
Mariana Castillo Deball, patricia kaersenhout und Anina Major: "Not done yet. Koloniale Kontinuitäten"
bis 18. Januar 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Geschichte reflektiert die Werte einer Gesellschaft und befindet sich zugleich in einem stetigen Wandel. Dabei nimmt die Sichtbarmachung der Deutschen Kolonialgeschichte und die Verflechtungen mit Geschichten anderer europäischer Kolonialmächte eine wichtige Rolle ein.
Ausgangspunkt der Ausstellung „Not done yet. Koloniale Kontinuitäten“ ist eine peruanische Silberschale, die durch den transatlantischen Sklavenhandel in den Besitz von Fürst Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679) gelangte. Im Jahr 1658 übergab er diese als Taufschale an die evangelische Kirchengemeinde Siegens, wo sie bis heute verwendet wird.
Welchen Einfluss haben die Auswirkungen der Kolonialzeit auf die Nutzung und Wahrnehmung von Objekten?
Die Künstler*innen Mariana Castillo Deball, patricia kaersenhout und Anina Major setzen sich mit dieser Fragestellung, dem Fortwirken von kolonialen Strukturen in unserer Gesellschaft und möglichen Formen einer künstlerischen Selbstermächtigung auseinander. Ihre Skulpturen, Videos und Zeichnungen machen diese Kontinuitäten in vielfältiger Weise sichtbar. Kunst wird zum Ankerpunkt um Widersprüche zu verhandeln und einen Raum für neue Perspektiven und Erfahrungen zu öffnen.
Mit Werken von Mariana Castillo Deball, patricia kaersenhout, Anina Major und Leihgaben aus dem Siegerlandmuseum.
Zu sehen Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr.
Sammlung Lambrecht-Schadeberg - Rupprecht Geiger: "Drei Farben"
bis 18. Januar 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Wer das Werk von Rupprecht Geiger kennt, verbindet damit meist eine bestimmte Farbe: Rot. Sie zieht sich wie der buchstäbliche Faden durch sein künstlerisches Lebenswerk und prägt den Grundton vieler Ausstellungsplakate und -kataloge. Rot steht stellvertretend für Leben, Liebe, Macht und Energie. Die Farbe selbst ist das Element und die eigenständige Kraft.
Die Ausstellung „Rupprecht Geiger. Drei Farben“ mit Werken aus der Sammlung Lambrecht-Schadeberg zeigt Farbfeldmalereien aus den Jahren 1952–1998: Neben einer Auswahl roter Bilder, die mit ihren farblichen Abwandlungen zu Pink oder Magenta Geigers Faszination für die Farbe Rot erkennen lassen, werden diese um gelbe und blaue Bilder ergänzt. Gelb, die Farbe des Lichts und der Sonne, ist für Geiger ebenfalls eine rote Farbe. Im Blau liegt die Tiefe, die Farbe des Planeten und die Weite des Weltraums.
Geiger zählt zu den Vertretern der Konkreten Kunst, was den Zugang zu seinen Werken erleichtert. Denn alles Notwendige ist unmittelbar vorhanden: Farbe, Pigment, Licht und Form. Rechteckige und ovale Motive sind in einem Raum auf drei Wänden verteilt. Über die vierte Wand, die Fensterfront, öffnen sie sich dem Licht und dem unteren Schlossplatz vor dem Museum. Im Zusammenspiel von Farbkörpern und Ausstellungssituation entsteht ein Farbraum, der auf Körper, Geist und Architektur übergreift und selbst mit geschlossenen Augen noch Nachbilder erzeugt.
Zu sehen Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr.
Egbert Hohmann, Johannes Viehmann-Höselbarth, Peter Barden: "Was sich zeigt"
bis 28. Januar 2026 / Sparkasse Wittgenstein Bad Berleburg
„Was sich zeigt“ ist das, was die Kunst angeht, das, woher sie kommt, woraus sie sich speist, wofür sie sensibel ist und was sie deshalb ausdrücken muss. Das sind Welt und Mensch, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, Mögliches und (noch) Unmögliches, das es zu befragen gilt.
