hält.
Plastiken sind ein wesentlicher Teil des Werks von Doris Kamlage. Wegen der räumlichen Gegebenheiten in der IHK-Galerie können sie hier nicht gezeigt, nur beispielhaft beschrieben werden. Etwa eine Gruppe von 24 schlanken „Körpern“ aus Holz und Eisen mit „Köpfen“ aus unterschiedlichen Materialien. „Ich bin – ‚Ein eitler Gedanke‘“ hat sie die Gruppe genannt. Die Plastiken repräsentieren ein immer aktuelles Thema, erklärt Doris Kamlage: „Der Mensch in seinen sozialen und kommunikativen Wechselbeziehungen.“ Alle Körper sind in ein tiefes, ebenmäßiges Schwarz getaucht. „Das Schwarz ist ein Rein-Schwarz, dass egal in welchem Licht sich die Arbeiten befinden, sich nicht in ein z.B. Blau-Schwarz oder Grün-Schwarz etc. verändert“, erläutert die Künstlerin.. Sie hat die satte Farbe selbst entwickelt. Doris Kamlage erlaubt es, mal kurz einen Finger über eine Stelle der Stele gleiten zu lassen – es fühlt sich angenehm glatt an, Die Körper der Stelen ähneln einander, ihre Köpfe sind dagegen individuell gestaltet. Sie bestehen aus Holz und diversen Materialien wie Nägeln, einem Schwamm, einer Glühbirne oder einem von ihr in Form gebrachten kleinen, glatten Marmorblock. Der weiße Stein ist nicht einfach aufgesteckt – er sitzt tief im Holz der Stele. Die Bildhauerin braucht für ihre Kunst viel Kraft. „Ich habe Freude an meiner Arbeit“, sagt Doris Kamlage, die seit 30 Jahren Künstlerin ist. Geboren ist sie in Osnabrück. An der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn hat sie Bildhauerei und Freie Kunst studiert. „Ich möchte als denkender Mensch durch die Welt gehen“, sagt sie. Und diesen Anspruch an sich selbst möchte sie auch in ihrer Kunst verwirklichen.
Öffnungszeiten: Mo. bis Do. 8 bis 16:30 Uhr I Fr. 8 bis 15:30 Uhr
Detlef Schweiger: "Crossover IV – Lavur Malerei"
bis 29. August 2026 / Art-Galerie Siegen
Mit der Ausstellung Crossover IV präsentiert die Art Galerie eine konzentrierte Übersicht über das aktuelle Werk von Detlef Schweiger. Im Zentrum stehen die charakteristischen Tusche-Lavuren, die das Spektrum seiner bisherigen künstlerischen Praxis erweitern.
Schweiger hat sich auf die anspruchsvolle Technik der Lavur spezialisiert – ein Verfahren, bei dem stark verdünnte Tusche in wässrigen Schichten aufgetragen wird. In seiner Maltechnik wird die schwarze Tusche in sehr dünnflüssiger Konsistenz mit dem Pinsel in die wässrigen Bildelemente eingebracht und in einem zeitaufwendigen Prozess zu komplexen Strukturen geformt. Anders als in der klassischen Aquarell- oder Tuschemalerei vermeidet er gezielt das Ineinanderlaufen der Formen. Stattdessen entstehen klar abgegrenzte, sich überlagernde Elemente, die miteinander korrespondieren, ohne sich vollständig zu überdecken.
Seine Lavuren sind das Ergebnis eines langen künstlerischen Entwicklungsprozesses. Über Jahre hinweg hat Schweiger seine Technik verfeinert und zu einer eigenständigen Bildsprache geführt. Während frühe Arbeiten noch durch materialbetonte Ansätze geprägt waren, zeichnen sich die aktuellen Werke durch Transparenz, Leichtigkeit und eine präzise gesteuerte Bildorganisation aus. Die Überlagerungen der einzelnen Bildelemente erzeugen eine visuelle Tiefe, die zwischen Fläche und Illusion oszilliert und den Arbeiten eine besondere Brillanz verleiht.
