
Ende Juni läuft die Testverordnung aus. Wie es dann mit den kostenfreien Corona-Schnelltests weitergeht, ist ungewiss. Die Apotheken in Siegen-Wittgenstein fordern Planungssicherheit und raten dazu, weiterhin wohnortnah Bürgertests zu ermöglichen. „Die Politik muss nun zeitnah klarstellen, ob und wie es mit den Bürgertests weitergeht“, sagt Dr. Christof Werner, Vorsitzender der Bezirksgruppe Siegen-Wittgenstein im Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL). „Die Test-Apotheken müssen wissen, ob sie ihr Personal halten bzw. wie sie es einsetzen können. Sie müssen auch wissen, ob sie die Infrastruktur auf rechterhalten sollen.“ Es könne nicht sein, dass wie bereits im März dieses Jahres eine Anschlussregelung erst mit Toresschluss verkündet werde, fügt Dr. Werner hinzu.
Weiterhin kostenlose Tests ermöglichen
„Wir raten der Politik dazu, den Bürgern weiterhin zur Kontrolle wohnortnah kostenlose Tests zu er möglichen“, sagt Dr. Werner. Diese mit Beginn der Sommerferien in NRW einzustellen, sei nicht sinnvoll. In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass nach dem Start der Reisesaison das Infektionsgeschehen eine neue Dynamik bekomme. Aktuell beobachte man in Portugal, dass sich eine weitere Virusvariante ausbreite. „Mithilfe der Bürgertests behalten wir im Blick, wie sich die Infektionszahlen entwickeln, um dann rechtzeitig gegensteuern zu können. Wir sollten dieses Instrument daher nicht leichtfertig aus der Hand geben.“ Dr. Werner erinnert: Bereits vor einem Jahr habe die Politik geglaubt, die Bürgertests Mitte Oktober einstellen zu können – um sie dann im November von heute auf morgen wieder einzuführen. „Für die Apotheken vor Ort war es damals eine enorme Kraftanstrengung, innerhalb kürzester Zeit Personal zu akquirieren und die Testinfrastruktur hochzufahren.“
DRK-Kreisverband erwartet kurzfristige Entscheidung
Das Deutsche Rote Kreuz bietet i zahlreichen Teststellen in Siegen-Wittgenstein ebenfalls die kostenlosen Bürgertests an. Pressesprecher Markus Sting würde sich freuen, wenn es damit weitergehen würde. Am Radio Siegen-Telefon verwies er auf die bisherigen Erfahrungen mit solchen Entscheidungen: "Unsere Erfahrung ist, dass es wirklich erst ganz kurz vor Ende der Testverordnung neue Informationen gibt, wie es weitergeht".