Drei dieser Fragen werden in der Ausstellung zu künstlerischen Arbeiten: Halten Identitäten, was wir uns von ihnen versprechen? Was passiert, wenn künstlerische Wahrnehmung und Ausdrucksweisen Kehrtwenden vollziehen? Warum sehen wir, was wir sehen, und was sagt unser Sehen über uns?
Der Mediziner Egbert Hohmann arbeitet seit Jahren mit seinen „Masken“ auf der Schnittstelle zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Seine Grundthese: Identität als festes, vielleicht sogar von vornherein gegebenes Konstrukt des Geistes gibt es nicht. Was aber bleibt dann?
Johannes Viehmann-Höselbarth, im pädagogischen Bereich tätig, tastet mit vielen, vorwiegend grafischen Techniken den inneren Bildwelten in „Kehrtwendungen“ nach.
Peter Barden, vor dem Renteneintritt Journalist, geht in seinen „Musterformungen“ der Frage nach, wie im Bewusstsein Sinneseindrücke zu Mustern, zu Bildern und schließlich zu Bestandteilen des „Verstehens“ werden. Aber: Was wird verstanden, und wie lässt es sich kommunizieren?
Die Ausstellung kann bis zum 28. Januar 2026 zu den Öffnungszeiten der Sparkasse besichtigt werden.
Kunststudierende der Universität Siegen: "Pendelskizzen"
bis 27. Februar 2026 / Kulturbahnhof Kreuztal
Mit dem Szenenwechsel 72 wurde die nächste Ausstellung im Kulturbahnhof Kreuztal eröffnet. Zu sehen sind dieses Mal Pendelskizzen von Kunststudierenden der Universität Siegen.
Unter dem Titel „Pendelskizzen“ zeigen die Kunststudierenden Arbeiten zum Thema „Unterwegs sein“. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Zeichnungen, Collagen, experimentelle Formen und Installationen, die Eindrücke aus dem öffentlichen Raum von Siegen und Umgebung festhalten. Die Studentinnen nähern sich dabei Themen wie Zugfahren, Pendelroutinen, Reisen, Kiosk-Kultur, Bahnhofsszenen, Verspätungen, Geschwindigkeit sowie Begegnungen mit Menschen und Tieren an. Ein Gestaltungselement ist zudem die Vervielfältigung und Arbeit mit Kopien, die den seriellen Charakter des Pendelns und die Wiederholung alltäglicher Abläufe reflektiert, die im Showroom des Lehrbereichs in Siegen zu sehen sind. Mit „Pendelskizzen“ eröffnet sich ein subjektiv-künstlerischer Blick nah an der Realität des täglichen Unterwegsseins.
Die Studentinnen freuen sich über die Möglichkeit, ihre entwickelten Projekte in einer gemeinsamen Präsentation der Öffentlichkeit im Ausstellungsbereich des Kulturbahnhof Kreuztal zeigen zu können. Ziel der „wanderstudies“ ist es, die Region künstlerisch zu erforschen, mit Kooperationspartnern zusammenzukommen und eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Angelegt ist das Seminar im Lehrbereich Künstlerische Strategien im öffentlichen Raum/Kulturelle Bildung an der Universität Siegen.
Zu sehen während der Öffnungszeiten des Kreuztaler Bahnhofs.