Die Entscheidung für Schwarz-Weiß ist dabei zentral. Farbe als psychophysischer Reiz tritt zugunsten einer konzentrierten Wahrnehmung von Struktur, Rhythmus und Form zurück. Die Arbeiten fordern eine aktive Betrachtung: Aus der Distanz entfalten sie ihre räumliche Wirkung, aus der Nähe offenbaren sich feine Differenzierungen der einzelnen Tuschestrukturen und deren subtile Übergänge.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Holger Wendland. Zudem wird eine Vorzugsausgabe mit einem Original-Lineament-Holzschnitt von Detlef Schweiger und Kay Busch (Auflage: 66 Exemplare) angeboten.
Die Ausstellung lädt dazu ein, Kunst als offenen Wahrnehmungsprozess zu begreifen – als ein Wechselspiel zwischen künstlerischer Setzung und individueller Imagination.
Detlef Schweiger (*1958, Düsseldorf) zählt zu den profilierten deutschen Crossover-Künstlern der Gegenwart. Nach Kindheit und Jugend in Dresden studierte er von 1979 bis 1984 Kunsterziehung, Gestaltungstheorie, Malerei und Grafik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 1986 lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler im Künstlerhaus Dresden-Loschwitz.
Schweigers Werk verbindet Malerei, Grafik, Installation, Lichtkunst, Klang, Video und Performance zu einer interdisziplinären Bildsprache. International bekannt wurde er insbesondere durch seine hochkomplexen Tusche-Lavuren sowie Lichtinstallationen aus recycelten CDs und DVDs, die mit Reflexion, Transparenz und räumlicher Wahrnehmung arbeiten. Seit 1986 leitet er das Klang-Video-Performance-Kollektiv SARDH, seit 2000 ist er künstlerischer Leiter des intermedialen Festivals Morphonic Lab in Dresden. Zu seinen prägenden Projekten zählt zudem die multimediale Installation The Wall Inside Berlin (1990).
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland präsentiert und befinden sich in öffentlichen wie privaten Sammlungen. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt Schweiger 2015 den Dresdner Kunst- und Wissenschaftspreis. Darüber hinaus engagierte er sich über viele Jahre in Jurys und Gremien des Künstlerbundes Dresden, der Stiftung Kunstfonds Bonn sowie der Stiftung Sozialwerk VG Bild-Kunst und prägte damit auch die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst in Sachsen nachhaltig.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr und Samstag 10 bis 16 Uhr
Mona Rothenpieler: "Tierbilder"
bis 30. August 2026 / Waldlandhaus Hohenroth
Mona Rothenpieler wurde 1965 in Erndtebrück geboren und ist seit jeher tief mit der Natur und der Tierwelt verbunden. Diese lebenslange Tierliebe spiegelt sich konsequent in ihrem künstlerischen Schaffen wider. Schon in der Kindheit begann sie mit Blei- und Buntstift zu zeichnen; Anfang der 2000er-Jahre entdeckte sie schließlich die Acrylmalerei auf Leinwand für sich. Seit 2014 ist sie Mitglied der Wittgensteiner Kunstgesellschaft.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeiten stehen Tiere, die sie vor allem in großformatigen, realistischen Darstellungen eindrucksvoll in Szene setzt. Ergänzt wird dieses Werk durch kleinere Arbeiten, etwa auf Holzscheiben, sowie durch humorvolle Motive: Kaninchen mit Fliegerbrille, Sonnenbrille oder Kopfhörern verleihen den Bildern eine spielerische Leichtigkeit und einen augenzwinkernden Charakter.
Öffnungszeiten: Freitag, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 14 bis 18 Uhr
Steffanie Schlabach: "Malerei und Fotografie – von Landschaften bis Nürburgring"
bis 31. August 2026 / Rathaus Erndtebrück
Steffanie Schlabach beschäftigt sich seit ihrer Kindheit mit Kunst und Kreativität. Bereits früh besuchte sie eine Kunstschule, in der sie verschiedene Techniken und Stilrichtungen erlernte. Nach einer längeren Pause, in der andere Lebensbereiche im Vordergrund standen, fand sie vor etwa drei Jahren zur Malerei zurück.
