
650 Personen haben sich Samstagnachmittag vor dem Unteren Schloss in Siegen an einer Kundgebung des Bündnisses „Siegen gegen Rechts“ beteiligt. Diese Teilnehmerzahl gab die Polizei gegenüber Radio Siegen an. Die Altersspanne reichte von Kindern und Jugendlichen bis zu den „Omas gegen Rechts“. Die Teilnehmer hielten sich an die Auflagen: Maskenpflicht auf dem Schlossplatz, Mindestabstand musste eingehalten werden. Die Polizei war stark vertreten. Ein Banner mit der Aufschrift „Der III. Weg beginnt in Siegen und endet in Stalingrad“ sorgte kurz mal für Irritationen bei den Beamten, durfte aber weiterhin gezeigt werden. Redner sprachen sich für ein tolerantes Siegen aus, eine Stadt in der kein Platz sei für Nazis. Es wurden Parolen gerufen wie "Ganz Siegen hasst den III. Weg" oder "Schulter an Schulter gegen den Faschismus". Damit möglichst viele mitsingen konnten, war an die Teilnehmer der deutsche Text des Liedes "Bella Ciao" ausgeteilt worden - ein Lied der italienischen Partisanen.
Rechts darf marschieren - Links nicht
Von der Ladefläche eines LKW kritisierten Regner bei der Kundgebung juristische Entscheidungen aus jüngster Zeit: während dem Bündnis „Siegen gegen Rechts“ am Samstag ein Demonstrationszug von Gerichten untersagt worden war, durfte die rechtsextreme Kleinstpartei „III. Weg“ mit 50 Teilnehmern am Mittag von der Eintracht bis Kochs Ecke und zurück marschieren. Die Stadt Siegen wurde von Richtern verdonnert, der AfD in diesem Monat zweimal die Siegerlandhalle für ihren Landesparteitag zur Verfügung zu stellen. Ulrich Loos von den „Linken“ in Siegen forderte eine Sondersitzung des Siegener Rates zum „III. Weg“. Insgesamt fünf Versammlungen fanden in Siegen am Samstag zwischen 12 Uhr und 16:30 Uhr statt. Bei der mit Abstand größten Kundgebung des Bündnisses "Siegen gegen Rechts" nahmen rund 650 Menschen am Unteren Schloss teil. Bis auf die erwarteten Verkehrsbeeinträchtigungen im Innenstadtbereich verliefen alle Versammlungen störungsfrei. Im Nachgang der Kundgebung der Kleinstpartei "III. Weg" wurden durch das Ordnungsamt der Stadt Siegen und die Polizei 21 Corona-Verstöße festgestellt und geahndet. Die Betroffenen erwartet nun ein Bußgeldverfahren.
Tag der Befreiung
Der 8. Mai wird als „Tag der Befreiung“ bezeichnet, weil am 8. Mai 1945 die deutsche Wehrmacht bedingungslos kapituliert hatte. Das war das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus.