
24 000 Fälle von Graffiti-Schmierereien hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr festgestellt. Für das vergangene Jahr hat das Unternehmen den dadurch entstandenen Schaden mit 12,1 Millionen Euro beziffert. Was viele nicht wissen: Sprayer werden strafrechtlich verfolgt. Die Bahn zeigt jeden Fall an und macht Schadenersatz geltend. Darum ging es heute am Amtsgericht Siegen: im Sommer 2021 hatte ein Kunststudent aus Eitorf nachts auf dem Gelände des Siegener Hauptbahnhofs mit zwei Komplizen Graffiti auf abgestellte Waggons des Rhein-Sieg-Express gesprüht. Was die drei nicht ahnten: die Polizei hatte sie bereits im Blick. Durch den Einsatz von Wärmebildkameras wussten die Beamten ganz genau, wo die drei “Künstler” steckten. Beim Zugriff der Polizisten gelang zwei Sprayern die Flucht, einer wurde festgenommen. Beim Versuch, wegzulaufen, hatte er einen Polizisten umgerannt. Heute stand der 24jährige in Siegen wegen Sachbeschädigung vor Gericht. Den entstandenen Schaden von mehr als 2 200 Euro hat er der Bahn längst erstattet, beim umgerannten Polizeibeamten hat er sich entschuldigt. Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Richterin kamen überein, das Verfahren gegen eine Geldstrafe von 1 800 Euro einzustellen. Den Betrag muss der Kunststudent innerhalb von sechs Monaten an die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz zahlen.