Heute arbeitet sie mit unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksformen, darunter Acrylfarben, Pastellkreide und Aquarell. Ihre Werke sind geprägt von einem hohen Anspruch an sich selbst und dem Wunsch, kreative Ideen sichtbar zu machen.
Neben der Malerei ist auch die Fotografie ein zentraler Bestandteil ihres Schaffens. Besonders Landschafts- und Naturaufnahmen sowie Motive rund um den Nürburgring stehen im Fokus. Durch gezielte Bildbearbeitung gelingt es ihr, besondere Stimmungen einzufangen und hervorzuheben.
„Ich bin gerne kreativ, weil es mir Freude macht, entspannt und zugleich fordert. Beim Malen und Fotografieren sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – alles ist möglich“, beschreibt die Künstlerin ihre Motivation.
Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, unterschiedliche Perspektiven auf Natur, Bewegung und Kreativität zu entdecken.
Die Werke sind bis zum 31. August 2026 im Rathaus zu sehen.
"Tiere erzählen" - Ausstellung von Dr. Marlies Obier
15. August bis 4. September 2026 / Römergalerie Burbach
Die sehr erfolgreiche Ausstellung „Tiere erzählen“ wird in der Römergalerie und ihren Räumen mit einem neuen Fokus präsentiert.
Tiere stehen im Mittelpunkt vieler Erzählungen der Literatur seit Jahrhunderten. Weltberühmt geworden sind Figuren wie Bambi, die Bremer Stadtmusikanten, Flush und Akka von Kebnekajse. Ihre Autor*innen gaben den Tieren eine Stimme und verbanden damit die Hoffnung, dass der Mensch lernt, den Tieren mit Achtung zu begegnen.
Öffnungszeiten: Montag, Samstag und Sonntag 15.00 bis 17.00 Uhr, Mittwoch, Donnerstag und Freitag 12.00 bis 17.00 Uhr
Fotoausstellung "Zukunftsbilder 2045 – Eine Reise in die Welt von morgen"
bis 4. September 2026 / Foyer des Kreishauses in Siegen
Wie könnten unsere Städte in der Zukunft aussehen? Die Fotoausstellung „Zukunftsbilder 2045 – Eine Reise in die Welt von morgen“ entwirft eine positive Zukunftsvision: naturnahe, lebenswerte und fortschrittliche Städte. Die aufwendig und ohne künstliche Intelligenz gestalteten Panoramen zeigen, wie Städte in Deutschland, der Schweiz und Österreich in Zukunft aussehen könnten.
Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten kostenlos im Foyer des Kreishauses (Koblenzer Straße 73, 57072 Siegen) zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen reich bebilderten Katalog. Darin schildert eine Reportage den Weg zum Erreichen der Klimaziele bis zum Jahr 2045 und entwirft ein anschauliches Bild davon, wie ein nachhaltiges Leben in der Zukunft aussehen könnte.
Offener Fototreff Hilchenbach: "Unsere Lieblingsfotos"
bis 15. September 2026 / Rathaus Hilchenbach
Als Projekt des Förderprogramms „Dritte Orte“ gibt es seit diesem Jahr im kmd den Offenen Fototreff (OFT). Hier treffen sich interessierte Hobbyfotografinnen und Fotografen mit einem Monatsthema und zum gegenseitigen Austausch. In diesen Treffen kamen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Laufe der Zeit sehr viele unterschiedliche Motive zu verschiedenen Interessensgebieten zusammen. Die Fotografien zeigen zum Beispiel Szenen aus der Natur, Reise- und Tierfotografie sowie Porträtaufnahmen.
Aus dieser Gruppe werden nun die besten Bilder im Rathaus Hilchenbach zum Thema „Unsere Lieblingsfotos“ ausgestellt.
Für die Ausstellung wurden von jedem Akteur drei Lieblingsfotos ausgewählt. Diese bunte Mischung von unterschiedlichen Motiven kann nun in der ersten und zweiten Etage des Hilchenbacher Rathauses während der normalen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.