Thomas Wolf / Kreis Siegen-Wittgenstein: 50 Jahre - 50 Dokumente
bis 28. Februar 2026 / Kreishaus-Foyer Siegen
„Seit 1975 haben Siegerland und Wittgenstein gemeinsam eine Erfolgsgeschichte geschrieben: hohe Lebensqualität, starke Wirtschaftsregion, eine der sichersten Regionen in Nordrhein-Westfalen, niedrigstes Armutsrisiko in unserem Bundesland, herrliche Naturlandschaften, Ehrenamtsregion Nr. 1 in Südwestfalen und Nr. 2 in NRW – und diese Liste könnte man problemlos fortsetzen“, sagt Landrat Andreas Müller: „Wir hatten also allen Grund, im vergangenen Jahr den Kreisgeburtstag ‚50 Jahre Siegen-Wittgenstein‘ unter dem Motto ‚Wir feiern, was wir lieben‘ zu begehen. Mit einer letzten Veranstaltung im Kreishausfoyer schließen wir das Jubiläumsjahr nun ab. Seit dem 30. Dezember ist dort die Ausstellung ‚50 Jahre – 50 Dokumente‘ zu sehen.“
Konzipiert wurde die Ausstellung von Kreisarchivar Thomas Wolf. Für jedes der 50 Jahre hat er ein Dokument ausgewählt, dass jetzt im Rahmen der Ausstellung gezeigt wird: „Die Schwierigkeit bei der Auswahl war, möglichst viele Lebensbereiche abzudecken und dabei das gesamte Kreisgebiet zu berücksichtigen“, sagt Wolf: „Eigentlich ist das unmöglich. Und deshalb gebe ich zu, dass es letztlich eine sehr persönliche Ausstellung geworden ist. So habe ich z.B. für das Jahr 2011 die Eröffnung des Kreisarchivs als Thema ausgewählt.“
In der Ausstellung hat Thomas Wolf aber nicht nur die Vergangenheit im Blick, sondern schlägt auch einen Bogen in die Zukunft: „Die Geschichten zu den Dokumenten dokumentieren nicht nur historische Ereignisse oder Biographien, sondern auch Prozesse, die die Kreisgeschichte sicher in den nächsten 50 Jahren bestimmen werden.“
Nachlesen kann man die Geschichten zu den Dokumenten in einem rund 100-seitigen Ausstellungskatalog. Dort ist jeweils auf einer Hälfte einer Doppelseite das Dokument für das jeweilige Jahr zu sehen, auf der anderen wird die Geschichte dazu erzählt. Der Katalog liegt in der Ausstellung aus, so dass man mit ihm in der Hand die einzelnen Dokumente betrachten und die Geschichten dazu nachlesen kann. Zudem kann der Katalog auch im Internet unter siegen-wittgenstein.de/50Jahre durchgeblättert werden.
Einen Ausstellungsmacher zu fragen, was für ihn die Highlights seiner Ausstellung sind, ist immer ein bisschen riskant, aber Thomas Wolf hat sich dann doch festlegen lassen: „Es gibt einige Lieblingsstücke – z.B. das Gastgeschenk unserer chinesischen Partnerstadt Deyang mit den Pandabären. Das Bild wird zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit gezeigt. Zur Geschichte von Radio Siegen gibt es in der Ausstellung nicht nur das Logo zu sehen, sondern – per QR auf dem eigenen Smartphone – auch etwas zu hören“, so Thomas Wolf: „Und besonders gefreut hat mich, dass uns für diese Ausstellung aus Privatbesitz das Plakat des ersten Christopher Street Days in Siegen zur Verfügung gestellt wurde.“
„Jedes Dokument steht für ein Ereignis aus der 50-jährigen spannenden und vielfältigen Geschichte unseres Kreises. Ich glaube, wir hätten keinen besseren Abschluss für unser Jubiläumsjahr finden können“, unterstreicht Landrat Andreas Müller: „Wer ohnehin im Kreishaus etwas zu tun hat, sollte sich unbedingt ein paar Minuten extra nehmen, um durch die Ausstellung zu gehen. Es lohnt sich aber ganz sicher auch, nur für einen Ausstellungsbesuch zu uns zu kommen.“
Übrigens: Wer ganz genau nachzählt wird feststellen, es sind 51 und nicht 50 Dokumente in der Ausstellung zu sehen. Warum? „Ich habe mich dafür entschieden, auch ein Dokument für das Jubiläumsjahr 2025 mit hinzu zu nehmen – und so kommt man von 1975 bis 2025 auf 51 Jahre und damit 51 Dokumente“, löst Kreisarchivar Thomas Wolf dieses kleine Rätsel.
