
Eine geplante Gesetzesänderung der Bundesregierung sorgt regional für Kritik.
Neue Sparpläne
Die Bundesregierung plant, die finanzielle Förderung für die Migrationsberatung für Erwachsene massiv zu begrenzen. Ab Januar 2027 soll das Angebot grundsätzlich nur noch für Menschen gelten, die maximal drei Jahre in Deutschland leben. Wer länger hier ist, verliert laut den neuen Richtlinien den Anspruch auf die kostenlose Hilfe.
Folgen für die Region
In Siegen-Wittgenstein hätte diese Änderung laut AWO und Caritas weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen. Schätzungsweise 600 Menschen im Kreis könnten dadurch künftig von den Beratungsangeboten ausgeschlossen werden. Das entspräche einem Wegfall von über der Hälfte der bisherigen Beratungsfälle in unserer Region.
Gefahr für Integration
Die Verbände kritisieren, dass der Bedarf an Unterstützung nicht automatisch nach einer festen Zeit endet. Viele wichtige Fragen zu Themen wie Arbeit, Einbürgerung oder Rente entstehen oft erst nach vielen Jahren. Ohne die spezialisierten Berater drohen viele Migranten im Behördendschungel den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren.
„Integration ist kein linearer Prozess, der nach einer festgelegten Aufenthaltsdauer abgeschlossen ist.“ - Jenny Löhr, Migrationsberatung der Caritas
„Durch den Beratungsausschluss ist nicht mit höherer Selbständigkeit zu rechnen, sondern mit höheren Folgekosten.“ - Sophie Kröckel, Migrationsberatung der AWO