Anne Freudenberger: "Guck mal KUNST"
7. August bis 20. September 2026 / 4Fachwerk-Mittendrin-Museum Freudenberg
Nach vier Jahrzehnten im Unterricht öffnen sich für Anne Freudenberger aus Siegen neue zeitliche Freiräume. Die Pädagogin nutzt diese Phase, um sich mit Begeisterung, Intuition und wachsender Professionalität der Malerei zuzuwenden.
Aus dem anfänglichen Interesse wird bald deutlich mehr als ein Hobby. Anne Freudenberger entwickelt eine immer professionellere Herangehensweise und eine eigenständige künstlerische Ausdruckskraft. Sie experimentiert mit Farben, Materialien und Strukturen; in ihren Werken verdichtet sich ein kreativer Impuls, den sie selbst so beschreibt: „Meine Stimmung überträgt sich auf meine Bilder.“
Mit der Zeit wendet sie sich zunehmend abstrakten Kompositionen zu. Deren Wirkung steigert sie häufig durch Materialmix-Collagen, die den Bildern Tiefe, Bewegung und eine besondere haptische Qualität verleihen.
Eine wichtige Rolle spielt in ihrem Prozess das Experiment mit ungewohnten Materialien. „Gerne verwende ich Marmormehl, das zunächst willkürlich aufgetragen wird. Dann bewirkt die Trocknung in der Sonne eine überraschende Umformung in eine scheinbar explodierende Ornamentik, die ich anschließend mit Farben ausgestalte“, erläutert Anne Freudenberger eine ihrer Vorgehensweisen.
Neben Acrylfarben und Kreide setzt sie auch Gold- und Silberpulver ein. Sogar Blattgold trägt zur Ausdrucksvielfalt ihrer Arbeiten bei und verleiht einzelnen Bildpartien eine besondere Leuchtkraft.
Als Inspirationsquellen dienen ihr unter anderem Fotos, Zeitungsausschnitte, Stoffe, Pappmaschee und Naturmaterialien. Daraus entstehen überraschende, teils großformatige Werke mit vielschichtigen Oberflächen und spannungsvollen Kompositionen.
In einer ihrer Bildserien wird ihre Liebe zum Meer besonders deutlich. „Wir haben 40 Jahre gesegelt. Die maritime Begeisterung habe ich gerne künstlerisch umgesetzt“, sagt Anne Freudenberger.
Zu farbigen Motiven gesellen sich echte Segeltuch-Applikationen und Kordeln. Gemeinsam erzeugen sie einen Gesamteindruck, der die Sehnsucht nach rauschenden Wellen spürbar macht. Ein Werk greift diese Bildidee besonders eindrucksvoll auf: Hier nutzt die Künstlerin die Struktur getrockneter Baumrinde, um eine Strandsituation und eine vom Wind bewegte Flut zu einer ausdrucksstarken Küstenlandschaft zu formen.
Öffnung: Mittwoch, Samstag, Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr.
Sabine Schnell: "Abstrakte Malerei"
bis 20. September 2026 / Foyer der Stadtbibliothek Kreuztal
Sabine Schnell ist Kreuztalerin und widmet sich seit 2012 mit großer Leidenschaft der abstrakten Malerei.
Farben, Strukturen und Formen sind für sie eine Möglichkeit, Eindrücke und Stimmungen sichtbar zu machen. Ihre Bilder entstehen intuitiv – Schicht für Schicht entwickelt sich auf der Leinwand ein Werk, das oft erst während des kreativen Prozesses seine eigene Richtung findet.
Inspiriert von der Natur entstehen aus kräftigen Farbkompositionen, markanten Linien und vielschichtigen Strukturen ausdrucksstarke Werke mit besonderer Tiefe und plastischer Wirkung. Die Bilder laden dazu ein, immer wieder neue Details zu entdecken und Raum für eigene Gedanken und Interpretationen zu finden.
Es freut Sabine Schnell besonders, wenn ihre Kunst Menschen berührt und sie über ihre Werke miteinander ins Gespräch kommen. Ihre Bilder haben bereits bei Ausstellungen viel Anklang gefunden und befinden sich heute in zahlreichen privaten Sammlungen.