Zu sehen während der Öffnungszeiten des Kreishauses.
Nina Niederhausen: "Unnoticed"
16. Januar bis 1. März 2026 / 4Fachwerk Mittendrin Museum Freudenberg
„Unnoticed“ wählte Nina Niederhausen als Titel, den englischsprachiger Begriff für „unbeachtet, unbemerkt oder unbeobachtet“. Ein Widerspruch zur ihrer tatsächlichen visuell-künstlerischen Leistung? In ihren Werken zeigt sie mit großer Präzision Gegenständliches, Objekte, die an denen viele Menschen vermutlich zunächst achtlos vorübergehen.
So rückt Nina Niederhausen mit Ihren Motiven Dinge in den Mittelpunkt, die im Alltag oft übersehen werden. Ihren Blick richtet sie dabei auf rostiges Eisen, verwittertes Holz, Gemäuer, Stofffetzen oder Metallstrukturen. Den spezifischen Details schenkt sie Beachtung, bringt deren Eigenart auf Papier oder Leinwand, zeigt den besonderen Charakter. „Ich versuche, Eindrücke und Gegenstände, die mir ins Auge fallen, sozusagen zu konservieren.“ Gegenstände werden durch die Arbeit von Nina Niederhausen nicht nur wiederentdeckt, sondern erhalten geradezu eine wirkungsvolle Aufwertung.
Die Liebe zur Kreativität begleitet Nina Niederhausen ein Leben lang: „Ich male und zeichne, seitdem ich einen Stift in der Hand halten kann,“ erzählt die junge Künstlerin, Jahrgang 19679, die in Hamm an der Sieg aufgewachsen ist und jetzt in Brachbach lebt und arbeitet.
Die Ausstellung „Unnotices – Was wir nicht sehen – und doch vor Augen haben“ wird bis zum 1. März 2026 gezeigt.
Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen können abgesprochen werden.
Marcel van Beek: "Planetary Boundaries"
bis 12. März 2026 / KlimaWelten Hilchenbach
Die Ausstellung nimmt den Betrachter mit auf eine visuell beeindruckende Reise durch die kritischen Nachhaltigkeitsgrenzen, denen unser Planet durch menschliches Handeln ausgesetzt ist. Van Beek setzt sich künstlerisch mit den wichtigsten ökologischen Belastungsgrenzen auseinander wie - Artenvielfalt, Landnutzung, fossile Ressourcen und Umweltverschmutzung - und beleuchtet auf subtile, doch eindringliche Weise die Herausforderungen, die unsere Gesellschaft bewältigen muss, um die planetaren Grenzen nicht dauerhaft zu überschreiten.
Die Verbindung von Fine Art Photography mit moderner Konzeptfotografie schafft visuelle Metaphern, die Schönheit und Bedrohung zugleich sichtbar machen. Van Beeks Kunstwerke rufen nicht nur die Dimensionen der ökologischen Krise ins Bewusstsein, sondern schaffen auch Räume für Reflektion.
Zu sehen während der regulären Öffnungszeiten der KlimaWelten.
