
Die Dürre der vergangenen Wochen und Monaten hat gezeigt: Unsere Wasserversorgung in Siegen-Wittgenstein ist auf Kante genäht. Auch deshalb wurde zuletzt häufiger gefragt:
Was macht eigentlich unsere dritte Talsperre?
Auf diese Frage gab es gestern eine Antwort. Im Umweltausschuss des Kreises. Nicht so viel, musste der extra dazugebetene Dirk Müller vom Wasserverband zugeben. Fachkräftemangel. Wassermangel. Das alles habe zu Verzögerungen geführt. Wobei man aber ohnehin 20-25 Jahre einkalkulieren müsse, bis eine dritte Talsperre nutzbar wäre.
Warum dauert das so lange?
Weil es bei uns niemanden mehr gebe, der so einen Bau schon mal umgesetzt hätte. Und weil es immer Auflagen gebe. Allein für das archäologische Gutachten müsse man 1-2 Jahre einplanen. Der eigentliche Bau dauere nur 5 Jahre, aber das Aufstauen noch mal 5, weil man dem Bach hinter dem zu bauenden Damm aus Umweltschutzgründen auch mal ein Hochwasser gönnen müsse.
Was passiert, wenn die Sommer so heiß bleiben oder eine der bestehenden Talsperre ausfällt?
Dann würde die Versorgung mit Trinkwasser bei uns vermutlich zusammenbrechen. Auf Wasser aus Nachbarkreisen zu hoffen, sei unrealistisch.
Gibt es einen Plan B?
Nicht wirklich. Man habe den Bau von Zisternen diskutiert. Das sei aber noch teurer und auch nur für höchstens ein Drittel der Haushalte umsetzbar. Alte Quellen und Brunnen seien bereits früher im Sommer oft versiegt. Und das Wasser aus Bergwerken oft mit Schadstoffen belastet. Außerdem seien die Schächte nicht mehr verkehrssicher.
Was bleibt uns also?
Wassersparen. Immer auf ausreichend Regen hoffen und darauf, dass keine der beiden bestehenden Talsperren ausfällt!