Weitere Werke und mehr Informationen zu Sabine Schnell sind auf www.sabineschnell.de zu finden.
Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek besucht werden.
Cory Arcangel: "End User"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Cory Arcangel (*1978, Buffalo, NY (US), lebt und arbeitet in Stavanger (NO)) hat für die fünfte Ausgabe der „MGKWalls“ eine Serie neuer Arbeiten entwickelt. Die ortsspezifische Ausstellungsreihe stellt zwei prominente Wände des Museums in den Mittelpunkt einer Jahrespräsentation: die Eingangswand im Foyer des Museums sowie die große LED-Wand an der Außenfassade, die die Architektur des Museums programmatisch zur Stadt hin öffnet und seit der Eröffnung ein markantes Erkennungsmerkmal des Hauses ist.
Cory Arcangel ist Künstler, Komponist, Kurator und Unternehmer. Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten auf digitalen Technologien basierter Kunst. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Netzkunst, Internet- und Popkultur, experimenteller Musik sowie der Unterhaltungsindustrie auseinander. Arcangel wurde für seinen ganz eigenen künstlerischen Zugriff auf alte und neue digitale Technologien bekannt. Dabei sind die jeweiligen Medien immer Thema und Gegenstand zugleich. Mit einem fast archäologischen Ansatz untersucht er ihre Strukturen und „hackt” die visuelle Sprache von Software, Videospielen, sozialen Medien und maschinellem Lernen.
Zu sehen Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr
Nina Beier, David Hammons, Zoe Leonard: "Das soziale Leben der Dinge"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst Siegen stellt die Werke von Nina Beier (* 1975, lebt in Kopenhagen), David Hammons (* 1943, lebt in New York) und Zoe Leonard (* 1961, lebt in New York) in einen überraschenden, generationsübergreifenden Dialog. In ihren Installationen, Skulpturen, Fotografien und Videos nehmen die drei Künstler*innen Gegenstände des Alltags, wie Matratzen, Waschbecken, Kaffeebecher oder Wächterlöwen zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Trotz ihrer unterschiedlichen kulturellen Hintergründe und künstlerischen Ansätze teilen sie das gemeinsame Interesse, durch die Gegenüberstellung ausgewählter Objekte soziale Erfahrungen und kulturelle Deutungsmuster sichtbar zu machen.
Die Ausstellung „Das soziale Leben der Dinge“ zeigt in zehn Räumen zahlreiche Schlüsselwerke von den 1990er Jahren bis heute. Nina Beier arbeitet meist mit gesammelten Objekten und setzt sich mit Fragen von Wert, Herkunft, Reproduktion und Bedeutungsverschiebung auseinander. Ihre Skulpturen und Installationen thematisieren globale Produktions- und Zirkulationsprozesse durch unerwartete Kombinationen. David Hammons zählt zu den einflussreichsten Künstlern unserer Zeit. Mit scheinbar belanglosen Materialien und urbanen Fundstücken schafft er poetische und subversive Objekte, die sich mit afroamerikanischer Identität, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und dem Kunstsystem auseinandersetzen. Zoe Leonards Werk reicht von der Erkundung natürlicher Landschaften und des urbanen Raums bis hin zu Fragen von Geschlecht, Migration und globalem Warenaustausch. Durch Wiederholungen und subtile Perspektivwechsel macht die Künstlerin auf die besonderen Eigenschaften offensichtlich vertrauter Bilder oder Objekte aufmerksam.
