
An der Autobahn 45 kommt der Ersatzneubau der Talbrücke Eisern sichtbar voran. Fünf von sieben Teilen des Brückenüberaus für die neue Fahrbahn Richtung Dortmund sind bereits betoniert. Damit nähert sich die Fertigstellung Schritt für Schritt der Ziellinie. Ende des Jahres soll der Verkehr über das neue Teilbauwerk fließen. Das Besondere beim Neubau der 340 Meter langen und rund 50 Meter hohen Spannbetonbrücke: die Hohlkästen werden abschnittsweise mit Hilfe eines Vorschubgerüstes hergestellt. Dieses Stahlgerüst rückt von Pfeiler zu Pfeiler und dient als Schalung, um die Brückenabschnitte zu betonieren. „Das Vorschubgerüst wird zwischen die bereits fertiggestellten Pfeiler gehängt. Es trägt sich so selbst und hat somit den Vorteil, dass wir keine aufwändigen Hilfskonstruktionen herstellen mussten“, erläutert Projektleiterin Jennifer Johannsen von der Außenstelle Netphen bei der Autobahn Westfalen.
Ablauf hat sich eingespielt
Der Überbau wird als Hohlkasten geformt und feldweise von einem Widerlager (Fundamente links und rechts der Brücke) zum anderen in insgesamt sieben Überbau-Abschnitten gebaut. Bisher wurden fünf Felder – ein Feld geht von Pfeiler zu Pfeiler – betoniert. Pro Feld benötigt der Auftragnehmer rund fünf Wochen. „Feld für Feld haben sich die Abläufe immer besser eingespielt“, erzählt Johannsen. Erst in der vergangenen Woche floss der Beton in die Stahlkonstruktion zwischen Pfeiler vier und fünf. Nachdem der Beton ausgehärtet ist, wird nun das Vorschubgerüst hydraulisch abgelassen, horizontal vorgeschoben und in exakter Position wieder am nächsten Pfeiler eingeklappt, um mit dem Bau des folgenden Abschnitts zu beginnen.
Ende 2022 soll Verkehr schon rollen
Noch zweimal muss sich nun also das Vorschubgerüst nach vorne bewegen, ehe das letzte Feld am Widerlager anschließt. Johannsen: „Wir rechnen damit, dass der Überbau in rund drei Monaten fertig sein wird. Bevor der Verkehr auf das derzeit entstehende Teilbauwerk umgelegt wird, stehen allerdings noch einige Arbeiten auf der To-Do-Liste: Die Montage von Kappen und Geländer sowie die Fertigstellung der Entwässerung. Abschließend werden der Asphalt und die Markierungen aufgetragen. Ende 2022 soll der Verkehr über das neue Teilbauwerk fließen. Im Frühjahr 2023 ist dann die Sprengung des Teilbauwerks in Fahrtrichtung Frankfurt geplant.