Giorgio Morandi: "Resonanzen"
bis 22. März 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Die retrospektive Ausstellung „Giorgio Morandi. Resonanzen“ im Museum für Gegenwartskunst Siegen geht der besonderen Position Morandis in der Kunst der letzten 80 Jahre nach. Sie zeigt mehr als 60 Werke des Malers vom Frühwerk der 1920er bis in die 1960er Jahre. Dabei setzt die Präsentation bei der umfassenden Morandi-Werkgruppe der Sammlung Lambrecht-Schadeberg an und erweitert diese mit Leihgaben aus deutschen und europäischen Sammlungen. Zugleich macht sich die Ausstellung das Prinzip Morandis zu eigen und setzt die Werke in Dialog mit älteren und jüngeren Werken anderer Künstler*innen, darunter Joseph Albers, Anna & Bernhard Blume, Gustave Caillebotte, Tacita Dean, Walter Dexel, Peter Dreher, Lucian Freud, Candida Höfer, On Kawara, Sol Lewitt, Edouard Manet, Claude Monet, Franziska Reinbothe oder Willem de Rooij.
Mit insgesamt über 80 Werken wird die Ausstellung selbst die Resonanzen zwischen einzelnen Motiven und Bildern erzeugen, indem sie Bezüge zwischen Ähnlichem sichtbar macht und Unterschiedliches zum Sprechen bringt.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr
Sonderausstellung "Geschichte im Miniaturformat"
18. Januar bis 12. April 2026 / Museum Wilnsdorf
Die historischen Puppenstuben der Sammlung Surberg bilden bürgerliches Leben aus drei Jahrhunderten ab.
Woher kommen eigentlich Puppenstuben? Nicht immer waren sie Spielzeug, auch als Statussymbole wurden sie genutzt.
Im Zusammenspiel aus künstlerischer Freiheit und detailreicher Genauigkeit führen rund 15 Kunstwerke der Sammlung Surberg-Röhr in Miniaturperspektive durch Steinzeit bis hin ins 20. Jahrhundert.
Im Kaufhaus, Leuchtturm, Ritterburg und vielem mehr lohnt sich das Eintauchen in die Szenen. Durch kleine Fenster schauen, Schilder lesen, einen Hund auf der Couch beobachten, grandiose Kunstwerke auf kleinen Staffeleien bestaunen. An einigen Stellen können die Szenerien auch noch verändert werden: Besucher erkunden das Leben bei Tag und Nacht.
Die Originalpuppenstuben aus den dreißiger und fünfziger Jahren zeigen eindrucksvoll, wie selbstgemachtes Spielzeug mit Liebe zum Detail aussieht.
Spielerisch entdecken und ausprobieren ist angesagt: Mit einem Puppenhaus und Marktstand können Kleine und große Besucher gesehene Szenen direkt nachspielen. Angehende Innenausstatter planen im Magnetspiel auch die Hauseinrichtung und gestalten Räume selbst.
Mit Aktionstag „Spielzeug“ am 22.02.2026!
Der Eintritt ins Haus samt Sonderausstellung kostet 5 Euro für Erwachsene, ermäßigt 4 Euro, für Familien 13 Euro.
Dr. Jana Mikota, Prof. Dr. Daniel Stein und Dr. Jens Aspelmeier: "Holocaust in Bildern erzählen"
bis 30. April 2026 / Aktives Museum Südwestfalen Siegen
Derzeit ist eine Ausstellung zu Bilderbüchern und Graphic Novels über den Holocaust im Aktiven Museum Südwestfalen zu sehen. Erarbeitet und erstellt wurde sie an der Universität Siegen.
Sie sind Teil der modernen Erinnerungskultur: Comics, Graphic Novels und Bilderbücher, die vom Holocaust handeln. Sie ermöglichen einen anderen Blick, weil sie die individuellen Geschichten von Opfern erzählen und dabei die Kraft, aber auch die Distanz der Bilder nutzen. Im Aktiven Museum Südwestfalen können Besucherinnen und Besucher derzeit verschiedene dieser Bücher und deren Entstehungsgeschichten kennenlernen. Die Ausstellung wurde von Dr. Jana Mikota, Prof. Dr. Daniel Stein und Dr. Jens Aspelmeier erstellt. Sie ist Teil des Verbundprojekts zur Holocaust-Erziehung, das im vergangenen Wintersemester an der Universität Siegen begann. Beteiligt sind das Germanistische Seminar sowie das Seminar für Anglistik/Amerikanistik und das Aktive Museum Südwestfalen.