Alle drei Künstler*innen setzen sich direkt mit den materiellen, visuellen und sozialen Wirklichkeiten der Welt auseinander. Sie interessieren sich für Objekte, die bereits mit Beziehungen, Hierarchien und Widersprüchen aufgeladen sind. Ihre Werke verkörpern diese auf eine Weise, die den Gegenstand selbst zu einem Ort der Spannung zwischen symbolischer Bedeutung, Material und Raum macht. Ausgehend von Dingen des menschlichen Lebens schaffen Beier, Hammons und Leonard einen Moment der Wiedererkennung und erzeugen zugleich produktive Verunsicherung, die scheinbar Bekanntes neu sehen lässt.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr
"Friedrich Wilhelm Bäcker – Visionen einer Vergangenheit"
bis 27. September 2026 / Siegerlandmuseum Siegen
Erstmals wird das Werk des bislang weitgehend unbekannten Siegerländer Fotopioniers Friedrich Wilhelm Bäcker (1858-1940) präsentiert. Wie eine Zeitkapsel öffnen seine Bilder den Blick auf das Siegerland der 1910er Jahre – von Porträts über künstlerische Naturaufnahmen bis hin zu Szenen an der Schnittstelle zwischen Landidyll und industrieller Moderne.
Wer war Bäcker und welche Geschichten erzählen seine Bilder? Diesen Fragen geht die Ausstellung nach und eröffnet auch neue Perspektiven: Generative KI lädt an ausgewählten Exponaten dazu ein, die Grenze von Realität und Interpretation spielerisch zu hinterfragen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
"der Legende nach"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.
Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten, und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.
In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen auseinandersetzen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler*innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nichtlineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr
"Wirtschaftswunder Charlottenhütte"
29. September bis 16. Oktober 2026 / Berufskolleg Technik Siegen
200 Jahre Berufskolleg Technik des Kreises Siegen-Wittgenstein - Von der Sonntagsschule zur modernen Bildungsinstitution: Das wird gefeiert - unter Anderem mit dieser Ausstellung!
Die Charlottenhütte war eine Eisenhütte mit Hochöfen im Siegerland, die im Jahr 1856 von den Geschwistern Kreutz gegründet wurde. Bis in die 1950er und 60er Jahre entwickelte sie sich zu einem der wichtigsten Unternehmen im Siegerland. Die Ausstellung zeigt Bilder und Exponate aus der Geschichte und Entwicklung dieses bedeutenden Unternehmens und möchte vorrangig die Blütezeit der 50er und 60er Jahre hervorheben, welche für das wirtschaftliche und industrielle Wachstum Siegens essenziell war.
Zu sehen montags bis freitags zwischen 7:30 und 15 Uhr.
Julian Irlinger: "Verplant"
21. August bis 18. Oktober 2026 / Städtische Galerie Haus Seel Siegen
Ein Telefon klingelt ins Leere. In einem Architektur- und Stadtplanungsbüro schlafen Angestellte über ihren Entwürfen, während draußen Kräne einem mechanischen Rhythmus folgen. Die Menschen verlieren die Kontrolle, doch die Systeme laufen unbeirrt weiter – als hätte sich die Stadt längst von ihren Planer:innen gelöst.
In "Verplant" zeigt Julian Irlinger die Animationsfilme The Curtain of Time (2025) und Chronotopia (2026) gemeinsam mit eigens gestalteten Laternen. Die als nahtlose Loops konzipierten Filme folgen keiner linearen Erzählung. Statt der Figuren bestimmen Raster, Interieurs und Architekturen das Geschehen und prägen ihre charakteristische Formensprache.
Irlingers Bildwelten modifizieren die Form und Struktur von Animations- und Instruktionsfilme der Nachkriegszeit. Klare Linien, flächige Farben und reduzierte Bewegungen standen für Fortschritt, Orientierung und gesellschaftliche Erneuerung. Zugleich wurde diese Bildsprache in Lehrfilmen, Werbung und Propaganda eingesetzt. Was leicht, spielerisch und unmittelbar verständlich erscheint, vermittelt daher immer auch eine bestimmte Vorstellung davon, wie Gesellschaft gestaltet werden soll.
In The Curtain of Time weichen die Zukunftsentwürfe der Moderne der Sehnsucht nach vertrauten, historisch rekonstruierten Stadtbildern. Im Loop des Films werden Planung, Abriss und Wiederaufbau zu einer fortwährenden Bewegung. Auch Chronotopia zeigt die Stadt nicht als abgeschlossenen Entwurf, sondern als Ort permanenter Veränderung, an dem unterschiedliche Vorstellungen von Fortschritt aufeinandertreffen.
