
Abgetrenntes Burbach-Verfahren zieht sich ins nächste Jahr
Eigentlich waren für den heutigen Tag schon Plädoyers vorgesehen. Der 21. Dezember war als Termin für die Urteilsverkündung ins Auge gefasst worden. Nun wird sich das Verfahren, in dem sich ein ehemaliger Wachmann aus der Burbacher Flüchtlingsunterkunft unter anderem wegen Körperverletzung verantworten muss, bis ins neue Jahr hinziehen.
Veröffentlicht: Freitag, 04.12.2020 15:35
Unser schöner Plan ist leider nicht aufgegangen“. Mit diesen Worten hat Vorsitzende Richterin Elfriede Dreisbach den heutigen Verhandlungstag im abgetrennten „Burbach“-Verfahren eröffnet. Vor der ersten Großen Strafkammer des Siegener Landgerichts muss sich ein ehemaliger Wachmann aus der Burbacher Flüchtlingsunterkunft verantworten. Ihm wird unter anderem Körperverletzung vorgeworfen. Eigentlich sollte heute ein weiterer Zeuge befragt werden. Der Zeuge – ein ehemaliger Bewohner der Flüchtlingsunterkunft – konnte in Serbien aufgespürt werden. Der Mann ist zu einer Aussage vor Gericht bereit – will dafür aber nicht nach Deutschland kommen. Die Reise würde für ihn zweimal Corona-Quarantäne bedeuten. Er könnte zur deutschen Botschaft nach Belgrad fahren – und von dort per Video ins Landgericht Siegen geschaltet werden. Technisch gar kein Problem - doch Serbien verlangt ein offizielles Rechtshilfeersuchen von Deutschland. Und auch das Auswärtige Amt in Berlin ist weniger kooperativ als erhofft. Am 21. Dezember soll es weitergehen – bis dahin hofft die Kammer auf Klärung der Angelegenheit.