Allein beim schnellen Blick über die Ausstellungsplakate mit beispielhaften Szenen prägen sich Bilder ein: hier zart gezeichnete Silhouetten von Menschen mit dem gelben Stern, dort plakative Motive wie die Katze mit Hitlerbärtchen vorm Hakenkreuz. Dr. Jens Aspelmeier, Direktor des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen und Vorstandsmitglied des Aktiven Museums, spürt die Irritation beim Anblick des Comics „Maus“. „Das gehört dazu und ist vom Autor gewollt.“ Art Spiegelmann veröffentlichte in den 1980er Jahren mit „Maus“ einen der ersten Holocaust-Comics und löste eine kontroverse Diskussion über die Angemessenheit der Darstellung aus. Mittlerweile ist das Buch ein Klassiker.
Geöffnet ist die Ausstellung dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr und - nach Anmeldung - sonntags 15 bis 18 Uhr.
Cory Arcangel: "End User"
bis 27. September 2026 / Museum für Gegenwartskunst Siegen
Cory Arcangel (*1978, Buffalo, NY (US), lebt und arbeitet in Stavanger (NO)) hat für die fünfte Ausgabe der „MGKWalls“ eine Serie neuer Arbeiten entwickelt. Die ortsspezifische Ausstellungsreihe stellt zwei prominente Wände des Museums in den Mittelpunkt einer Jahrespräsentation: die Eingangswand im Foyer des Museums sowie die große LED-Wand an der Außenfassade, die die Architektur des Museums programmatisch zur Stadt hin öffnet und seit der Eröffnung ein markantes Erkennungsmerkmal des Hauses ist.
Cory Arcangel ist Künstler, Komponist, Kurator und Unternehmer. Seit Ende der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit den Möglichkeiten auf digitalen Technologien basierter Kunst. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Netzkunst, Internet- und Popkultur, experimenteller Musik sowie der Unterhaltungsindustrie auseinander. Arcangel wurde für seinen ganz eigenen künstlerischen Zugriff auf alte und neue digitale Technologien bekannt. Dabei sind die jeweiligen Medien immer Thema und Gegenstand zugleich. Mit einem fast archäologischen Ansatz untersucht er ihre Strukturen und „hackt” die visuelle Sprache von Software, Videospielen, sozialen Medien und maschinellem Lernen.
Zu sehen Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr / Donnerstag bis 20 Uhr
Ausstellung "Magische Begegnungen" von Katja Braun
21. Januar bis 27. Februar / Kleiner Sitzungssaal im Rathaus Netphen
Katja Braun ist eine therapeutisch praktizierende Künstlerin, die seit ihrem 14. Lebensjahr mit Leidenschaft malt. Als Autodidaktin hat sie sich im Laufe der Jahre eine einzigartige künstlerische Stimme erarbeitet, die sowohl persönliche als auch universelle Themen anspricht. Im vergangenen Jahr hat Frau Braun ihr Atelier in Netphen Brauersdorf eröffnet, wo sie ihre kreativen Ideen und therapeutischen Ansätze weiterentwickelt.
Ihre aktuelle Ausstellung mit dem Titel „Magische Begegnungen“ findet im Rathaus Netphen statt und lädt die Besucher ein, in eine faszinierende Welt einzutauchen. Die Ausstellung thematisiert Begegnungen mit Figuren aus der Welt der Phantasie sowie der Vergangenheit. Diese inspirierenden Charaktere regen dazu an, neu zu denken und die eigene Vorstellungskraft zu entfalten. Katja Braun möchte mit ihren Werken nicht nur ästhetische Freude bereiten, sondern auch einen Raum für Reflexion und emotionale Heilung schaffen.
Besuchen Sie die Ausstellung und lassen Sie sich von der Magie der Kunst und den Geschichten, die sie erzählt, verzaubern!