Die für die Ausstellung gestalteten Laternen übertragen diese Auseinandersetzung in den Raum. Ihre Formen greifen unterschiedliche Gebäudetypologien auf und verweisen zugleich auf das angeleitete Laternenbasteln mit Kindern zu St. Martin. Dabei verbinden sich pädagogische Anleitung und individuelle Gestaltung mit tradierten Vorstellungen davon, wie ein Haus auszusehen hat. Auch die Laternen zeugen davon, dass vermeintlich einfache Formen und vertraute Bilder gesellschaftliche Werte vermitteln.
Julian Irlinger (*1986, Erlangen) ist ein in Berlin lebender Künstler. Er ist Teilnehmer der Manifesta 16 Ruhr (2026). Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen Portikus, Frankfurt am Main (2025), Kunstverein Schwerin (2025) und Wende Museum, Los Angeles (2022). Seine Arbeiten waren zuletzt in internationalen Ausstellungen wie Palais Populaire, Berlin (2025), und Art Basel Parcours, Basel (2023), zu sehen.
Im Rahmen der Ausstellung wird oxfordberlin ein Screeningprogramm entwickeln. Ausgehend von der eigenen Praxis beschäftigt sich das Programm mit den Verbindungen zwischen Stadtraum, Architektur und den Infrastrukturen künstlerischer Produktion und untersucht, wie bestehende Orte als Ausstellungsräume genutzt und neu gelesen werden können.
Die Ausstellung kann zu folgenden Zeiten besucht werden: Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr / Sonntag auch von 11 bis 13 Uhr.
Fotoausstellung "Küsten und Landschaften in Südeuropa" von Gerhard Knappstein
4. September bis 30. Oktober 2026 / Rathaus Netphen
Hobby-Fotograf Gerhard Knappstein zeigt in seiner Ausstellung schöne Natur- und Landschaftsfotos von Korsika, Amalfiküste, Algarve, Madeira und Cote d'Azur.
Die Fotografien geben einen wunderbaren Eindruck von der abwechslungsreichen und atemberaubenden Schönheit der Inseln und Küsten. Es sind mediterrane Landschaften, Strände, Buchten und Felsformationen zu sehen.
Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besuchen.
Jochen Dietrich: "Obsolete Homes"
28. September 2026 bis 9. April 2027 / Kulturhaus LYZ Siegen
Zu sehen sind Bilder aus zwei Werkgruppen aus den Jahren 2016-2022 und 2026, die jeweils aus übermalten Fotografien bestehen: Im Fall der Gruppe "Real Estate" bilden gefundene Fotos von den Websites portugiesischer Grundstücksmakler den Ausgangspunkt. Bei "Obsolete Homes" handelt es sich um Aufnahmen, die Dietrich in den Jahren 2016 bis 2018 an der Algarve aufgenommen hat.
Die Motive ebenso wie der Umgang mit ihnen sind im besten Sinne frag-würdig: Das Land hat elf Millionen Einwohner, aber Wohnraum für fast dreißig. Und gebaut wird weiter. Denn es geht um Träume - das Haus mit Meerblick, das Refugium im Hinterland, das smarte Home. Und alles kommt auf den Markt, so lange es noch gut geht, solange die Reichen reisen und das Meer das Haus noch nicht geholt hat. Kann man davon schöne Bilder machen? Und ist, bei allem vordergründigen Naturalismus, was wir sehen überhaupt diese Wirklichkeit? Und entspricht, was wir sehen, überhaupt dem Foto, auf das es gemalt wurde? Dazu erfährt der Betrachter nichts.
Den Anspruch, die Welt zeigen zu können, hat das Medium Fotografie längst aufgeben müssen, meinen einige. Wenn das stimmt, hat der, der fotografierend etwas dokumentieren will, ein Problem. Da kann er ebenso gut malen.
Die Ausstellung ist von Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr im Kulturhaus Lÿz in Siegen zu sehen. Zur Eröffnung am Sonntag, den 27.09.26 um 11 Uhr in der Aula Lÿz (Eingang C) werden weitere Arbeiten des Künstlers präsentiert.